Kommunalpolitik

Heiligenhaus: Junge Wähler sprühen vor kommunalen Ideen

Tobias, Emma und Carla (v.l.) sind politisch interessiert und engagiert. Am kommenden Sonntag werden sie zum ersten Mal ihre Stimme abgeben.

Tobias, Emma und Carla (v.l.) sind politisch interessiert und engagiert. Am kommenden Sonntag werden sie zum ersten Mal ihre Stimme abgeben.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Bei der Wahl in einer Woche dürfen viele junge Heiligenhauser zum ersten Mal ein Kreuzchen machen. Kommunalpolitik ist nicht allen ein Fremdwort.

Die Kommunalwahl steht vor der Tür, für Emma ist es die allererste, an der sie aktiv teilnehmen darf. 19 ist sie und: Sie engagiert sich aktiv in der Politik, ist sogar Mitglied in einer Partei, hat Wahlplakate aufgehängt, hilft im Wahlkampf mit. Außerdem hat die junge Heiligenhauserin an mehreren Demonstrationen der Fridays-For-Future-Bewegung teilgenommen und den Jugendrat in Heiligenhaus mitgegründet.

Teilnahme an Klimademonstrationen

Carla (18) ist ehrenamtliches Mitglied der Peta, einer Tierschutzorganisation und festes Mitglied der Leos Niederberg, die Unterstützung für Bedürftige betreibt. „Zusammen mit den Leos haben wir mal ein Feriencamp am Umweltbildungszentrum gemacht und dort Verpflegung für Kinder, die es benötigen, zusammengestellt und verteilt“, berichtet sie. Auch Carla hat bereits einige Klimademonstrationen von Fridays-For-Future besucht.

Kandidat für Stadtrat

Tobias ist 18 und Mitglied in der CDU-Ortspartei in Heiligenhaus sowie in der Jungen Union und in der Schüler-Union. Er hat sich als Kandidat für den Stadtrat aufstellen lassen und ist auf dem 32. Listenplatz von 39 innerhalb der CDU.

Drei junge Heiligenhaus,die sich aktiv politisch engagieren. Was sind ihre Beweggründe? „Ich finde es wichtig, dass die Stadt für ihre Bewohner attraktiv ist“, erklärt Carla „aber man muss etwas dafür tun. Ich denke zum Beispiel, dass das neue Einkaufszentrum viele Menschen anlocken wird, aber wir müssen aufpassen, dass dabei die Innenstadt nicht untergeht.“

Anlieger frei- Zone in der Innenstadt

Tobias sieht das ähnlich: „Es ist schon viel in der Innenstadt passiert, ausgebaute Bürgersteige und Fahrradwege sind zum Beispiel entstanden“, lobt der junge Mann, „aber für eine nachhaltige Entwicklung ist es wichtig, dass im Nahversorgungszentrum andere Angebote als auf der Hauptstraße platziert werden.“ Für ihn spielt dabei auch die Verkehrssituation eine große Rolle. Er spricht sich für weniger Verkehr in der Stadt aus und schlägt eine Anlieger frei- Zone ab der Kniffte vor. „So kann man die vielen Autos aus der Stadt bekommen und sie wird attraktiver zum Einkaufen“.

Kein Angebot für Jugendliche

Auch zum Thema Lückenschluss haben Carla, Emma und Tobias eine klare Haltung: Man schaffe Anreize für neue Bewohner und Pendler, außerdem sei ein Schnellbus zum Flughafen eine umsetzbare Möglichkeit. Ein Aspekt aber macht vor allem Emma Sorge: das Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene. „Zum Feiern fahre ich immer nach Ratingen, es gibt in Heiligenhaus einfach nichts und ehrlich gesagt wirkt es auch manchmal so, dass die Stadt gar keine Anstalten macht dies zu ändern.“

Auch zum Ausgang der Kommunalwahl haben sich die drei jungen Heiligenhauser bereits Gedanken gemacht und werden, was die Prognose für die einzelnen Parteien betrifft, sogar recht konkret. „Es gibt, glaube ich, einfach viele Stammwähler der CDU, die aus Gewohnheit und ohne das Wahlprogramm anzuschauen schwarz wählen“, vermutet Emma, die beiden anderen sehen das ähnlich.

Reelle Chance für Die Grünen

Carla sieht eine reelle Chance für das Bündnis 90/Die Grünen, da sie selbst viele kennt, die grün wählen. Tobias schätzt das Wahlergebnis der CDU auf 40 bis 45 Prozent, die Grünen werden durch mehr Aufmerksamkeit die SPD überholen und 25 bis 30 Prozent der Stimmen erhalten und die SPD wird starke Verluste verzeichnen müssen.

Und was ist mit den Linken und der AfD? „Populistische Parteien wie die AfD und Die Linke würden eine klare Minderheit darstellen, mutmaßt Tobias. Emma glaubt, dass die AfD ein wenig mehr Stimmen erhalten wird als Die Linke,schließlich gäbe es immer unzufriedene Personen, die aus Protest ihr Kreuzchen bei der AfD setzen würden.

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