Bestattungen

Lösung für Heiligenhauser Friedhof lässt auf sich warten

Auf dem städtischen Friedhof an der Friedhofsallee gibt es viele freie Flächen.

Auf dem städtischen Friedhof an der Friedhofsallee gibt es viele freie Flächen.

Foto: Hans Blossey

Heiligenhaus.  Die Verhandlungen zur Kooperation mit den Kirchengemeinden sind schwierig. Die Suche nach einem Areal für einen Tierfriedhof dauert ebenfalls an.

Über die Zukunft des städtischen Friedhofs wird bereits seit einigen Jahren diskutiert. Durch die sich verändernde Bestattungskultur ist das rund 36.000 Quadratmeter große Areal an der Friedhofsallee immer weniger ausgelastet. Ein richtiges Konzept, wie es weitergehen soll, lässt aber auf sich warten. Anders bei dem von der SPD vorgeschlagenen Tierfriedhof, wo es neue Entwicklungen gibt.

Während früher große Gräber für mehrere Särge die Regel waren, geht der Trend immer mehr zu Urnenbestattungen. Die nehmen deutlich weniger Platz in Anspruch. Diese sich ändernde Bestattungskultur hat auch Auswirkungen auf den städtischen Friedhof, wo immer mehr Grabflächen ungenutzt bleiben. Die Politik hatte bereits 2016 über mögliche Lösungen diskutiert.

Stadt führt Gespräche mit den Gemeinden

Die Verwaltung nahm daraufhin Gespräche mit der katholischen und evangelischen Gemeinde über eine Kooperation auf. Beide seien an einer Zusammenarbeit interessiert. Wie diese aussehen wird, sei noch ungewiss, da eine Kooperation zwischen Städten bereits bekannt ist, mit anderen Trägern nicht, heißt es auf WAZ-Anfrage aus dem Rathaus.

Eine Schließung des städtischen und eine Zusammenlegung mit dem evangelischen Friedhof, das hielt auch die CDU in der Vergangenheit schon für denkbar. „Die Verhandlungen dauern bereits lange an, ein Ergebnis wäre schön. Wir müssen eine Antwort auf die veränderte Begräbniskultur finden“, so CDU-Fraktionschef Ralf Herre. Rechtlich müsse so eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit aber auch sicher sein, sagt Kerstin Ringel. Wann hier ein Ergebnis vorliegt, bleibe abzuwarten.

Weitere Flächen für Tierfriedhof werden geprüft

Einen abgegrenzten Teil des städtischen Friedhofs oder aber eine nicht genutzte Fläche anderswo in der Stadt könne man auch für einen Haustierfriedhof nutzen, sagt Ingmar Janssen von der SPD. Die Sozialdemokraten hatten die Idee für so eine Begräbnisstätte erstmals im Jahr 2017 eingebracht. Einstimmig erteilte die Politik damals der Verwaltung den Auftrag, sie solle mögliche Standorte prüfen. „Es wundert einen schon, warum das so lange dauert. Eventuell fehlt da der notwendige Ernst, sich um das Thema zu kümmern“, bemängelt Janssen. In der Bevölkerung sei die Idee jedenfalls auf großen Zuspruch gestoßen.

„Wir haben zwei potenzielle Flächen im Außenbereich identifiziert. Es gab auch private Interessenten, die sich den Betrieb eines Tierfriedhofs hätten vorstellen können“, berichtet Kerstin Ringel. Der Kreis Mettmann habe die Einrichtung dort aber aus umweltrechtlichen Gründen untersagt.

Inzwischen, so berichtet Bürgermeister Michael Beck, habe man weitere potenzielle Areale identifiziert. „Wir prüfen nun, ob Flächen dabei sind, die dann auch beim Kreis genehmigungsfähig wären.“ Die Stadt würde einen privaten Betreiber für einen Tierfriedhof bevorzugen, statt diesen in Eigenregie zu betreiben.

Ein Tierkrematorium ist ebenfalls im Gespräch

Im jüngsten Ausschuss für Bürgerservice und Sicherheit brachte die SPD zudem noch den Vorschlag für ein Tierkrematorium ein. Auch dieses Thema sowie die damit verbundenen Kosten und Auflagen will die Verwaltung nun prüfen und der Politik dann erneut vorlegen.

Ob und wo es dann eine letzte Ruhestätte für Haustiere in Heiligenhaus geben wird, hängt letztlich von der Politik ab. Bis zu einer Entscheidung dürfte aber wohl noch einige Zeit vergehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben