Dienstleistung

Heiligenhaus: Jungunternehmer sorgt für den Durchblick

Der junge Fensterputzer hat sich gerade selbstständig gemacht und putzt nun auch die Schaufenster von Buchhändlerin Edelgard Kotthaus.

Der junge Fensterputzer hat sich gerade selbstständig gemacht und putzt nun auch die Schaufenster von Buchhändlerin Edelgard Kotthaus.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Denis Jevremovic hat sich als Fensterputzer in Heiligenhaus selbstständig gemacht. Der 30-Jährige hat langjährige Erfahrung in Hamburg gesammelt.

Denis Jevremovic kann etwas, worum ihn ganz sicher auch in Heiligenhaus ein Großteil aller Hausfrauen beneidet: Der 30-Jährige kann Fensterscheiben streifenfrei putzen. Nicht nur kleine Toilettenfenster sondern riesige Schaufensterscheiben. Und dafür braucht er weniger als eine Minute. „Für mich ist das Routine“, sagt der Heiligenhauser lachend und setzt den Fensterschieber wieder an. Er bewegt das Handgelenk nacht rechts, nach links, nach rechts, schon ist der Schaum weg, die erste große Schaufensterscheibe der Buchhandlung Kotthaus & Beer ist sauber. „Ganz wichtig ist, dass man die Ecken nicht vergisst und sie mit dem nassen Tuch einmal nach wischt, der Schaum frisst sich sonst ins Silikon, das muss ja nicht sein.“

Gute Fensterputzer sind selten

Es ist der erste Arbeitseinsatz für den gebürtigen Serben bei Edelgard Kotthaus, einmal hat er zuvor Probe gearbeitet. „Das hat er super gemacht“, lobt die Buchhändlerin, „einen guten Fensterputzer zu finden ist wirklich extrem schwierig.“ Ja, erzählt sie wehmütig, es habe einen sehr Guten in Heiligenhaus gegeben, der nahezu alle Schaufensterscheiben in der Hauptstraße geputzt hätte.

Fenster müssen alle zwei Wochen geputzt werden

Nachdem dieser sich vor zwei Jahren verstorben sei, hätte sie die meiste Zeit selbst geputzt. „Ich hatte mal kurzzeitig eine Firma beauftragt, der Mitarbeiter hat aber wirklich schlecht gearbeitet und war dann auch noch frech, die brauchten gar nicht wiederzukommen“. Auf Dauer aber fehle ihr schlicht die Zeit, die zahlreichen großen Scheiben selbst sauber zu machen, zumal das wirklich alle zwei Wochen getan werden müsse. „Man sagt zwar generell alle vier Wochen“, erklärt die Händlerin, fügt augenzwinkernd hinzu, „aber in meinem Fall ist es ja so: Ich habe häufig Spielsachen oder andere Dinge in den Auslagen, die Kinder toll finden. In null Komma nix habe ich also wieder deren kleinen Tatzenabdrücke an den Scheiben.“

Fensterputzer bietet guten Service

Die Einzelhändlerin beobachtet, wie Denis Jevremovic eine Sprühflasche mit Desinfektionsmittel öffnet, den Griff an der Eingangstür besprüht. „Das finde ich zum Beispiel wirklich toll, dass ich ihm das nicht sagen muss, sondern dass er einfach mitdenkt. Er macht sich Gedanken über sein eigentliches Tätigkeitsfeld hinaus, das ist richtig guter Service.“ Der junge Fensterputzer hat mitgehört, freut sich und strahlt. „Mir macht das so Spaß, ich bin so gerne mit Menschen zusammen, liebe die Abwechselung und bin gerne draußen.“

Neun Jahre Erfahrung in Hamburg

Neun Jahre lang hat der Familienvater in Hamburg als Fensterputzer gearbeitet, es sei eine wunderschöne Zeit gewesen, sagt er und klingt fast ein wenig wehmütig. „Ich habe da natürlich an ganz anderen Gebäuden geputzt als hier, teilweise im 15. Stock oder auch höher.“ Der Liebe wegen ist Denis Jevremovic nach Heiligenhaus gekommen, lebt nun hier mit Frau und zwei kleinen Kindern. „Zwischendurch ging es mir psychisch nicht so gut“, erzählt er mit leiser Stimme, „aber ich habe mich berappelt, darüber bin ich sehr glücklich und die Arbeit trägt sehr sehr viel dazu bei. Und meine Partnerin kennt sich bestens mit Buchhaltung aus, ich bin sehr optimistisch, dass alles gut gelingt.“

Erst einmal Klinken putzen

Noch steckt sein kleines Gewerbe in den Kinderschuhen, in den vergangenen Wochen war er für das Fensterputzen erstmal Klinkenputzen, hat sich in den einzelnen Geschäften vorgestellt. „Die Resonanz war nicht ganz so gut, aber ich denke es lag auch daran, dass die Einzelhändler in der Coronazeit andere Sorgen haben. Und ich hatte auch noch keine Visitenkarten.“

Mundpropaganda ist beste Werbung

Nun aber ist alles frisch gedruckt und der ehrgeizige Kleinunternehmer kann noch besser die Werbetrommel für sich rühren, wenn er das überhaupt noch braucht. Oft reicht Mundpropaganda ja bereits aus und derer kann er sich wohl künftig sicher sein. „Also zusammengefasst kann ich sagen, ich finde ihn einfach klasse“, schwärmt Buchhändlerin Edelgard Kotthaus, „er arbeitet ganz fantastisch und dazu ist er auch noch ein unglaublich netter Mensch mit einem offenen, ruhigen und freundlichen Wesen. Besser geht es nicht.“

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