Umweltbildung

Heiligenhauser Kinder entdecken in den Ferien die Natur

Jonas, Max, Michel, Valentin und Greta, v.l., planschen im Strohpool. Die Kinder lieben es, beim Entdeckercamp in der Natur zu sein.

Jonas, Max, Michel, Valentin und Greta, v.l., planschen im Strohpool. Die Kinder lieben es, beim Entdeckercamp in der Natur zu sein.

Foto: Uwe Möller

Im Pool aus Stroh baden, eine Schlammschlacht machen, mit Holz werkeln: Das Entdeckercamp im Umweltbildungszentrum ist ein Kinderparadies.

Emil steht an der Standbohrmaschine und bohrt konzentriert Loch um Loch in ein großes Stück Holz. Der Drittklässler gibt sich viel Mühe, denn seine Arbeit soll schließlich mal ein Hotel werden – für Wildbienen. „Ich habe davor schon eins gemacht“, berichtet Emil, der in dieser Woche mit 31 anderen Kindern das Entdeckercamp am Umweltbildungszentrum besucht.

Die Wildbienenhotelwerkstatt war dabei einer der absoluten Renner, manche Kinder konnten gar nicht genug bekommen. Was letztendlich allen Heiligenhausern zugute kommen wird, denn „die fertigen Hotels werden wir am Waldmuseum am Zaun aufhängen. Da kann sich dann jeder Heiligenhauser eins kostenlos mitnehmen“, berichtet Förster Hannes Johannsen, der mit einem Helferteam das Camp leitet. Acht Betreuer und vier Nachwuchspraktikanten kümmern sich um die Sechs- bis Zehnjährigen, die viel Zeit in der Natur verbringen und möglichst viel selber machen sollen.

Förstersuppe und Schlammschlacht

„Wenn sie Fußball spielen möchten, müssen sie sich eben erst einmal ein Tor bauen“, erzählt Johannsen lächelnd und zeigt dann den größten Eigenbau der Woche, den „Strohballenpool für Eisbären“, wie ein Schild verkündet. „Gestern stand da noch „für Koalabären“ dran, wir haben das heute dem Wetter angepasst“, erklärt Hannes Johannsen.

Strohballen im Kreis anordnen, einen Spanngurt drumherum wickeln, eine Plane reinlegen und dann noch Wasser drauf – fertig war der Pool. Selbstgemacht wird übrigens auch das Mittagessen, „ich habe mir dabei zweimal in den Finger geschnitten“, erzählt Zoë. Die Nudeln mit Tomatensoße haben der baldigen Zweitklässlerin aber dann auch hervorragend geschmeckt.

Wasserschlacht nach der Schlammschlacht

An einem anderen Tag gab es Förstersuppe: „Die haben wir so genannt, weil da das Fleisch von einem von mir geschossenen Reh hineinkam“, so Johannsen. So war dann auch der Anlass gegeben, sich über das Schießen von Wild zu unterhalten und über die Schäden, die Rehe anrichten können, wenn es zu viele von ihnen gibt.

Während Johannsen erzählt, bricht auf der Fläche auf dem UBZ großes Geschrei und Gelächter aus. Sechs im wahrsten Sinne des Wortes von kopf bis Fuß mit schlamm bespritzte Jungs lassen sich mit dem Wasserschlauch abspritzen. „Einer ist ausgerutscht und im Schlamm gelandet. Erst haben die anderen gelacht, dann wollten sie auch drin liegen“, erzählt Camphelfer Marvin Rzok schmunzelnd. Unter seiner Anleitung haben die Kinder ein weiteres Meisterwerk fertiggestellt: den Sonnenofen, der mithilfe einer Rettungsdecke Sonnenenergie bündelt. „Darin haben die Kinder mir einen Tee gekocht, der auch richtig heiß geworden ist“, freut sich Hannes Johannsen. Und ist gespannt, was sich die Campkinder in der nächsten Woche ausdenken.

>>> Eigenen Pflaumenmus gekocht

  • Auch der Erste Beigeordnete und Kämmerer Björn Kerkmann besuchte am Freitag das Sommercamp und ließ sich von Förster Hannes Johannsen und Heinz-Peter Schreven das Konzept des Camps und des Umweltbildungszentrums erklären.
  • Eine schmackhafte Erinnerung an die Ferienwoche konnten sich die Teilnehmer mit nach Hause nehmen. Die selbstgepflückten Pflaumen wurden gemeinsam entsteint, kleingeschnitten und zu einem leckeren Pflaumenmus gekocht.
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