Handel

Heiligenhauser Innenstadt soll für Kunden attraktiv bleiben

In Heiligenhaus kann man nicht nur auf der Hauptstraße einkaufen, sondern irgendwann auch im Nahversorgungszentrum.

Foto: Heinz-Werner Rieck

In Heiligenhaus kann man nicht nur auf der Hauptstraße einkaufen, sondern irgendwann auch im Nahversorgungszentrum. Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Auch nach dem Bau des Nahversorgungszentrums soll die Hauptstraße Bürger und Kunden anziehen. Arbeitskreis Handel begrüßt den Bau bei Hitzbleck.

Bis das Nahversorgungszentrum auf dem Hitzbleck-Gelände eröffnet, dürfte es noch bis Herbst 2019 dauern. Dennoch wirft das Projekt seine Schatten voraus. Das Thema (öffentlicher) Parkraum und eine mögliche Erweiterung durch Fitnessstudio und Gastronomie nach dem Aus der Stadtpforte sind intensiv in der Politik diskutiert worden, weitere Debatten dürften folgen. Eine Rolle spielt auch die Verträglichkeit von Einzelhandel in der Innenstadt und Shopping-Center.

Annelie Heinisch, Sprecherin des Stadtmarketing-Arbeitskreises Handel, sieht das Nahversorgungszentrum grundsätzlich positiv. „Das Projekt auf dem Hitzbleck-Gelände ist viel besser angenommen worden, weil es, anders als das gescheiterte Einkaufszentrum bei Kiekert, viel stärker an die Innenstadt angebunden sein wird.“

Heinisch geht davon aus, dass so auch Kunden des Shopping-Centers den Weg in die Innenstadt finden werden und umgekehrt. „Wir brauchen das Nahversorgungszentrum als Gegenpol zu Real und Grün-Selbeck.“ Heinisch hatte sich zuletzt auch für ein Parkraumkonzept für die Innenstadt ausgesprochen, damit Kunden künftig keine zu weiten Wege haben.

Anderer Branchenmix

Eine Bereicherung für die Innenstadt könne das Center aber nur sein, „wenn dort Branchen einziehen, die mit der Hauptstraße verträglich sind.“ Wie ein Nebeneinander von Center und City aussehen könnte, will der Arbeitskreis auch bald mit der IHK besprechen. Heinisch hat auch mit Wirtschaftsförderer Peter Parnow Kontakt aufgenommen. Er verweist ebenfalls auf die Vereinbarung, dass der Branchenmix im Shopping-Center innenstadtverträglich sein soll. „Ziel ist es, die Innenstadt zu stärken.“

Sorgen um die Attraktivität der City macht sich der Wirtschaftsförderer nicht. Das geplante Projekt am ehemaligen Haus der Kirche mit Gastronomie, Handel und Büros solle beispielsweise ein weiterer Anziehungspunkt werden. Auch der Umbau der Hauptstraße habe die Aufenthaltsqualität im Kernbereich von Kirche zu Kirche schon deutlich gesteigert.

Geschäftsleute geben auf wegen der Baustelle

Das findet auch Annelie Heinisch. Dass einige Händler dabei auf der Strecke geblieben seien, findet sie jedoch bedauerlich. 2016 hatte der Tierfachhandel Hund Katze Maus dicht gemacht. Der Kleine Spielzeugladen an der unteren Hauptstraße will im Frühjahr schließen – ebenso wie das Kleine Leute Land am Kirchplatz. Dort verkauft Alexandra Klaube seit 2015 Kinder-Kleidung und -spielwaren. „Gerade im Bereich Second-Hand-Kleidung ist es wegen des Internets nicht leicht. Aber vorher lief es hier eigentlich ganz gut. Doch die Baustelle hat mir das Genick gebrochen“, sagt Klaube, die viele Kunden aus Nachbarstädten hatte. Nachdem ihr Laden durch weniger Parkplätze vor der Tür und Baustellenabsperrungen nicht mehr so gut erreichbar war, hätten sich diese Kunden umorientiert.

Dass das Nahversorgungszentrum die Innenstadt beleben wird, glaubt Klaube nicht. „Das Shopping-Center wird noch mehr Leute aus der Innenstadt herausziehen.“

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