Polizei

Heiligenhaus: Wachleiterin setzt besonders auf Bürgernähe

Wachleiterin Patrica Aillaud ist Bürgernähe besonders wichtig. Daher freut sie sich, dass neuerdings im Bürgerbüro eine Anlaufstelle der Polizei eingerichtet ist, während die Polizeiwache modernisiert wird.

Wachleiterin Patrica Aillaud ist Bürgernähe besonders wichtig. Daher freut sie sich, dass neuerdings im Bürgerbüro eine Anlaufstelle der Polizei eingerichtet ist, während die Polizeiwache modernisiert wird.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.  Hauptkommissarin Patricia Aillaud leitet seit Sommer die Heiligenhauser Wache. So sehen ihre erste Zwischenbilanz und ihre Pläne für Heljens aus.

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Hauptkommissarin Patricia Aillaud hat im Juni die Leitung der Heiligenhauser Polizeiwache übernommen. Ihr Amtsantritt fiel durch den Umbau der Wache in der früheren Kiekert-Villa in eine turbulente Zeit. „Unser Umzug hat gut funktioniert“, sagt die 45-Jährige jetzt, rund ein halbes Jahr später, über das Großprojekt. Die Bezirkspolizisten sind mit der neuen Chefin in die Velberter Polizeiwache gezogen, während das Verkehrskommissariat nun im Heiligenhauser Rathaus ist. Besonders wichtig ist Aillaud aber auch noch etwas.

Polizei ist auch im Bürgerbüro erreichbar

So ist die Polizei seit Sommer im Bürgerbüro erreichbar. „Das ist das Optimum“, sagt die Wachleiterin, „ich bin sehr froh, dass es diesen Anlaufpunkt gibt.“ Ohnehin ist bislang in Heiligenhaus für die Leverkusenerin in ihren ersten Monaten vieles gut gelaufen. Doch sie hat in der Stadt noch einiges vor – und das soll Kriminellen ganz und gar nicht gefallen.

„Das Verbrechen ruht nie“, weiß die Hauptkommissarin, daher hat sie sich vorgenommen, das Sicherheitsgefühl der Heiligenhauser zu erhöhen. Deshalb hat sie sich – ebenso wie ihr Vorgänger Heinrich Röhr – dafür stark gemacht, dass die Polizei und die Stadt Heiligenhaus enger zusammenarbeiten. So ist sie bereits im Sommer mit der Stadtwacht und dem Ordnungsamt auf gemeinsamen Patrouillen gewesen. Doch auch alleine ist Aillaud als Wachleiterin in Heiligenhaus unterwegs: „Ich will gesehen werden und ansprechbar sein“ – und das gleiche gelte für die Bezirkspolizisten, die ihr unterstellt sind. Während andere Beamte in Heiligenhaus bereits einen Respektverlust gegenüber der Polizei beklagen, habe die Chefin noch in Heljens noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ganz im Gegenteil: „Überall werde ich herzlich aufgenommen und freundlich empfangen. Ich fühle mich hier wohl.“ Und eingeladen wird sie derzeit häufig, um etwa bei Vereinen oder Parteien über die Sicherheitslage zu referieren.

Schutz von Senioren vor Betrügern hat hohen Stellenwert

Damit der Wohlfühlfaktor für die Heiligenhauser ebenso groß ist, will die Hauptkommissarin gegen Verbrecher „immer wieder Nadelstiche setzen“. Zwar sei in der Stadt – verglichen mit Velbert, Ratingen oder gar Ruhrgebietsstädten – „die Welt noch in Ordnung“. Die Kriminalstatistik der Kreispolizei führe Heiligenhaus längst nicht an, aber „auch hier gibt es Drogenhandel und Gewaltverbrechen, und die möchten wir verfolgen, wenn wir sie schon nicht verhindern können“.

Besonders am Herzen liege ihr aber der Schutz von Senioren vor Betrügern: „Es kann nicht sein, dass man diesen Menschen so übel mitspielt und ihnen ihr lebenslang erspartes Geld ergaunert.“ So begrüßt und unterstützt sie aktiv etwa die kreisweite Kampagne gegen falsche Polizisten. „Die Gauner zu erwischen, ist schwierig“, weiß Patricia Aillaud, daher sei Prävention besonders wichtig. Nicht zuletzt deshalb freue sie sich über Einladungen zu Seniorengruppen, wo sie über die Maschen der Trickbetrüger aufklären kann.

Nonnenbruch und Oberilp sind keine Brennpunkte

Aufklären möchte sie aber auch über Vorurteile: „Der Nonnenbruch und die Oberilp sind für viele Heiligenhauser ein Brennpunkt. Aus polizeilicher Sicht können wir das aber nicht bestätigen“, betont Patricia Aillaud. Dennoch könne die Kriminalstatistik nicht mehr als eine Argumentationshilfe sein, wenn das individuelle Sicherheitsgefühl berührt ist. „Über den Kopf geht’s nicht immer ans Herz“, weiß die Hauptkommissarin. So würden Opfer oft denken, wenn bei ihnen eingebrochen werde, dass das Verbrechen in der Nachbarschaft tobe. Auch dann „müssen wir im Dialog bleiben und die Ängste ernst nehmen“.

Polizeipräsenz helfe aber immer, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen – und daher freut sich die Wachleiterin, dass die frühere Kiekert-Villa umgebaut wird. „Das ist ein klares Bekenntnis der Polizei zu Heiligenhaus.“ Zumal die Modernisierung nicht nur 1,6 Millionen Euro kosten soll, die Beamten bleiben dort für die nächsten 15 Jahre.

Vorbildfunktion für den Nachwuchs

Dann ist Hauptkommissarin Aillaud wohl nicht mehr die örtliche Wachleiterin, sondern die Karriereleiter noch weiter nach oben gestiegen – wie ihre Vorgänger Heinrich Röhr und Stefan Göbels. „Für mich ist Heiligenhaus keine kurze Stippvisite“, betont die Wachleiterin. Aber sie sieht ihre neuen Herausforderungen durchaus als Chance, sich zu profilieren. Dabei ist sie sich auch ihrer Vorbildfunktion bewusst: „Es wäre schön, wenn Mädchen und Jungen sich für meinen Beruf entscheiden.“

Schön fände sie außerdem, „wenn sich in ein paar Jahren niemand mehr über eine Wachleiterin wundert.“ Denn Patricia Aillaud ist die erste im Kreis Mettmann – und sie will nicht die letzte sein, sondern hätte gerne mehr Frauen in Führungspositionen bei der Polizei.

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