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Heiligenhauser wundern sich über neue Sperrmüll-Regelung

Sperrmüll wird in Heiligenhaus abgeholt, von Awista Logistics. Es werden auch unterschiedliche Wertstoffe geholt, deswegen fahren manchmal zwei Kolonnen.

Foto: Michael Kleinrensing

Sperrmüll wird in Heiligenhaus abgeholt, von Awista Logistics. Es werden auch unterschiedliche Wertstoffe geholt, deswegen fahren manchmal zwei Kolonnen. Foto: Michael Kleinrensing

Heiligenhaus.   Eine Sperrmüllkarte kostet 7,50 Euro. Manche nutzten den Wertstoffhof Velbert. Warum das jetzt – und eigentlich vorher schon – nicht mehr geht.

Wohin mit meinem Sperrmüll? Das fragten sich zu Beginn des Jahres einige Heiligenhauser in sozialen Netzwerken. Statt den Service von Awista, die im Auftrag der Stadt den Sperrmüll abholen, zu nutzen, fuhren einige lieber auf den Wertstoffhof in Velbert. Dort ist seit Jahresbeginn nur noch eine Annahme von Sperrmüll für Velberter möglich – zumindest offiziell. Denn laut Stadt Velbert galt diese Regelung schon immer.

Irritiert waren einige Heiligenhauser von der Meldung auf der Seite des Wertstoffhofes. Ab dem 1. Januar 2018 seien hier nur Sperrmüll-Anlieferungen von Velberter Bürgern oder Velberter Gewerbebetriebe erlaubt. „Anlieferungen außerhalb Velberts müssen leider abgewiesen werden“, hieß es da nämlich auf der Homepage der Deponiebetriebsgesellschaft Velbert (DBV). Dies sei eine Forderung der Stadt Velbert, deswegen sei man nun verpflichtet, von jedem Anlieferer den Wohnort zu überprüfen.

Sperrmüll war immer nur für Velberter gedacht

Doch diese Regel galt schon immer, korrigiert Hans-Joachim Blißenbach, Pressesprecher der Stadt Velbert. „Es gibt eine Ausnahmeregelung bei Elektroschrott, den können Bürger aus Heiligenhaus und Wülfrath nach wie vor hier hin bringen.“ Möglicherweise sei es in der Vergangenheit passiert, dass Bürger außerhalb von Velbert ihren Elektroschrott abgegeben hätten und die weitere Sperrmüllabgabe nicht richtig kontrolliert wurde.

Auch die Homepage des DBV wurde korrigiert. Hier heißt es nun: „Grundsätzlich dürfen auf dem Wertstoffhof der Stadt Velbert nur Sperrmüll-Anlieferungen von Velberter Bürgern oder Velberter Gewerbebetrieben erfolgen. Andere Anlieferungen werden nicht angenommen.“ Der Grund: „Die Entsorgungskosten für Sperrmüll werden durch die Abfallgebühren finanziert und somit durch Velberter Bürger bezahlt. Ihnen können nicht die Kosten für die Entsorgung von Sperrmüll aus anderen Städten auferlegt werden.“

Sperrmüllkarte kostet 7,50 Euro

Auch Stefan Kondring, Leiter des Heiligenhauser Bürgerbüros, hat die Diskussion mitbekommen. Hier gibt es keinen eigenen Hof, „Wir können als Stadt gar keinen Wertstoffhof betreiben“, erklärt er. Dafür fehle die Fläche und die Kapazität. Damit der Sperrmüll dennoch direkt in Heiligenhaus abgeholt werden könne, biete die Awista, ganz genau gesagt Awista Logistics, im Auftrag der Stadt den Sperrmülldienst an.

Dafür muss eine Sperrmüllkarte gekauft werden, „die kostet 7,50 Euro“, berichtet Kondring. Diese Karten gibt es unter anderem auch beim Bürgerbüro, „das ist unser Service, aber es gibt noch diverse andere Stellen, an denen man die Karten erwerben kann.“ So kann man die Sperrmüllkarte unter anderem beim Vollsortimenter Real an der Velberter Straße, bei Tapeten Müller oder Lotto Music an der Hauptstraße kaufen. „Das mit den Sperrmüllkarten ist auch in anderen Städten so ganz normal“, berichtet Kondring. Und oftmals um einiges teurer.

Service auch vor Ort in Heiligenhaus

Für andere Müllarten, wie Sondermüll oder Bauschutt, gebe es hingegen auch in Heiligenhaus Möglichkeiten, klärt Stefan Kondring auf. „In Heiligenhaus haben wir für Bauschutt oder Grünschnitt ja die Annahmestelle der Technischen Betriebe an der Friedhofsallee“, erklärt Kondring. Und auch das Schadstoffmobil komme alle zwei Wochen abwechselnd am Rathaus oder der Friedhofsallee. „Hier können dann Stoffe, die gesondert entsorgt werden, abgegeben werden.“

Die Stadt überlegt derzeit jedoch den Sperrmüllservice zu vereinfachen. Mit einer neuen App sowie einer moderneren Homepage könnte es künftig auch möglich sein, den Sperrmüll online zu beantragen.

Darüber würde sich auch die Awista Logistics freuen, berichtet Jennifer Bachmann: „Da wären wir sofort an Bord, wir bieten das ja schon in anderen Städten im Kreis Mettmann an.“ Diese würden auch keine extra Sperrmüll-Gebühr verlangen, sondern diese Kosten über die Gebührenkalkulation direkt auf alle Bürger übertragen.

>>> ALLE INFOS RUND UM SPERRMÜLL

  • Zum Sperrmüll gehören laut Stadt Heiligenhaus nur solche Gegenstände, die man üblicherweise auch bei einem Umzug mitnehmen würde, also keine baulichen Bestandteile oder Abfälle aus Renovierungen. Nicht alles, was sperrig sei, sei auch Sperrmüll. Karten gibt es beim Bürgerbüro und vielen Servicestellen, wie Lotto-Läden.
  • Die Annahmestelle an der Friedhofsallee hat vom 1. April bis 30. November dienstags (8.30-13 Uhr), donnerstags (13-18 Uhr) und samstags (8.30-14 Uhr) geöffnet, im Winter nur samstags.
  • Alle Infos rund um das Thema Abfall hat die Stadt auf heiligenhaus.de unter dem Punkt Abfallbeseitigung und Abfallberatung zusammengefasst.
  • Statt wegschmeißen, rät Stefan Kondring, kann man auch über eine Alternative nachdenken – über viele Dinge freuen sich Hilfsorganisationen. Außerdem gibt es kostenlose Möglichkeiten, diese im Internet zu verschenken.

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