Streetworker

Heiligenhaus: Streetworker machen Jugendlichen Angebote

Yannic Kiehl (links) und Florian Peter werden künftig – in ihrer Funktion als Streetworker –  dafür sorgen, dass Heiligenhauser Jugendliche konstruktiv mit ihrer Freizeit umgehen.

Yannic Kiehl (links) und Florian Peter werden künftig – in ihrer Funktion als Streetworker – dafür sorgen, dass Heiligenhauser Jugendliche konstruktiv mit ihrer Freizeit umgehen.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Immer wieder kommt es in Heiligenhaus zu Brandstiftungen – vermutlich auch durch Jugendliche. Streetworker wollen sie anderweitig beschäftigen.

Immer wieder hat es in den vergangenen Monaten in Heiligenhaus gebrannt, Klettergerüste, Container wurden mutwillig angezündet, vieles spricht dafür, dass Jugendliche die Taten begangen haben. Vielleicht aus Langeweile, coronabedingt. Aber statt Sanktionen, Platzverweisen oder Kameraüberwachung plädierte die Mehrheit der Ratsmitglieder dafür, den Jugendlichen präventiv mehr Freizeitmöglichkeiten anzubieten, der Ruf nach Streetworkern wurde laut.

Auf Augenhöhe begegnen

Und nun sind sie da: Yannic Kiehl (27) und Florian Peter (36) werden ab sofort jungen Menschen Angebote machen. „Wir sind mit den Leuten auf Augenhöhe“, erklärt Yannic, „wir machen auch nicht mit Flyern oder Plakaten auf uns aufmerksam, sondern suchen bewusst die Jugendlichen auf, sprechen sie an. Geplant sind momentan erst mal nur sportliche Aktivitäten, Fußball, Basketball, Mountainbike- oder normale Touren, etwa von hier über den Panoramaweg nach Kettwig. „Wir wollen den jungen Menschen gerne mal was von ihrer Umgebung zeigen, etwa die Ruhr“, ergänzt Florian Peter.

Fußball-Nachtturnier ist geplant

Ein Highlight wird ganz sicher der geplante Nachtsport. „Wir können nachts die Karl-Heinz-Klein-Halle an der Gesamtschule nutzen, können dort Fußball spielen und auch Nachturniere veranstalten“, freut sich Yannik. Solche Turniere wurden früher – zwischen 2006 und 2014 regelmäßig vor dem Spielehaus in der Oberilp veranstaltet, waren extrem beliebt. „Es ging immer unglaublich ruhig zu, es gab keine Auseinandersetzungen“, erinnert sich Christoph Meschede, Leiter des Spielhauses, „die Jugendlichen waren total zugänglich. Aber leider ist uns dann das nötige Personal ausgegangen.“

Kreative Angebote sollen folgen

Zusätzlich zu den Sport-Angeboten sollen demnächst auch kreative Aktionen die Jugendlichen ansprechen. „Wir denken da zum Beispiel an Spraykurse, allerdings geht es da auch wieder ums Geld, was investiert werden muss“, gibt Meschede zu bedenken, der das Projekt mit begleitet. Bei den ersten Rundgängen durch die Stadt sind Yannic und Florian tatsächlich schon auf Zuspruch getroffen.

Erste Resonanz positiv

Eine Gruppe von 15 bis 18-Jährigen zeigt sich begeistert von dem Angebot, speichert sich die Telefonnummer auf dem Flyer direkt ins Handy ein. „Ihre Augen haben richtig geleuchtet, als wir ihnen von dem Nachtturnier erzählt haben“, freut sich Yannic. Ob auf diesem Weg das große Ziel, den Jugendlichen in ihrer Langeweile und den damit verbundenen Straftaten entgegenzuwirken, zu erreichen ist, steht allerdings in den Sternen.

Aktive Werbung machen

Florian hat da eine klare Meinung: „Man muss es einfach versuchen, wenn man nichts unternimmt kann auch nichts besser werden, nach dem Motto von nichts kommt nichts.“ Zudem müssen aktiv Werbung für die Aktivitäten betrieben werden, am Standort Spielehaus etwa und auf der Homepage der Stadt. Das Streetworker-Projekt ist vorläufig bis zum Ende diesen Jahres anberaumt und beschränkt sich erstmal auf die Ober- und Unterilp, sowie auf Selbeck und den Nonnenbruch.

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