Brauchtum

Die Sternsinger segnen das Heiligenhauser Rathaus

Gut 40 Sternsinger sind in den großen Saal des Rathauses gekommen und haben für Bürgermeister Michael Beck (Mitte, links) gesungen.

Foto: Alexandra Roth

Gut 40 Sternsinger sind in den großen Saal des Rathauses gekommen und haben für Bürgermeister Michael Beck (Mitte, links) gesungen. Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.   Bürgermeister Michael Beck begrüßte am Dienstag gut 40 Könige und Königinnen aus dem Morgenland. Die Aktion gibt es inzwischen seit 60 Jahren.

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Der Erzbischof hat sie im Dezember im Kölner Dom empfangen und jetzt hat Bürgermeister Michael Beck die Heiligenhauser Sternsinger ins Rathaus eingeladen. Viele der Kinder, die extra ihre Kronen, Umhänge tragen und den Sternstab in der Hand halten, sind am Dienstagmorgen sichtlich aufgeregt und voller Vorfreude.

Ebenfalls freut sich Michael Beck, denn schon seit 60 Jahren entsendet die katholische Kirche Kinder, die den Segen bringen. Zur Feier des Tages kann er dann auch besonders viele „Könige und Königinnen aus dem Morgenland“ begrüßen und lobt sie dafür, dass sie sich für andere Kinder einsetzen, die nicht so viel Glück im Leben haben, die nicht wie die Heiligenhauser zur Schule gehen dürfen, weil sie arbeiten müssen, um ihre Familie zu ernähren. „Ich habe für euch einen kleinen Umschlag im Jackett“, sagt Beck zu seinen über 40 kleinen Besuchern und flachst: „Wenn wir eine ganz reiche Stadt wären, hätte ich für jeden von euch einen Umschlag.“

Als Dankeschön singen die Kinder ein berühmtes Lied

Als Dankeschön singen die Kinder in der Verkleidung von Caspar, Melchior und Balthasar das Lied ‘Stern über Bethlehem’, und eine Handvoll bringt später an der großen Rathaustür den Segensspruch an, modern als Aufkleber statt traditionell mit weißer Kreide. Dazu gehört auch die zehnjährige Ena. „Ich war schon ganz oft bei den Sternsingern dabei“, sagt sie, „aber im Rathaus bin ich das erste Mal.“ Richtig gut findet sie den Besuch, „und der Bürgermeister ist nett“.

Ohnehin hat sie bisher bei ihren Sternsinger-Touren durch den Gießerweg und den Nonnenbruch nur positive Erfahrungen gemacht. „Die Leute freuen sich immer, wenn wir klingeln.“ Das bestätigt auch Michael Hoffart vom Organisationsteam. „Besonders Ältere warten lange darauf und sind zu Tränen gerührt, wenn die Kinder singen.“ Zudem sei in Heiligenhaus „die Spendenbereitschaft riesengroß“. Bislang seien schon über 15000 Euro gespendet worden, und Hoffart ist hoffnungsvoll, dass die Vorjahresmarke von gut 30 000 Euro wieder erreicht wird. Erfahrungsgemäß würden viele noch die Gelegenheit nutzen, per Überweisung Geld zu senden. Besonders erfreulich findet Hoffart, dass auch Muslime Geld spenden, „wenn wir klingeln, und dann bekommen sie natürlich auch den Segen“.

Süßigkeiten gibt’s jede Menge

Zwar seien die Sternsinger mit der katholischen Kirche verbunden, die Aktion sei aber überkonfessionell und auch muslimische Kinder können sich daran beteiligen – in diesen Jahr sind wieder insgesamt rund 120 Sternsinger in Heljens unterwegs. Und sie kommen auf ihren Segenstouren hervorragend an; nicht nur Geld geben die Menschen, sondern „Süßigkeiten en masse“, so viele gar, sagt Hoffart, dass etliche Schokoladentafeln an die Tafel gehen.

Die Geldspenden fließen dagegen traditionell an Hilfsprojekte von Pater James in Indien und von Bischof Bernardo Johannes Bahlmann im brasilianischen Óbidos. „Nicht jeder gibt etwas, wenn die Sternsinger kommen. Aber uns wird niemals die Tür vor der Nase zugeschlagen“, sagt Hoffart und erinnert daran, dass es keinen Mindestpreis gibt. „Für zwei Cent gibt es natürlich genauso den Segen.“ Zumal das Geld gar nicht das Wichtigste bei der Aktion sei. Vor allem wollen die Sternsinger Freude in die Stadt bringen, weshalb bei den Touren auch nicht zwischen lukrativen und unlukrativen Gebieten unterschieden werde. „Wir wollen möglichst die ganze Stadt abdecken.“

Organisatoren suchen weitere Kinder und Erwachsene

Damit das im nächsten Dezember besonders gut klappt, suchen die Organisatoren noch interessierte Kinder, aber auch Erwachsene als Begleiter. „Ich bin beim nächsten Mal wieder dabei“, verspricht die zehnjährige Ena, beißt in ihren Muffin und nimmt einen Schluck Saft. Beides hat Bürgermeister Michael Beck für die Sternsinger spendiert und rundet damit den aufregenden Besuch der Kinder ab.

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