Bergbau

Heiligenhauser Bergmannsampel soll weiter leuchten

Die beiden Ratsherren Ingmar Janssen (links) und Reiner Klinger sind Fans der Bergmannsampel. Sie kämpfen für ihren Erhalt in Heiligenhaus.

Die beiden Ratsherren Ingmar Janssen (links) und Reiner Klinger sind Fans der Bergmannsampel. Sie kämpfen für ihren Erhalt in Heiligenhaus.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.  Irrtümlich stellte eine Firma eine Ampel mit Bergmannsmännchen an der Rheinlandstraße auf. Sie soll wieder abgebaut werden. Es gibt Widerstand.

Jendrik drückt auf den orangefarbenen Knopf, die Fußgängerampel vor der St.-Ludgerus-Kirche springt auf grün. „Lustig ist der“, schwärmt der Siebenjährige, lacht und zeigt auf das grün aufleuchtende, laufende Männchen, „der hat ja eine Laterne in der Hand.“ Seine kleine Schwester Janneke nickt eifrig, mittlerweile zeigt die Ampel rot und auch dort erscheint das kleine Kerlchen; jetzt steht es und wartet. „Ja, das sieht ganz schön aus, viel schöner als die anderen Ampeln. Die sind sooo langweilig.“ Diese Bergmannsampel soll aber wieder verschwinden. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Ampelmännchen hat sich nach Heiligenhaus verirrt – und niemand weiß, warum

Dass die ungewöhnliche Ampel mit den Bergmännchen und den Grubenlaternen in der Hand überhaupt nach Heiligenhaus gelangen konnte, ist laut der Stadt ein Versehen. Eigentlich ist sie mit ihrem Symbolcharakter für das Ruhrgebiet bestimmt und solle nun wieder abmontiert werden, sagte Tiefbauamtsleiter Michael Krahl der WAZ. Doch viele Heiligenhauser wollen die beiden verirrten Kerlchen nicht wieder einfach so gehen lassen. „Die sollten definitiv bleiben! Mega cool“, schreibt eine WAZ-Leserin bei Facebook. Und ein andere meint: „Dran lassen! Sind klasse!“

Auch Heiligenhaus hat eine Bergbauvergangenheit

Der Heiligenhauser SPD-Vorsitzende Ingmar Janssen outet sich ebenfalls als Fan. „Diese besondere Ampel muss unbedingt in Heiligenhaus bleiben“, findet der Sozialdemokrat und verweist darauf, dass das Grubenmännchen nicht nur im Ruhrgebiet eine Berechtigung habe: „Auch hier bei uns hat es mal den Bergbau gegeben, das wissen nur viele einfach nicht.“

Einer, der sich damit auskennt, ist SPD-Ratsherr Reiner Klinger. „Um 1880 gab es einen regelrechten Blei-Boom, man hat überall danach gesucht und so wurde 1887 die Bleizeche Thalburg eröffnet. Die Grube wurde 1902 nach nur 15 Jahren geschlossen“, weiß der Klinger, der sich vor Ort ein Bild von der Ampel machen möchte und das – als Zeichen der Solidarität – in Bergmannskleidung, stilecht mit Grubenlampe, Pannschüppe und Keilhaue. „Wir haben lange um diese neue Ampel gekämpft“, weiß auch Silvia Kuna, die Mutter von Jendrik und Janneke. „Jetzt steht sie da und zeigt zufällig die kleinen Männchen, das ist doch toll. Ich finde sie richtig schön und abgesehen davon, will ich nicht wissen, was es wieder kostet, sie auszutauschen.“

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