Kommunalwahl 2020

Grüne setzten auf ökologische Kompetenzen

Die Heiligenhauser Grünen verfolgen online die Zahlen der Stimmauszählung Man sieht zwar durch die Masken nicht allzu viel, aber ein Lächeln um die Augen der Parteimitglieder lässt sich zweifelsohne erkennen.

Die Heiligenhauser Grünen verfolgen online die Zahlen der Stimmauszählung Man sieht zwar durch die Masken nicht allzu viel, aber ein Lächeln um die Augen der Parteimitglieder lässt sich zweifelsohne erkennen.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Die Grünen sind die großen Gewinner – auch in Heiligenhaus. Die FDP holt ihr erstes Direktmandat in Heljens überhaupt – dank einer Personalie.

Eigentlich war es absehbar und dennoch: Den eigenen Wahlerfolg vor sich zu sehen, schwarz auf weiß in Prozentzahlen – das löst nochmal ganz andere Gefühle aus: „Ich sag es mal so“, beschreibt es Grünen-Sprecherin Dr. Vanessa Henkels, „wir haben in der Geschäftsstelle ein Tippspiel gemacht, wieviel Prozent wir holen. Ich hatte 16 Prozent getippt, das zeigt ja, dass ich uns das durchaus zugetraut habe. Und tatsächlich habe ich voll ins Schwarze getroffen. Wir freuen uns riesig und haben auch ein kleines bisschen gefeiert.“

Ökologische Wirtschaftspolitik und Mobilitätswende

16,1 Prozent hieß es am Ende der Auszählung für die Grünen. Für die Partei bedeutet das Gesamtergebnis nun sechs statt wie bisher zwei Sitze im Rat. „Wir werden eine ökologische Transformation in unserer Stadt anstreben“, erklärt Reiner Taege, der in Isenbügel 22 Prozent der Stimmen geholt hat. Dennoch stellt Vanessa Henkels eins ganz klar: „Wir sind keine Wirtschaftsfeinde. Das, was wir erreichen möchten, ist, eine ökologische Wirtschaftspolitik. Und natürlich wollen wir den Mobilitätswandel weiter vorantreiben.“

Noch wenig Erfahrung in politischer Arbeit

Für die Partei wird die künftige Amtszeit eine Herausforderung werden – nachdem sich die beiden Ratsmitglieder Beate-Marion Hofmann und Lothar Nuthmann aus der aktiven Politik zurückgezogen haben, rücken jetzt viele jüngere Mitglieder nach – denen es natürlich auch an Erfahrung fehlt. „Wir haben teilweise in Ausschüssen gesessen“, erklärt Kai-Arndt Doth, ebenfalls Sprecher der Partei, „aber wir sind alle sehr engagiert, arbeiten uns da auch gerne ein.“

CDU muss Kompromissbereitschaft verstärken

Vanessa Henkels, Kai-Arndt Doth, Stefanie Becker, Thomas Pischke, Kathrin Schuster und Pascal Molitor stehen auf den ersten sechs Listenplätzen und werden somit in den neuen Rat der Stadt einziehen. Dort wollen sie sich dann stark machen, für die Umwelt, für den respektvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur, für Kultur, Jugend, eine kindgerechte Schulpolitik, eine nachhaltige Stadtentwicklung. „Es wird generell eine große Aufgabe für uns werden“, resümiert Doth, „die vor allem darin liegt, dass die CDU jetzt einfach nicht mehr ohne weiteres ihre Ziele durchsetzen kann, sondern Kompromissbereitschaft zeigen muss.“

Als Team stark sein

Man freue sich nun auf das, was komme und wolle im Team zusammenarbeiten, nur so könnten die Grünen langfristig stark bleiben. Schließlich habe man viele Mütter und Vollzeit-Beschäftigte in der Partei, weiß Vanessa Henkels, die selbst als Maschinenbauingenieurin arbeitet und zwei kleine Kinder hat. „Das kann man nicht alleine oder zu zweit Schultern.“ Kai-Arndt Doth sieht das genauso: „Wir sind eine wirklich harmonische Truppe, wir werden die Themen gemeinsam angehen, wir wollen mit den Parteien zusammenarbeiten, um besondere Aufgaben , wie etwa den Umgang mit der AfD, gemeinsam meistern zu können.“

Erstes Direktmandat für die FDP

Noch einer, der in der kommenden Wahlperiode erstmalig im Rat sitzt, ist Alfred Salmon. Der 74-Jährige ist als Bürgervereinsvorsitzender in der Unterilp stadtbekannt, kümmert sich wie kein zweiter um den Stadtteil, man nennt ihn auch gerne „den Unterilper Bürgermeister“. Salmon hat das geschafft, was es in der Historie der FDP Heiligenhaus noch nie zuvor gegeben hat: Er holte das Direktmandat in der Unterilp. „Ich habe die anderen einfach weggeräumt“, sagt er verschmitzt und betont, kein Politiker zu sein. „Ich tue wirklich viel für unseren Stadteil, nicht so wie manch ein Politiker, der bei uns Wahlkampf macht, in dem er beim Müllwegtag des Vereins mitmacht und ne halbe Tüte Müll zusammenfegt, das ist eine Unverschämtheit.“ Es ist die Person Alfred Salmon, die der FDP die vielen Stimmen beschert hat, sein unermüdlicher Einsatz, der ihm auf diesem Wege gedankt wird. Glückwünsche kommen sogar aus Ratingen. „Ich bin sehr stolz auf Alfred Salmon“, sagt der FDP-Vorsitzende Volker Ebel.

SPD holt zwei Direktmandate

Und auch Jana Janssen kann sich freuen: Auch sie hat ein Direktmandat im Nonnenbruch geholt – für die SPD, mit zwei Stimmen Vorsprung vor Thorsten Thus (CDU). Ein zweites Direktmandat für die SPD holte Edmund Mathey im Wahlbezirk Oberilp. Alle anderen Direktmandate gingen an die CDU.

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