Tiere

Heiligenhauser Tierärztin warnt vor giftigen Mäuseködern

Vermutlich fressen die Katzen die Mäuse, die vorher das Gift zu sich genommen haben.

Vermutlich fressen die Katzen die Mäuse, die vorher das Gift zu sich genommen haben.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Schon wieder verstarb eine Katze in Heiligenhaus durch eine Vergiftung mit Mäuseködern. Tierärztin Anja Brune appelliert an Gartenbesitzer.

Manchmal kommt jede Hilfe zu spät: Vergeblich kämpfte die Heiligenhauser Tierärztin Anja Brune vor einigen Tagen um das Leben einer Katze. Mit Vergiftungssymptomen brachten die Besitzer sie vorbei, wenig später verstarb sie. Nun will Brune warnen: Denn ähnlich wie im vergangenen Oktober könnten wieder hochgiftige Mäuseköder Schuld daran sein, dass auch Haustiere um ihr Leben bangen müssen.

Grund ist Brune nach vermutlich der Wirkstoff Alpha-Chloralose, der in einigen Mäuseködern verwendet wird. „Es steht auch meist ein Verweis auf den Produkten, dass kein anderes Tier damit in Berührung kommen sollte“, so Brune weiter. Denn Katzen würden normalerweise keine Köder anrühren, „vermutlich haben sie das Gift dann über die Mäuse aufgenommen“, mutmaßt die Tierärztin. Und berichtet von tragischen Fällen aus dem letzten Jahr aus der Heide und der Unterilp, der diesjährige erste Fall geschah in der Wassermangel. In Form von Körnern oder als Pulver gibt es das Gift und es sei auch wasserlöslich. So könne es, vermutet Brune, auch zum Beispiel bei Regen auch in Gewässer gelangen.

Schnell handeln ist wichtig

Typische Symptome beschreibt Brune mit starkem Zittern, Krämpfen und einer hohen Berührungsempfindlichkeit, das Gift beschädigt das zentrale Nervensystem. „Außerdem speicheln die Tiere stark, ihnen wird es richtig übel gehen.“ Furchtbar sei dies mitanzusehen. Wer Symptome erkennt, sollte deswegen schnellstmöglich handeln und nicht erst abwarten. Dann könne den Tieren Sauerstoff zugeführt und Infusionen verabreicht werden. „Ein Medikament gegen das Gift gibt es nicht, aber man kann die Symptome behandeln“, so Brune. Und selbst da gebe es keine Garantie, dass das Tier es überlebt.

Und deswegen appelliert Brune: „Die Leute sollten bitte darüber nachdenken, was sie an Ködern auslegen und ob es für andere Tiere und die Umwelt auch schwere Schäden mit sich bringt. Da gibt es sicher bessere Methoden.“ Hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Heiligenhaus.

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