Coronakrise

Corona: Heiligenhauser Taxiunternehmen fahren ins Ungewisse

Taxifahrer Michael Hoscheid hält den Plexiglasschutz für eine sinnvolle Sache, fährt er doch viele Schwerkranke Menschen zu ihren Behandlungen.

Taxifahrer Michael Hoscheid hält den Plexiglasschutz für eine sinnvolle Sache, fährt er doch viele Schwerkranke Menschen zu ihren Behandlungen.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Taxiunternehmer sind auch in Heiligenhaus besonders von der Coronakrise betroffen. Nur eine Personengruppe nutzt noch regelmäßig deren Dienste.

„Privatleute fahren so gut wie gar nicht mehr, höchstens mal nach dem Einkaufen“, stellt Michael Hoscheid fest, der als selbstständiger Taxiunternehmer an die Heiligenhauser Taxizentrale angeschlossen ist. „Was noch viel ist, sind Fahrten zum Arzt oder Krankenfahrten, wo Patienten zur Dialyse oder zu Bestrahlungen gebracht werden. Fahrten von und zu Hotels oder dem Flughafen finden nicht statt. Abends und nachts ist nichts los, alle Gaststätten und Kneipen sind dicht, private Feiern finden auch nicht mehr statt.“ Ob und wie es weitergehen soll, steht auch für den Taxichauffeur in den Sternen.

Bei den meisten Fahrgästen ist das Coronavirus, das all diese massiven Eingriffe in das Alltagsleben verursacht hat, kein großes Gesprächsthema. „Wer zu den Behandlungen und Bestrahlungen gefahren wird, der hat selber sein Päckchen zu tragen“, weiß der erfahrene Chauffeur. „Die Kunden, die aus gesundheitlichen Gründen auf Taxifahrten angewiesen sind, sind sehr dankbar, dass wir noch unterwegs sind.“

Fahrgastraum durch Plexiglasscheibe getrennt

Da ist es selbstverständlich, dass die Hygienemaßnahmen eingehalten und dass gerade die besonders empfindlichen Passagiere vor einer Ansteckung mit dem unsichtbaren Erreger geschützt werden. Der Fond der Fahrzeuge ist durch eine Plexiglasscheibe vom Fahrersitz abgetrennt, der Beifahrersitz darf nicht benutzt werden, da gibt es einen unübersehbaren Hinweis auf der Seitenscheibe.

Fahrgäste müssen auf Rückbank Platz nehmen

Die Fahrgäste müssen hinten einsteigen, es ist auch nur eine Person erlaubt. Bar bezahlt wird am geöffneten Kofferraum: „Der Kunde legt das Geld auf einer Seite, ich lege auf der anderen Seite das Wechselgeld hin, das ich anschließend desinfiziere. Bevor der große Ansturm losging, konnte ich mich glücklicherweise mit einer größeren Menge Desinfektionsmittel und Handschuhen eindecken. Nach einem Fahrgastwechsel wird der Innenraum mit einen Spray behandelt, abends erfolgt eine Grundreinigung.“

Die Zahl der eingesetzten Droschken ist unterschiedlich: „Das wird je nach Bedarf verringert oder aufgestockt. Klaus Wohlgefahrt, der Inhaber der Heiligenhauser Taxizentrale, ist flexibel und fährt auch selber“, erläutert Michael Hoscheid.

Nur noch ein Viertel der normalen Einnahmen

Der Umsatzverlust durch die verschärften Schutzmaßnahmen vor der Pandemie ist enorm. „Wir haben nur noch 25 bis 30 Prozent der Einnahmen gegenüber normalen Zeiten“, beklagt Kleinunternehmer Hoscheid den Einbruch im Taxigewerbe.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte vollmundig eine großzügige Unterstützung aller Betroffenen an. Die Bandbreite soll „vom kleinsten Taxifahrer über die Kreativwirtschaft bis hin zu richtig großen Unternehmen“ reichen. „Das Versprechen ist sehr gut“, freut sich Hoscheid über das Hilfsangebot. Gleichzeitig ist er ein bisschen enttäuscht: „Ich habe noch nichts im Internet gefunden, wo ich entsprechende Anträge ausfüllen kann.“

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