Seniorenheim

Heiligenhaus: Altenheimbewohner zeigen Verständnis

Eine Mitarbeiterin des Seniorenheims St. Josef verteilt gespendete Tulpen an die Bewohner.

Eine Mitarbeiterin des Seniorenheims St. Josef verteilt gespendete Tulpen an die Bewohner.

Foto: St.Josef Heiligenhaus

Heiligenhaus.  Derzeit dürfen die Bewohner des Seniorenzentrums St. Josef keinen Besuch empfangen. Kleine Gesten zeigen ihnen, dass sie nicht vergessen werden.

Die alte Dame strahlt über das ganze faltige Gesicht. „Die ist ja schön“, schwärmt sie glücklich, als ihr eine Mitarbeiterin des Seniorenheims St. Josef eine gelbe Tulpe überreicht, „so eine frische Farbe“. Es war die Idee des Blumengeschäftes Krug, mit dem das Seniorenheim häufig zusammenarbeitet, den alten Bewohnern in diesen schweren Zeiten eine Freude zu machen und ihnen bunte Blumen zu schenken. Eine kleine Geste mit großer Signalwirkung.

„Es ist wichtig, dass unser Bewohner sich nicht vergessen fühlen und eine solche Zuwendung kann schon viel dazu beitragen“, erklärt Gabriele Hühne, Leiterin vom Sozialen Dienst. Schließlich darf derzeit niemand der rund 90 Bewohner generell Besuch empfangen, auch die zahlreichen Veranstaltungen die sonst stattfinden, wie gemeinsame Einkäufe in die Stadt, der regelmäßige Besuch der Tagespflegekinder, Ausflüge – all das geht jetzt nicht mehr.

Bewohner zeigen Verständnis

Aber – statt zu nörgeln oder sich frustriert zu zeigen, reagieren die meisten Senioren mit großem Verständnis und viel Gelassenheit in dieser besonderen Situation. „Wir haben schon schwerere Krisen gemeistert“, erinnert sich eine alte Dame, eine andere denkt weniger an ihre eigenen Einschränkungen und Nachteile, als vielmehr an die ihrer Lieben zuhause. „Meine Tochter vermisst mich sicherlich sehr“, mutmaßt eine weitere Bewohnerin, eine andere sorgt sich um das Wohlergehen ihrer Tochter, die zu einer Risikogruppe gehört. „Ich finde das wirklich rührend“, fasst es Gabriele Hühne zusammen, die gemeinsam mit dem gesamten Personal aber auch viel dafür tut, den Senioren einen abwechslungsreichen Alltag zu bieten. „Wir backen häufig Waffeln zusammen, wir singen auch vermehrt religiöse Lieder, weil es ja auch keinen Gottesdienst gibt, wir spielen zusammen.“

Zwischendurch mal ein Eierlikörchen

Zudem bekämen die Bewohner häufig Post und kleine Päckchen mit Süßigkeiten oder anderen Zuwendungen von ihren Familienangehörigen, es wird vermehrt telefoniert. „Ab und an gibt´s auch mal ein Eierlikörchen“, fügt Gabriele Hühne augenzwinkernd hinzu und hat dann noch einen Tipp für all die Heiligenhauser Bürger, die den alten Menschen etwas Gutes tun, eine kleine Freude machen wollen: „Ich merke wie sehr sich unsere Bewohner gerade über Briefe freuen, daher fände ich es auch ganz toll, wenn der ein oder andere einfach mal ein paar Zeilen schreiben würde, die wir dann allen gemeinsam vorlesen oder eine schöne Postkarte mit Heiligenhauser Motiv schicken würde“, schlägt Gabriele Hühne vor, die sehr glücklich darüber ist, dass es in dem Wohnheim noch keine Personalausfälle gibt. „Wir sind dadurch auch alle noch recht entspannt und ich hoffe so sehr, dass es dabei auch bleibt.“

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