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Heiligenhauser Tierärztin gibt Tipps gegen Zecken

Foto: dpa

Bürger sollten für sich selbst und ihre Haustiere Vorsichtsmaßnahmen treffen, empfiehlt Dr. Anja Brune. Blutsauger können bereits unterwegs sein.

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Endlich ist der Frühling da – es sprießen aber derzeit nicht nur die Blüten, sondern auch Zecken kommen wieder zum Vorschein. Und das in Mannschaftsstärke. Denn: „Wenn es wieder warm wird, explodiert die Zahl der Zecken. Sie sind ganz ausgehungert und suchen einen Wirt“, erklärt die Heiligenhauser Tierärztin Dr. Anja Brune. Und da kommen beispielsweise Hunde als wandelndes Büffet gerade recht.

Das wiederum trifft so mache Hundebesitzer unvorbereitet, denn früher traten die Zecken eher erst im Frühsommer verstärkt auf. Doch aufgrund der Erderwärmung geben sich die gar nicht possierlichen Spinnentiere nun bereits in den Monaten März bis Mai im besonderen Maße ein Stelldichein. Und das kann sowohl für Tiere wie Hunde oder freilaufende Katzen als auch für Menschen richtig gefährlich werden, da Zecken tückische Krankheiten übertragen können.

Hunde jeden Tag absuchen

So empfiehlt die Tierärztin, Hunde jeden Tag auf Zecken abzusuchen. Und zwar auch dann, wenn der Vierbeiner ein Mittel gegen Zecken bekommen hat, wie Dr. Brune weiter ausführt: „Kein Präparat bietet einen absolut 100-prozentigen Schutz.“ Dennoch empfiehlt sie die Mittel gegen die kleinen Blutsauger. Als da wären: Anti-Zecken-Halsbänder oder Wirkstoffe, die auf den Nacken des Tieres aufgetragen werden. „Diese haben eine so genannte repellierende Wirkung, das heißt, sie schrecken Zecken über einen bestimmten Zeitraum ab.“

Auch bestimmte Tabletten eignen sich als vorbeugende Maßnahme gegen Zecken. Allerdings wirken diese Mittel erst, wenn die Parasiten bereits auf den Hund draufgegangen sind und sich angesaugt haben. Und das birgt ein kleines Risiko, wie die Veterinärmedizinerin ausführt: „Schon während des Saugvorgangs oder beim Erbrechen einer Zecke können ein paar wenige, dramatische Krankheiten übertragen werden.“ Jedoch kämen diese Erkrankungen eher nicht in der hiesigen Region vor, sondern – zumindest bislang – mehr in Bayern, Österreich oder Ungarn. Zumeist töte die Tablette die Parasiten aber auch früh genug ab.

Richtiges Entfernen

Wird allerdings eine Zecke entdeckt, sollte sie umgehend und ordnungsgemäß entfernt werden. „Dabei gilt es, die Zecke am besten mit einer Pinzette zu packen und schnell herauszuziehen“, führt Dr. Brune aus. Dies könne auch durch ruckartiges Ziehen erfolgen – muss also nicht, wie es früher immer hieß, durch drehende Bewegungen geschehen. „Wichtig ist auch, dass man die Zecke nicht zu lange drückt. Denn dann gerät sie in Stress und erbricht.“ Was dann wiederum Krankheiten wie Meningitis oder Borreliose übertragen könne. Und: „Eine Untersuchung im Kreis hat ergeben, dass jede dritte Zecke hier Borreliose-Erreger in sich hat.“

Bleibt beim Entfernen der Zecke beispielsweise ein Stück von dem Mundwerkzeug zurück, sei das aber nicht schlimm: „Das löst der Körper alleine, ähnlich wie bei Menschen, wenn ein Wespenstachel in der Haut bleibt. Dieser wird dann abgekapselt und eitert aus dem Körper“, so die Tierärztin. Die Zecke sollte auch auf jeden Fall fachgerecht „entsorgt“ werden – und nicht etwa in die Toilette geworfen werden, weil sie schwimmen könne. Möglich sei es, den Parasiten etwa in ein verschleißbares Marmeladenglas zu stecken, bis sie abstirbt, oder sie „Feuer zu bestatten“.

Auch ein sehr fester Druck könne die Zecke töten. Doch hier müsse man aufpassen, denn wenn sie doch nicht verendet sei, könne sie durch die gesamte Wohnung krabbeln. „Dann kann die Zecke auch auf Menschen gehen und schwere Krankheiten übertragen“, warnt Dr. Brune.

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