Geburtstag

Mit 100 Jahren von Köln nach Heiligenhaus

Gertrud Pieczewski feiert heute ihren 101. Geburtstag, aber ihren Erster in Heiligenhaus. Hier kümmert sich Nichte Ute Pieczewski liebevoll um sie.

Gertrud Pieczewski feiert heute ihren 101. Geburtstag, aber ihren Erster in Heiligenhaus. Hier kümmert sich Nichte Ute Pieczewski liebevoll um sie.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Gertrud Pieczewski feiert am heutigen Dienstag ihren 101. Geburtstag. Das Besondere: Erst im Juli ist sie von Köln nach Heiligenhaus gezogen.

Hört man das Wort „Neubürger“, denkt mancher vielleicht zunächst an Säuglinge oder junge, zugezogene Familien. Es geht aber auch anders: Die vielleicht älteste Neubürgerin von Heiligenhaus, Gertrud Pieczewski, ist vor wenigen Wochen mit 100 Jahren in die Stadt gezogen - und feiert heute im Diakoniezentrum in der Schulstraße ihr 101. Wiegenfest.

Seit Juli in Heiligenhaus

„Ich fühle mich hier wohl, man muss sich natürlich erst einmal eingewöhnen“, hat sich die aus der Nähe von Stettin stammende Seniorin schnell mit der neuen Umgebung angefreundet. Gemeinsam mit ihrer Tochter Margitta ist sie im Juli aus Köln-Kalk nach Heiligenhaus gezogen, denn hier wohnt unter anderem ihre Nichte Ute Pieczewski, die nun öfter mal bei ihren Verwandten vorbeischauen kann. Der heutige Geburtstag wird natürlich gefeiert: Zum Restaurantbesuch mit dem Geburtstagskind kommen zehn Verwandte, unter anderem aus Bremen und Wittenberg.

Mit zwölf Geschwistern aufgewachsen

Dabei blickt Gertrud Pieczewski dann auf ein umtriebiges Leben zurück: Aufgewachsen mit zwölf Geschwistern, von denen eine Schwester noch lebt, lernte sie in Stettin das Schneiderhandwerk, bevor sie im Zweiten Weltkrieg über das Stettiner Haff flüchten musste. In Husum nähte sie Uniformen für die englische Besatzungsmacht, seit 1956 lebte sie in Köln-Kalk.

Im Rollstuhl durch Heiligenhaus

„Was man alles so gemacht hat“, schmunzelt die Seniorin, die zwar nie in ihrem Beruf arbeitete, aber gemeinsam mit ihrem Mann Hubert – ebenfalls gelernter Schneider – stets Nadel und Faden zugetan blieb. Egal ob es darum ging Hosen zu kürzen oder Karnevalskostüme zu nähen, „Tante Trude“ war stets dabei. Heute lässt sie es ruhiger angehen, schaut gerne aus dem Fenster oder lässt sich im Rollstuhl eine Runde durch Heiligenhaus schieben – als Neubürgerin muss man schließlich gut informiert sein. Und in Köln-Kalk wohnt sie auch noch immer irgendwie: Sieht man sich mit Google Maps das Haus an, in dem sie gewohnt hat, sitzt sie dort virtuell noch immer am Fenster und schaut hinaus.

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