Klimaschutzpreis

Heiligenhauser Umweltinitiativen freuen sich über Ehrung

Die Mitglieder der beiden Preisträgerorganisationen, das Umweltbildungszentrum Heiligenhaus und der Verein für wissenschaftliche Naturschutzpatenschaften, freuen sich sehr über die Auszeichnungen des Energiekonzerns Innogy

Die Mitglieder der beiden Preisträgerorganisationen, das Umweltbildungszentrum Heiligenhaus und der Verein für wissenschaftliche Naturschutzpatenschaften, freuen sich sehr über die Auszeichnungen des Energiekonzerns Innogy

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Der Energiekonzern Innogy zeichnet besonderes Umweltengagement mit dem Klimaschutzpreis aus – so auch zwei Naturschutzinitiativen in Heiligenhaus.

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Das Thema Umweltschutz geht auch in Heiligenhaus alle an, aktives Engagement über das normale Maß hinaus aber zeigen nur wenige. Diese Menschen, diese Vereine, diese Initiativen und Organisationen in ihrem Tun zu bestärken und anzuerkennen ist – laut Innogy – Ziel des alljährlichen Klimaschutzpreises. Ein Heiligenhauser Verein wurde gleich mit zwei Projekten ausgezeichnet.

Professor Dr. Wolfgang Gerß stockt ein wenig die Stimme. „In Zeiten, in denen ,Klimaschutz’ zu einem politischen Schlagwort geworden ist, habe ich die Hoffnung, dass sich etwas ändern wird und Umweltschutz nicht mehr, wie früher, in die linke Ecke gedrängt wird, sondern alle aktiv etwas dafür tun“, erklärt der Begründer des Heiligenhauser Vereins für wissenschaftliche Naturschutzpatenschaften in einer kleinen Rede auf sehr emotionale Weise.

Maßnahmenprojekt rund um die Görscheider Wiese belegt den ersten Platz

Für gleich zwei Projekte ist der engagierte Verein (zwölf Mitglieder) von Innogy ausgezeichnet worden: Den ersten Platz belegt er mit einem Projekt, das Maßnahmen rund um die etwa 15 Hektar große Grünfläche „Görscheider Wiese“ durchführt. Das Gelände – Boden, Flora und Fauna – wird seit Jahren von Gerß und den anderen Vereinsexperten untersucht, derzeit wird nach Möglichkeiten gesucht, die Wiese ohne teure Pflegemaßnahmen nährstoffarm zu halten.

„Wir denken derzeit über eine Schafherde nach“, informiert der engagierte Naturschützer Gerß die Anwesenden, „daher können wir das Preisgeld gut gebrauchen.“ Mit 1500 Euro dotiert ist der erste Preis, der dritte Platz, für den Innogy 500 Euro auslobt, geht ebenfalls an den Verein für wissenschaftliche Naturschutzpatenschaften, genauer für dessen Forschungsmaßnahmen am Hofermühler Teich.

Hofermühler Teich soll genau untersucht und analysiert werden

„Ich denke, es gibt in Deutschland kaum ein Gebiet, das so gut erforscht ist wie die Hofermühle, einzige Ausnahme ist der ansässige Teich. Wir wollen dort die Organismen weitgehend untersuchen, unter anderem erfahren, ob eventuell welche aus den südlichen Länder eingewandert sind und wir werden uns die Umwelt-DNA genau ansehen“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende, Dr. Manfred Jensen.

Ebenfalls über eine Auszeichnung – den 2. Platz – freut sich das Umweltbildungszentrum Heiligenhaus, dessen Ziel es generell ist, jungen Menschen Natur näherzubringen, diese als etwas Schönes, Schützenswertes zu erleben. Das von Innogy geehrte Projekt hat sich als Ziel gesetzt, einen Überblick über Anzahl, Ausbauform und -zustand der Heiligenhauser Gewässer zu verschaffen.

Wasser ist eins der großen Zukunftsthemen beim Umweltschutz

„Solche Daten sind einfach wichtige Aussagen, auch für die Städteplanung“, weiß der Leiter des Umweltbildungszentrums, Hannes Johannsen. Heinz-Peter Schreven, Vorsitzender des Vereins „Umweltbildung in Heiligenhaus“ sieht das Thema „Wasser“ sowieso als eins der großen Zukunftsthemen. „Da das Umweltzentrum ja früher ein Wasserwerk war und der riesige Zwischenwasserbehälter nicht mehr aktiv ist, würde ich vorschlagen, diesen Bereich zu einem Wassermuseum umzufunktionieren und dort die gesamte Thematik rund um das Wasser als Teil der Umweltbildung anzusiedeln.“

Innogy weiß um die Kritik am Klimaschutzpreis

Insgesamt sechs Bewerbungen hatte es für den Klimaschutzpreis in Heiligenhaus gegeben, es ist das erste Jahr, dass sich die Stadt daran beteiligt. Dass gerade ein Energiekonzern einen solchen Klimaschutzpreis auslobt, halten viele Menschen – so weiß es Innogy-Kommunalmanager Frithjof Gerstner – für Hohn. „Man nimmt uns einfach nicht ab, dass das Thema für uns wichtig ist. Aber, wie schon gesagt, wir springen da nicht auf einen Trend auf, wir loben den Preis seit zehn Jahren aus. Wir Mitarbeiter sind eben auch nur Menschen und auch wir sehen uns als Gast einer Erde, die es zu schützen gilt.“

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