Existenzsorgen

Heiligenhauser Verein hat ernste Zukunftssorgen

Petra Ullrich hat Angst um die Zukunft des Vereins.Sie hat diesen vor über 20 Jahren ins Leben gerufen, um armen Kindern in Rumänien zu helfen. Mittlerweile unterstützen sie ganze Familien, Dörfer, Regionen mit den Spenden.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Petra Ullrich hat Angst um die Zukunft des Vereins.Sie hat diesen vor über 20 Jahren ins Leben gerufen, um armen Kindern in Rumänien zu helfen. Mittlerweile unterstützen sie ganze Familien, Dörfer, Regionen mit den Spenden. Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Die Vergessenen Kinder engagieren sich für arme Menschen in Rumänien. Nun weiß Petra Ullrich nicht, wie es ohne weitere Spenden weitergehen soll.

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Die Kinder haben oft nicht mehr als das, was sie tragen: Über 20 Jahre setzt sich der Verein Vergessene Kinder von Petra Ullrich für die Ärmsten der Armen in Rumänien ein. Denn wo Arbeit, Einkunft und Bildung fehlen, gibt es eine Menge Entwicklungshilfe zu leisten. Doch nun hat der Verein ernsthafte Zukunftssorgen: Ohne weitere Finanzspritzen wird es nur noch wenige Fahrten voller Spenden nach Südosteuropa geben.

Petra Ullrich steht vor dem gelben Container, der immer vor dem Gesundheitszentrum Villa Nonnenbusch am Südring parkt. Er ist mal wieder voll bis unters Dach. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch Ullrich sieht frustriert, beinahe resigniert aus. „So langsam verzweifel ich, ich weiß nicht mehr, wie es mit dem Verein weitergehen soll.“ Zum 1. November musste der Verein sein After School-Projekt bereits einstampfen. In 14 Tagen wird ein LKW nach Rumänien aufbrechen, was 2018 ist, weiß Ullrich noch nicht.

After-School-Projekt ist gekappt

1650 Euro kostete das After-School-Projekt. ‘Nach der Schule’ heißt dies übersetzt und war zur Unterstützung armer Schulkinder gedacht. „Wir haben ihnen Mittagessen gemacht, Material besorgt, Zeit mit ihnen verbracht und die Hausaufgaben erledigt“, berichtet Ullrich. Doch der Finanzier sei weggebrochen, somit konnte der Verein die Kosten nicht mehr tragen. Wie traurig das die Vereinsvorsitzende macht, sieht man ihr an. „Ich habe fast 200 Bettelbriefe in den letzten Wochen verschickt.“

Doch das habe nicht viel gebracht. Wie es aktuell um den Verein steht, „und das ist nicht gut“, wird sie den Mitgliedern am 22. November bei der jährlichen Versammlung berichten. „Wir haben viele erfolgreiche Fahrten gehabt, es wurde wieder enorm vielen Familien geholfen, aber wir müssen ernsthaft diskutieren, wie wir weitermachen können.“

Extrem viele Sachspenden kommen an

Wenn der Erfolg des Vereins nur an den Sachspenden gemessen werden würde, hätten sie null Grund zur Sorge. „Alle zwei bis drei Tage räumen wir derzeit den Container leer“, berichtet Ullrich. Just in dem Moment bringt eine Dame vier Tüten voller Klamotten, „die Bettwäsche bringe ich morgen noch“, verspricht sie. „Was wir hier im absoluten Überfluss haben, fehlt in Rumänien an allen Ecken und Enden. Unsere Reste sind ja kein Müll, und dort ist er Luxus.“

Schlechte Erfahrungen habe der Verein sehr selten bei den Spenden machen müssen. „Gebrauchen können wir ja wirklich alles, aber manchmal haben wir das Gefühl, die Menschen nehmen das zu wortwörtlich.“ Mit zu alten technischen Geräten könne man in Rumänien wenig anfangen, auch nichts mit kaputten Möbeln.

Nicht mehr abholen werde der Verein Sachspenden, die andernorts gesammelt werden. „Wir werden nur noch die Orte anfahren, die auf der Warteliste stehen. Aber wir können uns eine Tour nach Süddeutschland nicht mehr mal eben leisten“, so Ullrich. Denn auch der Fuhrpark musste dieses Jahr leiden. Und Ullrich wundert sich, dass in diesem Jahr noch sehr wenige Päckchen bei der Aktion Weihnachten im Schuhkarton eingetrudelt sind. „Letztes Jahr hatten wir an die 150, bislang nur gut 25.“

Dringend Sponsoren gesucht

In spätestens vierzehn Tagen wird der nächste LKW nach Medias aufbrechen. Ullrich wird bei der nächsten Tour wieder selbst mitfahren. „Vor Ort gibt es immer Kosten – wir kaufen Lebensmittel und es gibt medizinische Fälle. Wenn brauchen jetzt wirklich Sponsoren, sonst weiß ich nicht, wie lange wir weitermachen können.“

>>> KONTAKT ZUM VEREIN

Wer sich über den Verein Vergessene Kinder weiter informieren will: Auf ihrer Homepage vergessene-kinder.de und auf Facebook stellt der Verein viele Fotos von seinen Besuchen in Rumänien online.

Wer direkt Kontakt zu Petra Ullrich aufnehmen möchte:
Telefonisch erreichbar ist die Vereinsvorsitzende unter 02056/255327.

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