Stadtgeschichte

Heiligenhauser Zeitzeugen berichten vom Bombenkrieg

Zusammen mit Zeitzeugen beschrieb Stadtarchivar Hartmut Nolte (Mitte) den Bombenkrieg.

Zusammen mit Zeitzeugen beschrieb Stadtarchivar Hartmut Nolte (Mitte) den Bombenkrieg.

Foto: Ulrich Bangert

Heiligenhaus.   Beim Gesprächsabend des Geschichtsvereins in der Dorfkirche schilderten Betroffene eindrucksvoll die düsteren Tage des Zweiten Weltkriegs.

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Im Nachgang zum Volkstrauertag konnte Rolf Watty vom Geschichtsverein Heiligenhaus in der Isenbügeler Dorfkirche zahlreiche Zuhörer begrüßen, die sich für Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges vor Ort interessierten. Vor allem das Thema Bomben auf Heiligenhaus stand im Mittelpunkt.

Hartmut Nolte konnte mit historischen Bildern die verheerenden Wirkungen der britischen Fliegerbomben dokumentieren. „Es wurden keine Bomben gezielt auf Heiligenhaus abgeworfen“, so der Stadtarchivar. „Es gab hier keine nennenswerten Hersteller von Militärtechnik, abgesehen von Zulieferern von Halterungen oder Karabinerhaken.“ Die erste Bombe fiel am 22. Mai 1940, ohne größeren Schaden zu hinterlassen. Danach gab es immer wieder Angriffe auf die benachbarten Großstädte, die britischen Bomber, die immer nachts kamen, kreisten dabei zwei bis drei Stunden über dem Ort.

Heiligenhaus war nicht gezielt im Visier der Bomber

Zwar war Heiligenhaus nicht gezielt im Visier der Piloten, aber wenn ihre Maschinen beschädigt waren, entledigten sie sich über Heiligenhaus der explosiven Ladung. So ließ in der Nacht von 16. auf den 17. September 1942 eine von der deutschen Flak schwer getroffene Lancaster-Maschine eine vermutlich 36-Zentner schwere Luftmine fallen, die an der damaligen Wülfrather Straße (heutige Jahnstraße) für erhebliche Zerstörungen sorgte. Acht Menschen starben in dem zerstörten Haus Wülfrather Straße 22, weitere Gebäude in der Umgebung, darunter die katholische Kirchen, wurde mehr oder weniger schwer beschädigt.

Gabriele Rodemers berichtete von ihrer damals 18-jährigen Mutter, die in jener Nacht ihre Eltern verlor und vor dem Nichts stand. „Das Ereignis hat sie ein Leben lang verfolgt.“ Der schwer beschädigte Bomber zerschellte unweit von Gut Anger, die siebenköpfige Besatzung fand den Tod.

Erst zum Kriegsende kam Heiligenhaus dann ins Visier gezielter Angriffe: „Die amerikanischen Jagdbomber nahmen alles ins Visier, was sich bewegte, zum Beispiel die Bauern auf den Feldern“, berichtete Hartmut Nolte. Zeitzeugen, damals noch Kinder, schilderten eindrucksvoll die Ängste der Bevölkerung.

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