Bildung

In der Schullandschaft im Kreis könnte sich bald etwas tun

Die Gesamtschule Heiligenhaushat viele Schüler, die aus Mettmann zum Unterricht kommen.

Die Gesamtschule Heiligenhaushat viele Schüler, die aus Mettmann zum Unterricht kommen.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Zur Gesamtschule Heiligenhaus kommen viele Kinder aus Mettmann. Dort wird der Wunsch nach einer Gesamtschule laut. Zweckverband ist im Gespräch.

In den Ferien ist die Schule für viele kein Thema. Eine Ausnahme bildet da allerdings die Gesamtschule Heiligenhaus. Zwei aktuelle Entwicklungen könnten nämlich künftig die Bildungseinrichtung an der Hülsbecker Straße betreffen.

Die erste Entwicklung spielt sich in der Kreisstadt Mettmann ab. Von dort pendeln rund 180 Schüler pro Tag nach Heiligenhaus. Angesichts von 932 Schülern insgesamt eine nicht unerhebliche Zahl. In Mettmann selbst gibt es seit Jahren jedoch eine Diskussion um die Gründung einer eigenen Gesamtschule, nun hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. „Durch steigende Schülerzahlen ist der Bedarf da, auch die Mehrheit der Eltern wünscht sich eine Gesamtschule“, sagt Jan Roth, Sprecher der Bürgerinitiative. Nicht zuletzt, weil viele Schüler in umliegende Städte wie Heiligenhaus pendeln müssten.

Die Mettmanner Politik ist sich noch uneins, bis dahin will die Bürgerinitiative Unterschriften sammeln und gegebenenfalls mit einem Einwohnerantrag das Thema in die Politik bringen. „Eine Gesamtschule zum Jahr 2020/2021 ist unser Ziel“, so Jan Roth.

Heiligenhauser Verwaltung verfolgt die Diskussion

Die Entscheidung für oder gegen eine Gesamtschule in Mettmann dürfte man angesichts der hohen Zahl der einpendelnden Schüler auch in Heiligenhaus verfolgen. Eine Gefahr für den Fortbestand der Heiligenhauser Gesamtschule, falls die Mettmanner Schüler irgendwann wegfallen sollten, sieht Bürgermeister Michael Beck jedoch nicht. „In den vergangenen Jahren gab es an unserer Gesamtschule immer wieder Anmeldeüberhänge, so dass Schüler abgewiesen werden mussten.“

Generell sei Heiligenhaus auch auf Schüler aus anderen Städten angewiesen, so Beck weiter. Beim Beispiel Mettmann und Gesamtschule sieht er allerdings an einer Stelle Handlungsbedarf. Die Kosten für den Transfer der Schüler nach Heiligenhaus und zurück muss nämlich die Stadt als Schulträger übernehmen. Diese belaufen sich nach Angaben der Verwaltung allein für die 180 Mettmanner Schüler an der Gesamtschule auf eine hohe fünfstellige Summe pro Jahr. „Hier sind wir seit Jahren mit der Stadt Mettmann in Gesprächen über einen Zweckverband“, berichtet Beck.

Bezirksregierung ist mit im Boot

Das würde ein verbindliches Angebot mit Plätzen an der Gesamtschule für Mettmanner Schüler bedeuten, und somit auch eine Beteiligung der Kreisstadt an den Kosten für die Schülerbeförderung, die sie bislang hat vermeiden können. Um diese Gespräche über einen Zweckverband voranzutreiben, wurde nun die Bezirksregierung ins Boot geholt. „Die Bezirksregierung versteht auch unseren Wunsch nach mehr Verbindlichkeit“, sagt Beck.

Falls kein Zweckverband zustande käme, könnte sich der Bürgermeister auch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung vorstellen, die „eine Stufe darunter“ anzusiedeln sei. Nach den Sommerferien sollen die Gespräche starten. Eventuell gibt es dann auch Neuigkeiten bezüglich einer Gesamtschule in Mettmann.

>>> MEHR EINPENDLER ALS AUSPENDLER

  • Im Schuljahr 2017/18 sind deutlich mehr Schüler aus umliegenden Städten nach Heiligenhaus zum Unterricht gekommen als umgekehrt.
  • Demnach gab es 862 einpendelnde Schüler, während 408 Schüler aus Heiligenhaus in andere Städte fuhren.
  • Die größten Schülerkontingente kamen aus Ratingen (452) und Mettmann (180). Die meisten Auspendler aus Heiligenhaus gingen in Essen (172) und Velbert (162) zur Schule.

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