Kunstevent

Heiligenhaus: Kleine Künstler interpretieren Paul Klee

Amelie (6) interpretiert das Paul Klee Gemälde äußerst individuell auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Amelie (6) interpretiert das Paul Klee Gemälde äußerst individuell auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Der Isenbügeler Künstler Amadeus Fuchs bietet jetzt Malevents an. Darin beschäftigen sich die Teilnehmer mit bekannter Kunst, etwa von Paul Klee.

Amelie tunkt den Pinsel ganz tief in das helle Grün auf dem Pappteller vor ihr, dann tupft die Sechsjährige die cremige Acrylfarbe wie ganz viele Sommersprossen auf ihre Leinwand. „Ich mal hier Blumen und Pünktchen“, erklärt die Erstklässlerin ohne aufzuschauen, hochkonzentriert folgen ihre wachen Augen dem Pinselstrich, der nun ein spontanes lachendes „Punkt-Punkt-Komma-Strich“ malt. „Ich habe nämlich auch ein grünes Zimmer und dann hängt mein Papa mir das Bild nachher da an die Wand.“

Nahe am Original bleiben

Amadeus Fuchs lacht. „Super wird das“, lobt der Künstler. Ihm ist der besondere Ansatz von Amelie im Rahmen seine Malevents sofort aufgefallen. „Generell geht es ja in diesem Workshop darum, nahe am Original zu bleiben, zu versuchen, vielleicht den ganz einzigartigen Pinselstrich des berühmten Künstlers nachzuahmen. Aber es gibt natürlich kein Muss, Kunst ist immer freie Entfaltung.“

Paul Klee-Bild hat seine Tücken

Die anderen fünf Teilnehmerinnen des Kinder-Workshops an diesem Morgen im Fuchs` Galerie am Isenbügeler Platz versuchen genau das – nämlich dem Original von Paul Klee möglichst nahezukommen. Das sieht zwar auf den ersten Blick recht einfach aus, hat aber so seine „Tücken“. „Ich bin eigentlich echt perfektionistisch“, erzählt Mathilda, während sie einen Orangeton anmischt, und ich male normalerweise viel mit Bleistift und dann sehr genau und exakt. Hier bei dem Bild ist es so, dass man eben die Flächen nicht hundert Prozent ausmalt, das fällt mir schon ein wenig schwer.“

Malen hat etwas Therapeutisches

Amadeus Fuchs nickt. „Tatsächlich kann das Malen fast etwas Therapeutisches haben, loslassen können, Dinge einfach mal belassen, wie sie vielleicht von selbst entstehen, bewusst dem Perfektionismusanspruch nicht nachgeben, all das erfährt man beim Malen und zudem kommt man über das Bild dem Künstler recht nahe.“ Dann wendet sich der Isenbügeler der kleinen Ella zu, gibt ihr hier und da noch ein paar Anregungen. „Das macht Spaß“, schwärmt die Siebenjährige und ihre Augen leuchten. „Alles ist toll mit Malen und Basteln. Mein Opa, der wohnt in Afrika, der kann auch ganz schön malen, ich schenke ihm mein Bild, wenn es fertig ist.“

Individuelle künstlerische Handschrift

Amadeus Fuchs ist begeistert, genauso hat er sich sein erstes Malevent, bei dem die Teilnehmer ein bekanntes Kunstwerk nachmalen, vorgestellt. „Es ist einfach toll, zu sehen, wie dieses Original mit der jeweiligen künstlerischen Handschrift des Einzelnen zusammenwirkt.“ Am Nachmittag begrüßt er dann noch eine weitere Gruppe, diesmal sind es Erwachsene, die sich mit dem Paul Klee-Werk befassen. „Das Spannende ist am Schluss zu schauen, inwieweit sich die Werke der Kinder von denen der Erwachsenen unterscheiden“, erklärt Fuchs, der eigentlich Produktdesigner ist und sich normalerweise eher mit abstrakter Kunst befasst, „ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das nächste Mal am 4. Oktober. Dann werden wir uns mit dem Bild Max & Moritz von Wilhelm Busch beschäftigen.“ Weitere Informationen auf oder unter 0170/5320508.

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