Juniorwahl

Heiligenhauser Gesamtschüler proben schon mal den Wahlgang

Auch Florian (14) gab am Donnerstag bei der Juniorwahl im Forum der Gesamtschule Heiligenhaus seine Stimme ab

Auch Florian (14) gab am Donnerstag bei der Juniorwahl im Forum der Gesamtschule Heiligenhaus seine Stimme ab

Foto: Ulrich Bangert

Heiligenhaus.   Bei der Juniorwahl waren mehr als 250 Jugendliche zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Ergebnisse werden am Sonntag veröffentlicht.

Während viele Erwachsene mit dem Wahlgang noch bis Sonntag warten, haben einige Schüler der Gesamtschule ihren Urnengang schon hinter sich. Mehr als 250 von ihnen nehmen teil am Projekt Juniorwahl: Dabei wird an der Schule ein eigener Wahlgang mit eigenem Abstimmungsergebnis organisiert. „So sollen die Schüler frühzeitig am Demokratieprozess teilnehmen und sich mit Politik und den Abläufen einer Wahl vertraut machen“, erklärt Lehrerin Stephanie Bucher. Am Projekt nehmen die Jahrgangsstufe 9 und die Sozialwissenschaftskurse der Oberstufe teil.

Vorbereitet durch den Unterricht

Damit die Jugendlichen aber nicht bloß einfach irgendeine Stimme abgeben, wurde der Wahlgang natürlich auch inhaltlich im Unterricht vorbereitet, sagt Bucher: „Wir haben Referate zu verschiedenen Themen vorbereitet, beispielsweise, wie sich der Bundestag zusammensetzt, was Erst- und Zweitstimmen und welche Partei mit welchem Wahlprogramm antritt.“

So gut vorbereitet haben die Oberstufenschüler schon vergangene Woche gewählt, die Neuntklässler waren am Donnerstag an der Reihe. „Das Forum der Schule dient als unser Wahllokal“, sagt Bucher. Vier Oberstufenschüler bilden dabei eine echte Wahlkommission.

Als Florian (14) zur Wahl schreitet, muss er ganz standesgemäß Ausweis und Wahlkarte vorzeigen, sein Name wird im Wählerverzeichnis abgehakt. Nach kurzer Zeit kommt Florian wieder aus einer der zwei Wahlkabinen, die im Forum stehen. Dann lässt er seinen Stimmzettel – die übrigens wie echte Stimmzettel aussehen, nur etwas kleiner sind – in die Urne fallen.

Max weiß genau, warum er später wählen gehen wird

Warum er an der Juniorwahl teilnimmt, das weiß Florian genau: „In echt dürfen wir das ja noch nicht und es ist auf jeden Fall sehr interessant, das auszuprobieren.“ Zuhause rede er mit seinen Eltern ab und zu schon mal über Politik, sagt er. Zwar habe er im Unterricht neue Anregungen erhalten, dennoch hat er seine Meinung dadurch nicht geändert und die Partei gewählt, die auch seine Eltern wählen. Welche das ist, wird natürlich nicht verraten.

Auch Max (14), der nach Florian, seine Stimme abgibt, findet es wichtig, früh etwas über Wahlen und Politik zu erfahren. „So kann man mitentscheiden und verhindern, dass extremistische Parteien die Macht erhalten.“

Juniorwahl soll wieder stattfinden

Die Schüler könnten aber auch von ihrem recht Gebrauch machen, nicht wählen zu gehen, betont Stephanie Bucher. „Das ist wie im späteren Leben auch. Es geht aber auch darum, schon mal die Hemmschwelle vor dem Urnengang zu senken und zu begreifen, das Wählen ein Privileg ist.“ Die Jugend, da ist sich Bucher sicher, sei auf jeden Fall politisch weit interessierter, als viele denken.

Deshalb soll die Juniorwahl an der Schule bei der nächsten Gelegenheit auch erneut stattfinden. „Wir wollen sie ins Curriculum der Fächer Gesellschaftslehre und Sozialwissenschaften aufnehmen.“ Bei der nächsten Bundestagswahl dürften also wieder Gesamtschüler an der Wahlurne stehen. Diejenigen, die dieses Mal teilgenommen haben, werden dann schon regulär wählen dürfen.

>>> FAST EINE MILLION SCHÜLER NEHMEN TEIL

  • An der Juniorwahl nehmen bundesweit rund eine Million Schüler an mehr als 3400 Schulen teil.
  • Die Aktion wird seit dem Jahr 1999 zu allen Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen organisiert.
  • Das Wahlergebnis der Junioren wird erst am Tag der Bundestagswahl am 24. September veröffentlicht.
  • Das wird um 18 Uhr parallel zu den ersten Hochrechnungen passieren.

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