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Heiligenhauser Nachwuchskickerinnen lieben das Leder

Von ihrem Trainer Maic di Felice können die Nachwuchskickerinnen der SSVg Heiligenhaus noch eine Menge lernen, zum Beispiel die perfekte Schusstechnik.

Von ihrem Trainer Maic di Felice können die Nachwuchskickerinnen der SSVg Heiligenhaus noch eine Menge lernen, zum Beispiel die perfekte Schusstechnik.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Mit der neuen Mädchenfußballmannschaft hat die SSVg Heiligenhaus voll ins Schwarze getroffen: Die Kickerinnen wollen lange am Ball bleiben.

Konzentriert werden die Fußbälle hin- und hergespielt, gestoppt, geschossen. Es wird gefoppt, gekichert und viel gelaufen. Auf dem Fußballplatz am Sportfeld trainieren aber keine Jungs, sondern die jüngste und noch neue Mädchenfußballmannschaft der SSVg Heiligenhaus. Und die will langfristig und erfolgreich am Ball bleiben.

Die Mädchen sind neun, zehn oder elf Jahre alt, „aus den Jahrgängen 2009 und 2010“, erklärt Trainer Maic Di Felice, der von Gruppe zu Gruppe eilt, hier lobt und dort nochmal die Feinheiten der Übungen erklärt. „Nimm die Hände aus den Taschen!“, mahnt er augenzwinkernd und erzählt, wie die Truppe im September 2019 zustande kam: „Eine Mädchen-C-Jugend-Mannschaft gibt es schon länger, die ist auch wirklich gut. Aber ich wollte gerne auch noch jüngeren Mädchen die Möglichkeit geben, Fußball zu spielen.“ Eigentlich sei die Gruppe als Spaßtruppe gedacht gewesen, „aber das kann ich jetzt abhaken“, schmunzelt Di Felice, dessen Tochter auch mitspielt. „Denn jetzt entwickeln die Mädels richtig Ehrgeiz, deswegen werde ich das Team für die nächste Saison wohl zu den Meisterschaften anmelden“.

Mädchenteam ist richtig engagiert

Er freut sich über das große Engagement der meist elf bis zwölf Mädchen, die zweimal pro Woche zum Training kommen und jetzt in Dreiergruppen zusammenspielen.„Nicht stehenbleiben, nachdem Ihr geschossen habt“, bekommen Hannah und Samantha gerade einen Tipp von Selma, die als Co-Trainerin mitmacht und in der C-Jugend spielt. Obwohl es viele Parallelen zu den gleichaltrigen männlichen Teams gibt, erkennt Maic Di Felice doch einige gravierende Verhaltensunterschiede: „Wenn eine verletzt ist, hören alle auf zu spielen und gehen vom Feld, da kann man einfach nichts machen“, erzählt er und zuckt grinsend mit den Schultern.

Mädchen sind netter zueinander als Jungen

Und: Allgemein gehe es beim Training etwas lockerer zu, dennoch aber sehr diszipliniert. Dann fällt dem Trainer noch etwas ein. „Die Mädels sind allgemein netter zueinander als Jungs.“ Das bestätigen auch die Spielerinnen - und sehen diesen Punkt als großen Vorteil. „Mit Mädchen kann man besser reden“, findet Mila, die früher auch schon in einem Jungsteam gespielt hat. Sie freut sich, beim Training Freundinnen zu treffen, hat aber auch zuhause fachkundige Ansprechpartner zum Thema Fußball - Mama, Papa und Bruder haben Fußball gespielt oder tun das noch immer. Übrigens trainiert zeitgleich auch eine F-Jugend-Jungenmannschaft, in der gleich mehrere kleine Brüder spielen. „So hab ich überhaupt erst gemerkt, dass es ein Mädchenteam gibt“, erzählt Charlotte.„Ich habe beim Training meines Bruders am Rand gesessen und Englisch gelernt. Da hab ich die anderen gesehen und einfach entschlossen mitzuspielen!“ Zuhause kann es übrigens bei den Geschwistern gleich weitergehen: „Wir haben ein Tor im Garten stehen“, sagt Charlotte stolz

Verletzungen gehören dazu

Die gleiche Übungsmöglichkeit hat Divya bei ihrem Cousin, sie kann außerdem schon auf ihre erste Fußballverletzung zurückblicken: „Das war eine aufgeplatzte Lippe. Aber das war nicht so schlimm, Fußballspielen macht trotzdem einfach total viel Spaß.“ Die Mädels schieben jetzt die Tore für weitere Übungen und ein Spiel zurecht, die erste Hälfte des Training ist wie im Fluge vergangen. „Wenn eine schießt, gehe ich in Deckung, sie werden von Woche zu Woche besser“, lobt Di Felice die Fortschritte seines Teams. Das erste kleine interne Vereinsturnier - ausschließlich gegen Jungs - haben die Mädchen schon hinter sich. Und viele glorreiche Siege stehen hoffentlich noch bevor.

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