Immobilienausschuss

Großprojekte beschäftigen nach Sommerpause die Verwaltung

Das Stadtteil- und Familienzentrum in der Oberilp ist mit gut 3,8 Millionen Euro das teuerste städtische Hochbauprojekt. Es muss bis zum Jahresende fertig sein, sonst droht der Verlust von Fördergeld.

Das Stadtteil- und Familienzentrum in der Oberilp ist mit gut 3,8 Millionen Euro das teuerste städtische Hochbauprojekt. Es muss bis zum Jahresende fertig sein, sonst droht der Verlust von Fördergeld.

Foto: Carsten Klein

Heiligenhaus.  Der Heiligenhauser Immobilienservice hat jetzt dem Fachausschuss den Sachstand seiner Bauprojekte vorgestellt. Probleme bereitet Personalmangel.

Die politische Sommerpause ist beendet – und gleich standen die großen Baumaßnahmen in Heiligenhaus auf der Tagesordnung. Im Immobilienausschuss ging es am Mittwochabend unter anderem um das Stadtteil- und Familienzentrum Oberilp. Bei der Diskussion zeigten sich jedoch auch Personalprobleme beim städtischen Immobilienservice.

Zunächst stellte Gabriele Jäger, Leiterin des Immobilienservices, den aktuellen Stand für die insgesamt 41 Baumaßnahmen und Investitionen vor, die für dieses und nächstes Jahr geplant sind. Insgesamt sind dafür rund 9,2 Millionen Euro eingeplant. „Wir haben aber auch viel Fördergeld, das darin enthalten ist“, betont Jäger und verweist etwa auf die Programme Gute Schule 2020 oder das Zukunftsinvestitionsprogramm.

Projekte sind teurer geworden

Abgeschlossen sind bislang vier Projekte: die Dachsanierung des Feuerwehrmuseums, der Umbau des ehemaligen Heizungskellers im Umwelt- und Bildungszentrum (UBZ) sowie die Toiletten an der IKG-Außenstelle an der Wülfrather Straße. Außerdem wurde das ehemalige Flüchtlingsheim an der Tüschener Straße zur Kita umgebaut und nun übergeben. Nur im Fall des UBZ konnte der Kostenrahmen jedoch eingehalten werden, die übrigen Projekte wurden 20 bis 35 Prozent teurer – und das drohe auch vielen der übrigen Maßnahmen. „Handwerker sind derzeit sehr teuer“, begründet Jäger Teile der Kostensteigerungen.

Zudem musste beim Feuerwehrmuseum mit großem Aufwand geprüft werden, ob das Dach tatsächlich wasserdicht sei. Dagegen kam es an der IKG-Außenstelle zu einem Wasserrohrbruch, und im UBZ war eine Entwässerungsleitung nicht fachgerecht angeschlossen. „Wir konnten das nicht so lassen“, so Jäger, die befürchtet, dass künftig häufiger Probleme mit Leitungen aus den 50er, 60er oder 70er Jahren auftreten werden.

Stadt ist beim Familienzentrum im Zeitplan

Planmäßig soll aber fortan der Bau des Stadtteil- und Familienzentrums Oberilp laufen, das mit derzeit kalkulierten 3,8 Millionen Euro teuerste städtische Hochbauprojekt in Heiligenhaus. Finanziert wird es hauptsächlich aus Bundesmitteln. Der Eigenanteil der Stadt von ursprünglich gut 320.000 ist inzwischen auf 780.000 Euro gestiegen, weil die Politik unter anderem eine Klinkerriemchenfassade haben will. Und: „Wir müssen die gesamte Maßnahme im Dezember abgerechnet haben“, erläuterte Jäger dem Ausschuss. Sonst droht der Verlust des Fördergeldes.

„Wir tun alles dafür, dass wir rechtzeitig fertig werden“, sagte die Chefin des Immobilienservices und gibt sich zuversichtlich, dass die Kita Unter’m Himmelzeit im Januar dort an der Hunsrückstraße einziehen kann. Die Stadtteilsozialarbeit, das Gesundheitsamt und die Familienberatung der Diakonie sollen ebenfalls dort untergebracht werden. „Wir sind im Zeitplan, und der allergrößte Teil ist schon ausgeschrieben“, begründet sie ihre Zuversicht. Lediglich kleine Gewerke wie Fußböden oder Schreinerarbeiten würden noch fehlen. Zudem stünden schon die Wände und das Gebäude könne nun geschlossen werden.

Großprojekt in der Oberilp bindet eine Ingenieurin komplett

Doch nicht nur der drohende Verlust des Fördergeldes treibt den Immobilienservice an, bis zum Jahresende mit dem Familienzentrum fertig zu sein. Dahinter steckt auch Eigeninteresse. Jäger: „Eine Ingenieurin ist komplett mit dieser Maßnahme beschäftigt. Das ist zu viel für eine kleine Gemeinde.“ Dennoch sei dies notwendig, weil durch das Fördergeld „eine sehr enge Begleitung“ notwendig sei.

Ohnehin könne ihre Abteilung, in der vier Ingenieure und Architekten, zwei Immobilienkauffrauen und eine Bautechnikerin arbeiten, Verstärkung gebrauchen. „Mit mehr Personal könnten wir unsere Maßnahmen schneller fertig kriegen“, so Gabriele Jäger. Dringend brauche sie eine zweite Technikerin, da die einzige nun mehrere Monate krank sei. Das würden etwa die Schulen merken, weil zunächst niemand mehr tropfende Wasserhähne repariere oder regelmäßig technische Geräte warte.

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