Weltkindertag

Heiligenhaus wird laut für weltweite Kinderrechte trommeln

Organisatorin Melanie Rohde (links) freut sich mit weiteren Teammitgliedern und Kooperationspartnern auf den – hoffentlich lauten – Trommelzug für Kinderrechte durch die Innenstadt.

Organisatorin Melanie Rohde (links) freut sich mit weiteren Teammitgliedern und Kooperationspartnern auf den – hoffentlich lauten – Trommelzug für Kinderrechte durch die Innenstadt.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.  Den Weltkindertag feiert Heiligenhaus diesmal zwar verspätet, aber umso lauter. Mit einem Trommelzug beginnt den Aktionstag am 26. September.

Diese Demonstration hat in Heiligenhaus längst Tradition – doch diesmal soll der Marsch durch die Innenstadt noch lauter und auffälliger werden als jemals zuvor. Anlass ist nämlich der internationale Weltkindertag. Er macht darauf aufmerksam, dass vor 30 Jahren die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention verabschiedet haben. Dieser runde Jahrestag wird in Heiligenhaus nun groß gefeiert – und dabei wird einiges anders gemacht als in den Vorjahren.

„Wir feiern den Weltkindertag noch länger als sonst“, sagt Melanie Rohde und lacht. Denn als Organisatorin weiß die Jugendgerichtshelferin, dass der eigentliche Jahrestag (20. September) bereits vorbei ist, wenn in der Stadt am 26. September die Aktionen beginnen. Ein Grund dafür ist, dass der Liedermacher Herr H mit seinem Mitmachkonzert nicht am eigentlich Kindertag auftreten konnte. Verzichten wollten die Organisatoren aus den Fachbereichen Jugend und Kultur aber keinesfalls auf dieses Konzert, da es als „Belohnung“ für alle Aktionsteilnehmer gedacht ist. „Wir wollen diesmal ganz laut werden“, sagt Rohde und freut sich bereits auf den großen Trommelzug für Kinderrechte, der um 14 Uhr am Rathaus beginnt und durch die City zum Gymnasium führt, wo um 15 Uhr das Konzert beginnt.

Kooperationspartner bieten Info-Stände an

Dort warten jedoch nicht nur der Liedermacher, sondern auch die Informationsstände zahlreicher Kooperationspartner. Diese richten sich vor allem an Jugendliche und Erwachsene und sind angelehnt an die in der Kinderrechtskonvention aufgeführten zehn Rechte, etwa auf Gleichbehandlung, Gesundheit, Freizeit, gewaltfreie Erziehung, Schutz vor Krieg oder sexuelle Ausbeutung.

„Diese Kinderrechte knüpfen an die Arbeit des Jugendamts an“, weiß der zuständige Geschäftsbereichsleiter Thomas Langmesser. „Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket sind wir schon einen guten Schritt in die richtige Richtung gegangen, aber wir sind noch weit entfernt davon, allen Kindern gleiche Bildungschancen unabhängig von der Herkunft zu bieten.“ Zumal diese Rechte nicht nur in Deutschland gelten, sondern international in fast 200 Staaten, die die Konvention unterzeichnet haben.

Die Aktionen verfolgen gleich mehrere Ziele

Das städtische Organisationsteam und seine Kooperationspartner verfolgen durch die Aktionen gleich mehrere Ziele: „Wir wollen Kindern bewusst machen, dass sie Rechte haben“, sagt Stephanie Dellit, Leiterin der Jugendpflege. Daher würden an jedem Stand „kindgerechte, altersgerechte Broschüren in verschiedenen Sprachen“ ausliegen. Dabei gehe es auch um ganz Grundsätzliches, betont Logopädin Birgit Schlenker. „Behinderte Kinder haben oft Probleme, sich auszudrücken“, hätten aber auch das Recht, ihre eigene Meinung in Bild, Wort und Schrift zu äußern. Dafür müssten sie natürlich atmen, schlucken und sprechen können. Wie man diese Funktionen aufbaut und erhält, erfährt man am Weltkindertag etwa am Stand der Sprachtherapiepraxis Kempe – und wie man mit Sprachcomputern und Bildtafeln auch Bildungschancen erhöht.

Aufgeklärt werden aber auch Erwachsene über die Kinderrechte – und dabei helfen unter anderem die Bücherei, der Club, der Jugendrat, Unicef, die Kindertagespflege, die Gleichstellungsbeauftragte oder der Verein für Behinderte, Promobil.

Kindergärten bereiten sich bereits fleißig vor

Viele Köpfe drehen wird sicherlich die Demonstration mit zahlreichen Trommeln, mit der der Aktionstag beginnt. Einige Kindergärten basteln schon fleißig an den lauten Instrumenten, damit die Demonstranten ja nicht überhört werden. „Jedes Kind und jede Familie kann mit uns trommeln“, sagt Melanie Rohde. Sie ist überzeugt davon, ebenso wie das restliche Team, dass der Weltkindertag in Heiligenhaus wieder gebührend gefeiert wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben