Wahltag

Heiligenhaus: Keine langen Schlangen vor den Wahllokalen

Wahlhelfer Dieter Ruhrmann (links) achtet genau darauf, dass die Wahlzettel auch ordentlich in die Wahlurne gesteckt werden

Wahlhelfer Dieter Ruhrmann (links) achtet genau darauf, dass die Wahlzettel auch ordentlich in die Wahlurne gesteckt werden

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  In vielen Städten mussten die Bürger vor den Wahllokalen Schlange stehen. In Heiligenhaus dagegen gab es keine Wartezeiten. Alles blieb besonnen.

„Bis zehn Uhr war es recht ruhig, die Hetterscheidter haben sich ausgeschlafen“, stellt Andreas Koch, Wahlvorstand im Wahllokal der Gerhard-Tersteegen-Schule, Sonntagmittag fest. Bis 12 Uhr hatten rund 20 Prozent der insgesamt 1200 Wahlberechtigten in diesem Bezirk von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, 334 hatten im Vorfeld per Brief gewählt.

Wahlzettel werden im Rathaus aufbewahrt

Gegen 16 Uhr werden diese Wahlzettel ins Wahllokal gebracht, die dann um Punkt 18 Uhr mit den Zetteln aus der Wahlurne ausgezählt werden – „Eine Besonderheit bei der Kommunalwahl“, beschreibt Andreas Koch das Vorgehen. „Dann werden die Zettel nach Landrats-, Kreistags- und Stadtratswahl sortiert. Anschließend wird gezählt, die anderen Wahlhelfer kontrollieren.“ Wenn alles stimmt und alle Wahlzettel ausgewertet sind werden sie in einem Koffer verpackt und im Rathaus aufbewahrt.

Beginn des Wahltages um sieben Uhr

Der Wahltag beginnt für den Ordnungsamtsleiter bereits um kurz nach 7 Uhr. Da wird der Offene Ganztagsbereich der Grundschule zum Wahllokal umfunktioniert. Das ist in Coronazeiten aufwendig: Pfeile auf dem Boden zeigen die Laufrichtung und den Weg zum Ausgang, sodass sich die Wähler nicht in die Quere kommen.

Wähler werden am Eingang begrüßt

Am Eingang werden die Bürger durch Marion Baack begrüßt, die Hände desinfiziert und sie zeigt, wo es lang geht. Tanja Freiburg sitzt hinter eine Acrylglasscheibe, nimmt die Wahlbenachrichtigungen entgegen und kontrolliert, ob nicht etwa schon per Brief abgestimmt wurde. Die Bürger kommen über den Nachmittag verteilt, es entsteht keine lange Warteschlange, hier nicht und auch nicht in den anderen Wahllokalen: „Fünf Minuten in Isenbügel, alles super, sehr freundliche Wahlmitarbeiter“, „Schulstraße, kurze Wartezeit, nettes Team“, „14.40 Uhr Kindergarten, Werkerhofplatz, alles schnell gegangen“, „13.30 Uhr im Autohaus Croll, auch sehr flott“, heißt es etwa in einer kleinen Umfrage auf der Facebook-Seite der WAZ Lokalredaktion.

Bianca Köhling ist der stellvertretende Wahlvorstand, sie löst am Mittag Andreas Koch, der am Spätnachmittag zur Auszählung wiederkommt. Sie händigt die Zettel zur Wahl des Landrates, des Kreistages und des Stadtrates aus – der Heiligenhauser Bürgermeister steht erst in fünf Jahren wieder Wahl. Das kommt daher, weil Dr. Jan Heinisch im Mai 2017 nach seiner Wahl in den Landtag sein Amt niederlegte, im Rahmen der Bundestagswahl desselben Jahres setzte sich Michael Beck (CDU) eindeutig gegen seine Herausforderer Peter Kramer (SPD) und Lothar Nuthmann (Bündnis 90/Die Grünen) durch.

Pro Wahlvorgang ein Strich in der Liste

Nach dem Wahlakt schreiten die Wähler mit den zusammengefalteten Zetteln zum „Urnenwächter“ Dieter Ruhrmann. Der schiebt den großen Umschlag zur Seite und gibt den Schlitz frei, gleichzeitig gibt es einen Strich für jeden vollzogenen Wahlakt. „Das wird bei der Auszählung mit der Anzahl der Wähler verglichen.“ Und schon ist Marion Baack mit Wischlappen und Desinfektionsspray unterwegs, um die Tischplatte der Wahlkabine zu reinigen. „Ich löse dich gleich mal ab, dann kannst Du Dich auch mal setzen“, ruft ihr Bianca Köhling zu.

Vorbildliches Verhalten der Wähler in Hetterscheidt

Andreas Koch lobt die Hetterscheidter: „Sie sind sehr vorbildlich, sie kommen alle mit Masken und haben fast alle einen Kugelschreiber dabei. Fast 98 Prozent bringen die Wahlbenachrichtigung mit. Wer die nicht dabei hat, sich aber ausweisen kann und im Wählerverzeichnis steht, darf selbstverständlich an die Urne.“ Für Janina Blankmeister ist das alles ganz neu: Die 17-Jährige darf zum ersten Mal wählen und nimmt dieses Recht auch sehr ernst: „Ich habe zuvor die Programme der Parteien durchgelesen.“

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