Baumspende

Gespendeter Baum thront ab heute auf dem Rathausvorplatz

Da ist sie weg, die Fichte: Nach 44 Jahren trennt sich Mariette Arnold von dem gut zehn Meter hohen Baum – der nun den Rathausplatz weihnachtlich schmücken wird.

Da ist sie weg, die Fichte: Nach 44 Jahren trennt sich Mariette Arnold von dem gut zehn Meter hohen Baum – der nun den Rathausplatz weihnachtlich schmücken wird.

Foto: Alexandra Roth / FFS

Heiligenhaus.  Viele Tannenbäume für den Rathausvorplatz wurden der Stadt angeboten. Letztlich machte die serbische Tanne von Mariette Arnold das Rennen.

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Der diesjährige Weihnachtsbaum auf dem Rathausplatz ist eine serbische Fichte – seit Mittwochnachmittag steht sie an ihrem neuen Wirkungsort. Heute kommt die Lichterkette an den Baum, morgen schmücken Schul- und Kindergartenkinder den Baum mit weihnachtlichen Basteleien.

Vor 44 Jahren diente die Fichte schon einmal als Weihnachtsbaum

Bis Mittwochmittag allerdings stand die Fichte noch dort, wo sie auch die letzten 44 Jahre verbracht hatte, nämlich im Garten von Mariette Arnold. Die 90-Jährige erinnert sich noch genau daran, wie der Baum zu ihr kam: „Die Fichte hat auch als Weihnachtsbaum begonnen. Wir hatten den Baum mit Wurzeln gekauft und ihn dann im Wohnzimmer stehen. Ganz klassisch mit Kerzen und Weihnachtsschmuck, wir haben daran gesungen und gefeiert.“

Nach diesem ersten Weihnachten wurde der Baum in den Garten hinter dem Haus ausgepflanzt und wuchs hervorragend an. In den folgenden Jahren schmückte ihn zur Weihnachtszeit noch eine Lichterkette, doch irgendwann wurde er zu groß, geriet sogar ein wenig in Vergessenheit. „Als meine Mutter dann erzählt hat, dass sie den Baum für den Rathausplatz stiftet, hab ich gesagt, dass er dafür doch viel zu klein ist“ erzählt Tochter Martina Arnold schmunzelnd.

Damit lag sie allerdings nicht ganz richtig: stolze zehn Meter misst die Fichte mittlerweile, so die Schätzung von Christian Roggenstein, Chef der Baumschule Schwendenmann. Bereits seit 15 Jahren holt das Unternehmen die alljährlichen Spendenbäume ab und bringt sie auf den Rathausplatz. Roggenstein und seine Mitarbeiter sind auch für das Fällen des Baumes zuständig. „Der entscheidende Unterschied zum normalen Fällen ist, dass der Baum heil bleiben muss“, weiß der Experte, „deswegen wird er zunächst aufgehängt und dann kontrolliert abgelegt“. Dafür nutzen die Profis einen Kipper mit Kran – letzterer wird ausgefahren und zum Sichern des Baumes verwendet, bevor die Säge zum Einsatz kommt.

Die Trennung vom Baum fällt Mariette Arnold nicht leicht

Mariette Arnold fällt es nicht leicht, sich von ihrem Baum zu trennen, etliche Erinnerungsfotos werden gemacht und auch auf dem Rathausplatz wird sie ihn selbstverständlich mit ihrer Familie besuchen. Es war die Vernunft, die letztlich bei der Entscheidungsfindung gesiegt hat. „Ich habe mich zu diesem Schritt entschieden, weil ich den Eindruck hatte, dass der Baum etwas schief steht und ich Sorge hatte, dass er irgendwann auf das Haus fallen könnte.“ Auf ein noch baldigeres Wiedersehen mit dem Baum, den er bisher immer beim Blick in den Garten erspäht hat, freut sich indes Mariette Arnolds Nachbarsjunge – er ist am Freitag mit seiner Grundschulklasse beim Schmücken dabei.

Weitere Fotos auf www.waz.de/heiligenhaus.

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