Produktiv in Heiligenhaus

Familienbetrieb aus Heiligenhaus genießt weltweiten Ruf

„Überall, wo Gas- und Ölpipelines gebaut werden, sind unsere Produkte vertreten“:Geschäftsführerin Claudia Mense sieht ihr Familienunternehmen, die Elmed Dr. Ing. Mense GmbH, für die Zukunft gut aufgestellt.

„Überall, wo Gas- und Ölpipelines gebaut werden, sind unsere Produkte vertreten“:Geschäftsführerin Claudia Mense sieht ihr Familienunternehmen, die Elmed Dr. Ing. Mense GmbH, für die Zukunft gut aufgestellt.

Foto: Socrates Tassos

Heiligenhaus.   Das Unternehmen Elmed stellt in Heiligenhaus industrielle Prüf- und Messgeräte her, etwa für Gas- und Ölpipelines. Es besteht seit 70 Jahren.

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Die wenigsten Kunden des Unternehmens Elmed wissen wohl, wo Heiligenhaus liegt, geschweige denn die Weilenburgstraße, wo die Firma jetzt ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert hat. Doch die industriellen Prüf- und Messgeräte von Elmed haben in der Branche weltweites Renommee. „Überall, wo Gas- und Ölpipelines gebaut werden, sind unsere Produkte vertreten“, sagt die Geschäftsführerin Claudia Mense.

„Stolz sind wir auf unsere Marke Isotest.“ Dieses Gerät überprüft als tragbare oder stationäre Variante Beschichtungen zum Schutz gegen Rost, etwa bei Stahlrohren. Denn Beschädigungen und Lecks seien ein großes Problem und mit hohen Kosten verbunden, besonders wenn eine Leitung am Meeresboden verlegt wurde. Ein Monopolist sei das Unternehmen nicht, es gebe zwei Konkurrenten in den USA und zwei in Großbritannien, „aber wir sind im deutschsprachigen Raum sicherlich Marktführer“.

Gegründet für die Reparatur medizinischer Geräte

Dabei gründete der Ingenieur Dr. Ludger Mense in Essen die Elmed Dr. Ing. Mense GmbH nach dem Krieg für die Reparatur medizinischer Geräte. Später entwickelte er Blitzgeräte für Fotoapparate; durch den damaligen Firmenstandort im Ruhrgebiet auch eine Version für unter Tage. Als jedoch die Japaner in den 60er Jahren mit Massenware auf den Fotomarkt drängten, so die Tochter des Gründers, habe sich die Firma sich neu aufstellen müssen. „In dieser Phase gab es ein geschichtsträchtiges Treffen zwischen der damaligen Ruhrgas AG und Elmed“, sagt Mense. Der Konzern gab ein Hochspannungsprüfgerät in Auftrag, das Elmed entwickelte und baute. Daraus entstand eine Zusammenarbeit, die weiterhin andauert.

Parallel entwickelte das Familienunternehmen eigene Hochleistungsstroboskope (Blitzgeräte), mit denen die Drehzahl rotierender Maschinen ermittelt wird – unter anderem in Druckereien, in der Textilindustrie oder bei Autozuliefern. Diese beiden Produktbereiche sind bis heute die Hauptgeschäftsfelder.

Firmensitz wurde im Jahr 1970 nach Heljens verlegt

Der Betrieb war damit erfolgreich, und um zu wachsen, verlegte Elmed den Firmensitz 1970 von Essen nach Heiligenhaus. Mense erinnert sich gut: Das Gewerbegebiet entstand gerade, die Bäume drumherum waren kleine Setzlinge und kurz vor dem Umzug lief der Keller voll Schlamm, weil es weder Kanal noch asphaltierte Straßen gab.

Seither ist die Firma gewachsen und hat 1987 einen Gebäudetrakt angebaut; Produktion, Forschung und Vertrieb sind weiterhin unter einem Dach. Das Erfolgsgeheimnis sei, die Produkte ständig weiterzuentwickeln. Langlebig müssten die Geräte sein und auf dem neusten Stand. „Der Stellenwert der Software ist hierbei kontinuierlich gewachsen“, wie im Büro: Dem Computer, den Claudia Mense in den 80er Jahren nach ihrem Wirtschafts- und Elektrotechnikstudium als neue Chefin anschaffte, sind viele modernere gefolgt. „Der Verkäufer meinte damals, dass wir die Festplatte mit 20 Megabyte niemals vollkriegen“, erinnert sie sich und lacht.

Damit Elmed zukunftsfähig bleibt, möchte Mense den internationalen Markt der Firma vergrößern. Ein neues Einsatzgebiet für die Hochspannungsprüfgeräte seien Flachdächer von Industriebauten, die natürlich dicht sein müssen.

Die Digitalisierung ist eine Chance

Eine Chance sei zudem die Digitalisierung. So sei es hilfreich, wenn man große Flächen prüft (etwa eine Rauchgasentschwefelungsanlage mit den Ausmaßen des Gasometers in Oberhausen), automatisch erfassen zu können, welche Bereiche des Innenraums schon überprüft sind.

„Auf dem Weltmarkt die Nase über Wasser zu halten, ist eine ständige Herausforderung. Langweilig wird es nie.“ So sei bei den großen Pipelines immer Politik im Spiel. Gute Preise, neueste Technik, das spiele dabei keine Rolle mehr.

Doch Mense sieht Elmed gut aufgestellt. „Unsere Marktnische ist sehr speziell. Die Konkurrenz großer Konzerne müssen wir nicht fürchten. Der beste Schutz vor Produktpiraterie ist, dem Wettbewerb immer zwei Schritte voraus zu sein.“

Überlegungen, Heiligenhaus zu verlassen, gebe es übrigens nicht, so Claudia Mense: „Wenn wir uns vergrößern wollen, gibt es hier noch Möglichkeiten, anzubauen.“

>>> Elmed beschäftigt 25 Mitarbeiter

  • 25 Beschäftigte arbeiten derzeit bei Elmed, „und viele sind echte Multitalente“, lobt Chefin Claudia Mense, die Tochter des Firmengründers.
  • Über 13 000 Kunden weltweit hat das Familienunternehmen an der Weilenburgstraße, darunter auch viele Stadtwerke mit einem großen Netz.
  • Weitere Informationen zur Elmed Dr. Ing. Mense GmbH gibt es auf www.elmed.de
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