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Heiligenhauser Flieger grüßen die Sonne Namibias

Dominik Sutara (von links), Kevin Holota und Hartmut Stadermann zeigen anhand einer Flugkarte, wo sie in Namibia mit dem Segelflugzeug unterwegs waren.

Dominik Sutara (von links), Kevin Holota und Hartmut Stadermann zeigen anhand einer Flugkarte, wo sie in Namibia mit dem Segelflugzeug unterwegs waren.

Foto: Ulrich Bangert

Heiligenhaus/Namibia.   Dominik Sutara, Kevin Holata und Hartmut Stadermann begannen das Segeljahr dieses Mal in Afrika. Eine spannende und nicht ganz einfache Reise.

Wenn das Wetter mitspielt, startet beim Sportflug Niederberg die Segelflugsaison immer rund um Ostern. Für Hartmut Stadermann, Dominik Sutara und Kevin Holota begann die Saison bereits im Januar, allerdings nicht über dem Meiersberg, sondern am anderen Ende der Welt. „Die Umgebung von Bitterwasser in Namibia im südlichen Afrika ist ein sehr gutes Segelfluggebiet, ein wahres Eldorado für deutsche Segelflieger“, schildert Hartmut Stadermann.

Im vergangenen Jahr wurde die Reise beschlossen. „Das macht man nicht mal so eben, das kostet viel Geld und eine Menge Vorbereitung“, so Kevin Holota. Das fängt damit an, dass die Segelflugzeuge mit einem Anhänger nach Karlsruhe gebracht werden. „Da ist ein Sammelplatz, wo auch andere Enthusiasten mit ihren Flugzeugen ankommen. Die werden zerlegt und in einem Container verladen, der rheinabwärts bis Rotterdam schwimmt, auf einem Hochseeschiff umgeladen und in Afrika per Lkw bis Bitterwasser gebracht wird.“

Lange Strecken von 1000 Kilometern geflogen

Bei den Segelflugbedingungen in dem Land, das bis vor 100 Jahren eine deutsche Kolonie war, geraten die drei Hobbyflieger ins Schwärmen. „ Die Thermik dort ist sehr stark, bis zu vier Meter geht es dort in der Sekunde aufwärts. Hier sind es höchstens zweieinhalb bis drei Meter. Die Wolkenuntergrenze liegt in Südafrika bei 5000 Meter, in Deutschland bei 2500 Meter, wenn es gut geht.“

So stiegen die Heiligenhauser locker an die 5000 Meter-Grenze auf. „Ab 3000 Meter tragen wir Nasenkanülen wie im Krankenhaus, die uns über ein Dosiergerät höhenabhängig mit Sauerstoff versorgen“, schildert Kevin Holota. Mehrmals wurden so Flüge von 1000 Kilometern über einer abwechslungsreichen und interessanten Landschaft an der Grenze zur Namib- und Kalahariwüste absolviert.

Aasgeier begleiten die Flieger

Gebirgszüge wechselten sich mit Steppen ab, die Luftabenteurer erlebten bunte Regenbögen zwischen den Wolken. „Der Regen kommt aber nicht am Boden an, bei Temperaturen von 35 bis 38 Grad ist das Wasser vorher verdunstet.“ Allerdings herrschen in einer Höhe von 4000 Meter eisige null Grad.

Von der grandiosen Tierwelt am Boden bekamen die Flieger in den großen Höhen nichts mit, bis auf Aasgeier. „Die nutzen die Thermik aus, wo sie kreisen geht es aufwärts, hier zeigen uns Bussarde die warmen Aufwinde an.“ Für die namibischen Behörden reichte die deutsche Fluglizenz aus, allerdings mussten sie einen Nachweis über englische Sprachkenntnisse erbringen. Um auch auf dem Boden mobil zu sein, wurde ein Auto angemietet. Umso so überraschter waren die Drei, als sie darin eine CD mit Liedern von Helene Fischer fanden – ein Stück Heimat weit, weit weg.

>>> INFOS ZUM VEREIN

  • Beim Sportflug Niederberg kann man nicht nur selber lernen, zu segeln und zu fliegen, sondern der Verein bietet auch immer Rundflüge an.
  • Infos zu Flugscheinen oder Rundflügen gibt es beim Verein vor Ort am Meiersberg oder auf der Homepage unter sportflug-niederberg.de.

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