Lebenshilfe

Heiligenhaus: Neue Isolationsstation der Lebenshilfe

Das neue Isolationszentrum der Lebenshilfe an der Wohnstätte in Heiligenhaus  ist eingerichtet – noch muss keiner der Bewohner dort untergebracht werden.

Das neue Isolationszentrum der Lebenshilfe an der Wohnstätte in Heiligenhaus ist eingerichtet – noch muss keiner der Bewohner dort untergebracht werden.

Foto: Lebenshilfe

Heiligenhaus.  Die Lebenshilfe hat ein Isolationszentrum in Heiligenhaus errichtet. Dort sollen infizierte Bewohner der Einrichtungen versorgt werden.

Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Mettmann hat jetzt ein Isolationszentrum eingerichtet, in dem coronainfizierte Bewohner aus allen fünf Wohneinrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Angegliedert ist das Zentrum an die Wohnstätte in Heiligenhaus an der Abtskücher Straße, ist aber komplett vom regulären Wohnheim abgetrennt. Bislang ist noch kein Bewohner positiv getestet worden.

UBZ stellt Räume für Mitarbeiter

Das Besondere: Lebenshilfe-Mitarbeiter, die dann im Schichtsystem in dem Isolationszentrum arbeiten, werden zeitweise die Räume des benachbarten Umweltbildungszentrum der Stadt Heiligenhaus nutzen, da sie aufgrund der Extrembedingungen erweiterte Pausenzeiten sowie Sanitär- und Sozialräume benötigen. Alle Nutzer des städtischen Umweltbildungszentrums zeigen sich solidarisch. „Ich hoffe, dass es mit der Einrichtung eines Isolationszentrums nur bei einer Vorsichtsmaßnahme bleibt und kein Bewohner an Corona erkranken wird. Aber sollte eine Infektion in einer Wohnstätte auftreten, stellen wir selbstverständlich Räumlichkeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe zur Verfügung“, erklärt Bürgermeister Michael Beck. Der kaufmännische Geschäftsführer der Lebenshilfe Kreisvereinigung Mettmann, Marius Bartos, freut sich über das unbürokratische und schnelle Handeln der Stadt: „ „Wir sind der Stadt Heiligenhaus und den Nutzern des Umweltbildungszentrums für ihre Unterstützung sehr dankbar.“

Platz für neun bis zwölf Infizierte

Das Isolationszentrum in Heiligenhaus bietet Platz für neun bis zwölf Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Es steht ausschließlich Bewohnern der Wohnstätten der Kreisvereinigung Mettmann zur Verfügung und ist eigenständig organisiert. Das Zentrum ist mit Aufenthaltsraum, Schlafräumen und sanitären Anlagen für die Bewohner ausgestattet, pro Schicht wird die Lebenshilfe drei Mitarbeiter in Schutzkleidung einsetzen

Behinderte Menschen gehören zur Risikogruppe

Menschen mit Behinderungen gehören zur besonders gefährdeten Risikogruppe und leben in engen Gemeinschaften, in denen das Ansteckungsrisiko hoch ist. „Der große Vorteil in der Einrichtung eines Isolationszentrums liegt darin, dass wir das Risiko der Verbreitung innerhalb des Wohnhauses minimieren können“, sagt Uli Gaßmann, Pädagogischer Geschäftsführer der Lebenshilfe Kreisvereinigung Mettmann.

40 Bewohner leben in Heiligenhaus

In der Wohnstätte Heiligenhaus leben die Bewohner in Einzelzimmern im Wohngruppenverbund. Großer Wert wird auf eine möglichst selbstständige Lebensführung entsprechend der persönlichen Fähigkeiten gelegt – die Philosophie der Lebenshilfe zielt unter anderem darauf, dass jeder Bewohner im Rahmen seiner Möglichkeiten und nach seinen Vorstellungen sein individuelles Zuhause finden kann. In Heiligenhaus leben seit dem Bau des Wohnheims an der Abtskücher Straße insgesamt 40 Bewohner.

Lebenshilfe Mettmann 1963 gegründet

Die Kreisvereinigung Mettmann der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung wurde 1963 als Elternverein in Ratingen gegründet, zehn Ortsgemeinschaften sind in der Kreisvereinigung zusammengeschlossen. Mittlerweile zählt sie über 500 Mitglieder und betreut etwa 160 Kinder in der Frühförderung – mehr als 250 Menschen mit geistiger Behinderung leben in den verschiedenen Wohnformen und rund 90 Familien werden vom familienunterstützenden Dienst betreut.

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