Schule

Gymnasiasten entdecken spielerisch die Naturwissenschaften

Ihre preisgekrönte Aschenputtelmaschine stellen Tim Bleu (von links), Jakob Fielenbach und Javier Dörr de Roman beim Naturwissenschaftstag IKGenial.

Ihre preisgekrönte Aschenputtelmaschine stellen Tim Bleu (von links), Jakob Fielenbach und Javier Dörr de Roman beim Naturwissenschaftstag IKGenial.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.  Das Kant-Gymnasium in Heiligenhaus bot all ihren Schülern einen Projekttag. Dabei gab es für alle Altersstufen viel zu staunen und zu lernen.

Mit einem lauten Knall beendet das Immanuel-Kant-Gymnasium das Schuljahr. Zudem mit bunten Stichflammen, sprühenden Funken, auch mit schweißtreibenden Sportübung, folgsamen Robotern sowie mit Vogelhäuschen. Denn beim Naturwissenschaftstag „IKGenial“ verwandelte sich die gesamte Schule in ein riesiges Forschungslabor, es folgte Experiment auf Experiment. Wohin man sah, welchen Raum man auch betrat, überall gab es spielerisch interessante Fakten zu entdecken. Dies soll den Gymnasiasten nicht nur Spaß machen, sondern auch zu künftigen Facharbeiten inspirieren und neugierig auf Arbeitsgemeinschaften machen.

„Wir wollen mit dem Projekttag würdigen, was die Schüler das ganze Jahr über für tolle Projekte gemacht haben“, sagt Lehrerin Bianca Gunzer. So präsentieren sich etwa die Arbeitsgemeinschaften für die Wettbewerbe „Jugend forscht“ und „Freestyle Physics“, um für künftige Teilnahmen neue Mitstreiter zu finden. Jakob Fielenbach (12) führt etwa die preisgekrönte Aschenputtelmaschine vor, die magnetische Murmeln, Wasser, Sand, Federn, Nägel oder Holzperlen sortiert.

Mädchen greifen der Umwelt zuliebe zum Hammer

Unfertig ist dagegen im Kunstraum noch das hölzerne Vogelhäuschen, das Lisa Mettler (13) mit ein paar Klassenkameradinnen baut. Sie haben die Bauzeichnung erstellt, das Holz gesägt, Löcher gebohrt und Einzelstücke verleimt. „Wir können hier etwas für die Umwelt tun“, gibt sagt Lisa und passt das nächste Holzteil an. Tatsächlich sei ihre Gruppe übermotiviert, findet Kunstlehrer Dag Seemann: „Ich musste sie vorhin in die Zwangspause schicken.“ Er freue sich aber, dass beim Projekttag besonders viele Mädchen zu Hammer und Säge greifen.

Für alle Geschlechter ist allerdings die Vorführung „Chemagie“, bei der Oberstufenschüler gut 90 jüngere Schulkameraden mit Experimenten verblüffen. So schießt etwa eine vermeintlich leere Kartoffelchipsdose krachend durch den Raum, nachdem sich darin die Gase weniger Benzintropfen an einer Flamme entzündeten. „Darum darf man an einer Tankstelle nicht rauchen“, erklärt Bianca Gunzer. Das Publikum nickt, ist aber schon gespannt, mit welchen Pulvern es die chemischen Magier hinbekommen wollen, eine Flamme zu färben. Überraschung: Nicht mit Eisenpulver, davon sprühen nur die Funken – sondern etwa mit Kaliumchlorid.

Jeder findet garantiert etwas Interessantes

Nicht die Schätze im Erdinneren, sondern der Himmel beschäftigt die Gruppe von Physiklehrerin Sarah Braun. Dort können Schüler aus einer zerkleinerten CD und Pappe ein eigenes Spektrometer bauen. „Damit erkennt man die Zusammensetzung von Gasen in der Atmosphäre.“

So vielfältig sind die Stationen und Vorträge des Projekttags, dass für alle Schüler garantiert etwas Spannendes und Interessantes dabei ist. Ein Laufzettel erleichtert die Auswahl: Man kann etwa Tierspuren erkennen, Naturfarben herstellen, Lebensmittel auf Zusatzstoffe und Aromen untersuchen, die Anatomie von Wirbeltieren erkunden, Bäume bestimmen oder Sport und Biologie miteinander verbinden – und testen, wie sich Anstrengung etwa auf das Herz und den Puls auswirkt.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Großen Andrang gibt es schon morgens im Computerraum, wo die Gymnasiasten nicht nur Roboter programmieren, sondern auch am Rechner aus einer virtuellen Kugel eine Vorlage für den 3D-Drucker herstellen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, wie bereits fertige Dinosaurierschädel oder Alpaca aus Kunststoff belegen.

„Es läuft heute sehr gut, alle sind sehr neugierig“, freut sich Schülerin Luisa Tackenberg (16), die bei der Organisation hilft. Damit diese Neugier auch künftig erhalten bleibt, können sich alle Schüler in der Mensa von sehr guten Facharbeiten inspirieren lassen. Somit wird es sicher weiterhin spannende naturwissenschaftliche Projekte am Immanuel-Kant-Gymnasium geben.

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