Bildung

Gesamtschüler lernen ihre Umwelt ganz natürlich kennen

Eric und Luca erklären Gabriele Arnsmann (v.l.), Michael Beck, Hannes Johannsen und Heinz Peter Schreven, wie man mit Wasserkraft Strom erzeugt.

Eric und Luca erklären Gabriele Arnsmann (v.l.), Michael Beck, Hannes Johannsen und Heinz Peter Schreven, wie man mit Wasserkraft Strom erzeugt.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Beim Waldprojekt haben Fünftklässler verschiedene Themen zur Umwelt bearbeitet. Bei einer Messe im UBZ stellten sie ihre Ergebnisse vor.

Was ist eigentlich ein Loheisen? Wer gilt als Polizist des Waldes? Und wie viel Energie liefern die Heiligenhauser Bäume? Spannende Antworten auf diese Fragen lieferten die Fünftklässler der Gesamtschule gestern zum Abschluss ihres Waldprojekts am Umweltbildungszentrum. „Toll, dass ihr euch mit der Umwelt befasst. Denn ihr müsst eventuell später die Probleme lösen, die unsere Generation womöglich hinterlässt“, macht Schuldezernent Michael Beck bei der Begrüßung der Schüler die Ernsthaftigkeit des Themas deutlich – wobei der Spaß bei den Projekten nicht zu kurz kam.

Über Monate hinweg erarbeiteten die Schüler mit Unterstützung von Stadtförster Hannes Johannsen Präsentationen zu den Themen Frühling, Urban Gardening, Regenerative Energien und Nachhaltigkeit, waren dafür auch im Wald unterwegs.

Heiligenhauser Wald liefert eine Menge Energie

An 24 Messeständen stellen sie am UBZ ihre Ergebnisse vor. Und die sind zum Teil beeindruckend. „Der Heiligenhauser Wald liefert so viel Energie wie 143 000 Liter Öl“, erklärt die elfjährige Helen ihrer Zuhörern – neben Michael Beck staunen auch Schulleiterin Gabriele Arnsmann und der erste stellvertretende Bürgermeister Heinz Peter Schreven bei dieser Zahl nicht schlecht – entspricht das immerhin 700 Fässern. „Dafür müsste man den Wald nicht abholzen, sondern könnte nachhaltig fällen“, verdeutlicht Johannsen.

Am Nebenstand erklären Mitschüler die Werkzeuge der Waldarbeiter. Loheisen, Hüppe und Eichelsähstab sind den Zuhörern (und auch dem Autor) unbekannt. Mit einem Loheisen wird beispielsweise die Rinde von einem Baum entfernt – Schulleiterin Gabriele Arnsmann lässt sich das gleich praktisch zeigen. „Gar nicht so einfach, stellt sie fest.“ Mit einer Hüppe (eine Art Messer) wird Unkraut entfernt, damit andere Pflanzen Licht bekommen. Der Eichelsähstab erklärt sich durch seinen Namen. Die kleine Frucht wird damit bequem in den Boden gesetzt.

Der Polizist des Waldes passt auf

Eicheln eingraben, das macht übrigens auch der Eichelhäher. Der zehnjährige Jonas hat eine Präsentation über den Vogel vorbereitet, der auch Polizist des Waldes genannt wird. Nicht wegen seiner blauen Federn, die an eine Uniform erinnert, sondern weil er mit seinem Ruf andere Tiere vor Feinden warnt. „Er lebt vor allem in Europa und Asien“, weiß Jonas.

Gar nicht so weit weg muss man, wenn man Windräder sehen will. Möglich ist das in Heiligenhaus aber nur von Hetterscheidt dem Isenbügeler Kopf aus, also von besonders hohen Punkten, lernt man am nächsten Stand. Noch etwas weiter geht es um das Thema Urban Gardening, dicht damit verbunden ist das Upcycling, „also das Konzept, bei dem man mit tollen Ideen und wenig Platz Essen anbaut“, erklärt Hannes Johannsen. Die Kresse in den aufgeschnittenen Milchkartons gedeiht jedenfalls wunderbar.

Kinder können draußen in der Natur forschen

Wunderbar findet Hannes Johannsen auch das Konzept mit mehreren Messeständen. „Schön ist, dass die Kinder ihre eigenen Projekte den Mitschülern erklären“, findet er. Schuldezernent Michael Beck selbst hat an den Ständen „auf jeden Fall noch etwas gelernt“. Und Schulleiterin Gabriele Arnsmann würde das Projekt gerne in den nächsten Jahren fortsetzen, weil die Kinder auch draußen in der Umwelt lernen – ganz natürlich eben.

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