Gesprächsreihe

Erzählcafé: Brennendes Interesse an Feuerwehrgeschichten

Altbürgermeister Peter Ihle (links) hat beim Erzählcafé viele Fragen an den Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, Ulrich Heis. Die rund 30 Zuhörer genießen das lockere und informative Gespräch.

Altbürgermeister Peter Ihle (links) hat beim Erzählcafé viele Fragen an den Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, Ulrich Heis. Die rund 30 Zuhörer genießen das lockere und informative Gespräch.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.  Im Gespräch mit Peter Ihle berichtet der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus, Uli Heis, beim Erzählcafé auch von dramatischen Einsätzen.

Peter Ihles Erzählcafé an der Volkshochschule erfreut sich stets großer Beliebtheit – diesmal hatte der Altbürgermeister den Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, Ulrich Heis, zum Gespräch geladen. Bei Kaffee und Kuchen erfuhren die Gäste viel über das System „Rettungswesen“, über Aufgabenfelder und über zum Teil kuriose und dramatische Einsätze.

So richtig wusste der langjährige Feuerwehrmann Ulrich „Uli“ Heis auch nicht, auf was er sich da eingelassen hatte bei seiner Zusage zur Teilnahme am Erzählcafé. Dazu lädt Peter Ihle seit zehn Jahren einen Gesprächspartner ein, um in lockerer Atmosphäre über lokale Themen zu plaudern.

Polizei und Feuerwehr dürfen bei Gefahr Türen öffnen

Aber: alle Unsicherheiten sind unbegründet: Vom ersten Augenblick an fesselt der Chef der Freiwilligen Feuerwehr die interessierten Zuhörer, lässt sich gerne von der entspannten Stimmung anstecken. Dass diesmal der Feuerwehrleiter zu Gast ist, ist übrigens kein Zufall. „Als ich vor kurzem den Rettungsdienst rufen musste, weil ich einen Schwerverletzten in einem Treppenhaus gefunden hatte, fragte ich mich, wer in einem derartigen Fall die Wohnung betreten dürfte“, lässt Peter Ihle die rund 30 Besucher der Veranstaltung wissen. Und die Antwort darauf erfolgt prompt: „Bei Gefahr in Vollzug – so nennen wir solche Einsätze – haben sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr das Recht, Türen zu öffnen, je nach dem, wer zuerst am Einsatzort ankommt.“

Schon als kleiner Junge, so Heis, habe er Feuerwehrmann werden wollen. „Ich habe damals schon lieber mit Feuerwehrautos als mit Eisenbahnen gespielt. Außerdem waren mein Vater und mein Großvater beide bei der Feuerwehr. Ich denke, es liegt wohl in den Genen“, mutmaßt der 65-jährige Verwaltungsangestellte, der demnächst in den Ruhestand geht.

Seit 47 Jahren im aktiven Dienst

Seit 47 Jahren ist er nun aktiv im Dienst der öffentlichen Sicherheit, bei Hunderten Einsätzen pro Jahr kann er sich längst nicht an alle erinnern – an manche dafür um so mehr. „Als ich jung war, wurden wir mal zu einem Brand in der 13. Etage des Hochhauses Werkerhofplatz gerufen. Als wir in die Wohnung kamen, saß da im Sessel ein völlig skelettierter Mann. Solche Bilder vergisst man nie.“ Auch die entlaufenen Pferde, die auf der Höseler Straße teils schwer verletzt worden waren und der Großbrand der Firma Mosca in der Wassermangel sind ihm in besonderer Erinnerung geblieben.

Anekdoten sind das eine, Fakten das andere: So erfahren die gespannten Zuhörer auch, dass die Feuerwehr innerhalb von acht Minuten am Rettungsort eintreffen muss. Doch dies ist nicht immer umsetzbar: „Als Ehrenamtler schläft man normalerweise zuhause im eigenen Bett. Da ist es manchmal nicht möglich, sich innerhalb dieser Zeitspanne anzuziehen, mit dem Auto zur Wache zu fahren, in die Dienstkleidung zu schlüpfen und schließlich einsatzbereit im Löschfahrzeug zu sitzen“, erläutert der Wehrleiter. Und: Notrufe landen nicht in Heiligenhaus, sondern in der Hauptwache in Mettmann und werden von dort aus koordiniert.

Besucher lernen beim Erzählcafé immer dazu

„Es hat viel Spaß gemacht, hier zu sein“, sagt der Referent zum Abschluss nach rund zwei Stunden, „aber das Wichtigste ist, dass die Bürger Einblicke in unsere Arbeit erhalten“. Ein Ziel, das Uli Heis offensichtlich erreicht hat. „Auch heute werde ich wohl mit einer Menge Neuwissen nach Hause gehen“, schwärmt Herrmann Fahle, einer der Stammgäste im Erzählcafé. Zuhörer Hans Sacher kann das nur bejahen. „Ich erfahre hier etwas über Dinge und Themen, wovon ich vorher dachte, es interessiert mich überhaupt nicht.“

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