Politik

Heiligenhaus: Politische Arbeit schnellstmöglich papierlos

Papierrollen in einer Papierfabrik. Unmengen an Papier werden alleine in Heiligenhaus durch die Ausschussunterlagen verbraucht.

Papierrollen in einer Papierfabrik. Unmengen an Papier werden alleine in Heiligenhaus durch die Ausschussunterlagen verbraucht.

Foto: dpA

Heiligenhaus.  Künftig soll die politische Arbeit in Heiligenhaus möglichst papierlos ablaufen. Zunehmend soll nun auf elektronische Medien gesetzt werden

243.000 Blatt Papier werden bisher jährlich verwendet, um Ausschussunterlagen ausgedruckt zu versenden – damit soll nun Schluss sein. Im Haupt- und Finanzausschuss wurde von den Mitgliedern einstimmig dem Beschlussvorschlag zugestimmt, künftig mittels einer bereits eingeführten Softwarelösung eine papierlose Ratsarbeit anzustreben, die Digitalisierung schreitet auch im Rathaus voran.

Papierverschwendung muss gebrochen werden

Bisher arbeiten die Gremien nur wenig digital mit elektronischen Medien – „dieser Wahnsinn an Papierverschwendung muss gebrochen werden“ so Volker Ebel (FDP). Mit der ausgewählten Software sollen zukünftig nicht nur die Vertreter der Parteien alle Dokumente über Web-Interface oder mit einer App einsehen können, auch die Heiligenhauser Bürger können sowohl die Vorlagen als auch nach der Sitzung die entsprechenden Beschlussfassungen einsehen.

Die Zustimmung der Ausschussmitglieder ist groß, Stefan Okon (WAHL) erinnert daran, dass seine Partei bereits vor zehn Jahren diesen Schritt gehen wollte, damals allerdings nur eine „Alle oder keiner“-Lösung möglich gewesen wäre. Das, so Kämmerer Björn Kerkmann, werde es diesmal nicht geben, die Umstellung sei in jedem Fall geplant.

Leihgeräte mit eingeschränkter Nutzung

Auf die Frage von Volker Ebel, ob die Anschaffung von Endgeräten für Ratsmitglieder finanziell gefördert werde, entgegnete Kerkmann, dass es eher Leihgeräte mit eingeschränkter Nutzung geben werde. Da Ausschussmitglieder die Geräte teils nur sehr selten nutzen könnten, weil es gar nicht so viele Sitzungen im Jahr gebe, lohne sich eine persönliche Zuordnung nicht. Umweltschutz und die Schonung von Ressourcen wird also in Zukunft durch Papiervermeidung großgeschrieben – die letztlich notwendigen Anpassungen der Geschäftsordnung müssen durch den neugewählten Rat zu Beginn dessen Amtsdauer beschlossen werden.

Zusammenarbeit mit Velbert und Wülfrath

Um Digitales ging es auch in einem weiteren Punkt der Tagesordnung, diesmal allerdings über die Stadtgrenzen hinaus. Heiligenhaus strebt eine Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten Velbert und Wülfrath im Themenfeld Digitalisierung an, ein möglicher Schwerpunkt sind dabei digitale Unterstützungsmöglichkeiten – konkret kann es dabei um Projekte wie eine digitale Niederbergkarte oder ein digitales Schaufenster gehen. „Das Auftaktgespräch hat stattgefunden, wir haben die größte Schnittmenge gesucht und wollen den Einzelhandel in den Fokus nehmen“, erläuterte Björn Kerkmann. „Workshops unter Beteiligung der Einzelhändler sollen stattfinden, die interkommunale Kooperation kann nach der Förderrichtlinie IKZ NRW für alle drei Städte in Summe mit bis zu 180.000 Euro gefördert werden.“

Virtuelles Bauwerksmodell

Zu dieser Zusammenarbeit soll noch eine zweite kommen, an der sich bisher Wülfrath beteiligt, „die Stadt Velbert hat sich noch nicht entschieden“, so der Kämmerer. Dort steht ein anderes Themenfeld im Fokus, nämlich das „Building Information Modeling“. Ziel ist hier, alle Daten über Bauwerke in einem virtuellen Bauwerksmodell zusammenzuführen. Dabei soll es exemplarisch um die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Bestandsobjekten, Erhaltung von Immobilienwerten durch BIM gehen sowie die Sicherstellung einer langfristigen Reinvestitionsplanung. Eine Anmerkung zu diesem Punkt hatte Ralf Herre (CDU): „Die Digitalisierung muss nach vorne gebracht werden. Es sollten aber keine Insellösungen sein, letztendlich müssen alle Maßnahmen kompatibel sein.“

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