Kommentar

Endlich die Zukunft des Heljensbads klären

WAZ-Redakteurin Katrin Schmidt thematisiert am Ende der Woche das Heljensbad.

WAZ-Redakteurin Katrin Schmidt thematisiert am Ende der Woche das Heljensbad.

Foto: Tassos

Heiligenhaus.  Dass das Heiligenhauser Heljensbad mit allen Schäden überhaupt noch in Betrieb ist, ist ein Wunder, kommentiert WAZ-Redakteurin Katrin Schmidt.

Immer mehr Bäder in Deutschland schließen: Die Ausgaben steigen, die Einnahmen sinken, ein Betrieb ist kostendeckend kaum möglich. Zumindest nicht, wenn man keine Eintrittspreise von weit über 20 Euro nimmt und die Besucherzahlen dennoch hoch sind. Ein Schwimmbad, das muss man wollen. Und das sollte man unbedingt, denn parallel zum Anstieg der Bäderschließung steigt leider die Anzahl der Nichtschwimmer. Eine fatale Entwicklung.

Doch wollen das die Verantwortlichen überhaupt? Das war in den letzten Jahren eine der Hauptfragen bei der Diskussion um die Zukunft des Heljensbads. Nun kann man sagen: Die Stadt und die Stadtwerke tun dies ganz offensichtlich, denn einen wirtschaftlichen Grund, das Bad gerade in dieser Corona-Krisenzeit zu betreiben, gibt es nicht. Das Minus wird 2020 sicherlich noch größer werden.

Ein wenig Normalität in der Krise

Durch die Badöffnung haben die Heiligenhauser ein wenig Normalität genießen können. Viele Besucher zeigten sich froh und glücklich nach dem Schwimmen. Dass sie das überhaupt konnten, ist aber einzig und allein der Verdienst von Bäderleiter Holger Brembeck und seinem Team. Sie schaffen es, ein Bad weiter zu betreiben, dass eigentlich schon seit Jahren kaputt ist. Und das in einer Zeit, in der andere Bäder kapitulieren und gar nicht erst öffnen. Chapeau!

Nun ist jedoch die große Frage: Wann passiert endlich was? Wann gibt es eine Entscheidung über die Zukunft des Heljensbads? Getan hat sich in den letzten Jahren – Stand jetzt – scheinbar nicht viel. Mit dem WAZ-Leserbeirat ging es vor Jahren schon in die Katakomben des Hallenbads. Seitdem ist allen klar: Das Ende ist ganz nah.

Nostalgie darf es nicht geben

Gefragt ist jetzt die Politik – alle Parteien wollen sich einsetzen zum Wohle der Stadt. Dann sollen sie sich ganz bald hinsetzen und eine gemeinsame Lösung finden. Spannend wird dabei sein, wie die SPD unter neuer personeller Führung die Diskussion annehmen wird und ob sie von ihrer Forderung, alles so zu belassen, wie gehabt, abrücken kann. Das Heljensbad braucht ein zukunftsfähiges Konzept und kein Festhalten an alten Strukturen aus nostalgischen Gründen. Denn dass das Festhalten an Nostalgie nicht zielführend ist, sollten die Sozialdemokraten schließlich am besten wissen. Hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Heiligenhaus.

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