Natur

Die Heiligenhauser Bienen geraten derzeit ins Schwärmen

Ulf Kruse kümmert sich mit seiner Tochter Nicole Kruse um neun Bienenvölker.

Ulf Kruse kümmert sich mit seiner Tochter Nicole Kruse um neun Bienenvölker.

Foto: Sarnoch

Heiligenhaus.  Noch bis Ende Juni sind manche Bienenvölker unterwegs und suchen sich ein neues Zuhause. Imker Ulf Kruse erklärt, wieso die Insekten das machen.

Schon seit Anfang Mai und noch bis Ende Juni kann es auch in Heiligenhaus passieren, dass sich im heimischen Apfelbaum, am Dachfirst oder sogar am Fahrrad vor der Haustür ein Schwarm Bienen häuslich niederlässt und beginnt, ein neues Zuhause zu bauen – denn bis dahin ist Schwarmzeit. Sollten sich die summenden Tiere tatsächlich einen für den Menschen unzumutbaren Platz ausgesucht haben, empfiehlt Ulf Kruse, Vorsitzender des Kreisimkervereins Mettmann, einen Anruf beim Bienenzuchtverein oder bei der örtlichen Polizei, die den Anrufer an die zuständigen Stellen weiterleitet.

An gut erreichbaren Orten kann der Schwarm dann von Profis eingesammelt werden. Kruse erklärt auch, wie es bei den Bienen im Frühjahr überhaupt zum Schwärmen kommt. „Wenn die Königin, die bis zu fünf Jahre alt werden kann, nach dem Winter ihre Brutpause beendet, legt sie pro Tag 2000 Eier. 21 Tage vergehen bis zum Schlupf – nach diesen drei Wochen wächst das Volk dann also täglich um 2000 Bienen.“

Nur wenige Bienen überleben den Winter

Und irgendwann wird der Bienenstock einfach zu eng für die große Menge an Tieren. Die Königin verlässt mit der Hälfte des Volkes den Stock. 50.000 bis 60.000 Bienen leben gewöhnlich in einem Stock, nur 5000 bis 10.000 davon überwintern aber auch, der Rest stirbt.

Ist also die Höchstzahl an Insekten im Frühjahr wieder erreicht, setzt bei den Bienen der Schwarmtrieb ein und sie beginnen mit dem Bau von Weiselzellen. „Die Larve in so einer Zelle wird von den zuständigen Ammenbienen mit Gelée royale gefüttert, während die anderen eine Mischung aus Nektar und Pollen bekommen, und entwickelt sich ausschließlich aufgrund der unterschiedlichen Fütterung zu einer Königin“, erläutert Kruse.

Kurz vor dem Schlüpfen der neuen Königin verlässt das alte Oberhaupt mit der Hälfte der Untertanen den Stock. Nicht auf gut Glück natürlich – Späher haben vorher ausgekundschaftet, wohin ein Umzug lohnt, der bestmögliche Platz wird dann zum Ziel erkoren. „Wenn dann alle auf einmal zu ihrem neuen Zuhause aufbrechen, ist das sehr beeindruckend, es geht los mit einem großen Gebrause“, erläutert der Bienenfreund Kruse, der sich gemeinsam mit seiner Tochter Nicole Kruse um gleich neun Völker kümmert.

Schwärmen kann verhindert werden

Wenn Imker ein Schwärmen verhindern möchten, können sie, bevor Weiselzellen gebaut werden, einige Eier und Bienen in einen neuen Bienenstock umsetzen. Die Flugbienen ziehen umgehend wieder in den alten Stock um, die Arbeiterbienen ziehen sich aus einem Ei eine neue Königin. Honig schleudern wird Ulf Kruse übrigens im Juni und dann noch einmal im August oder September. Die Freude an seinen Bienenvölkern begleitet ihn aber das ganze Jahr hindurch.

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