Finanzen

Diakoniezentrum an der Schulstraße wird zur Geldanlage

Das Diakoniezentrum Heiligenhaus soll an einzelne Kapitalanleger verkauft werden.

Das Diakoniezentrum Heiligenhaus soll an einzelne Kapitalanleger verkauft werden.

Foto: www.blossey.eu

Heiligenhaus.   Ein Investor möchte 100 Apartments an Anleger verkaufen. Für Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims ändere sich nichts, so die Bergische Diakonie.

Das Diakoniezentrum an der Schulstraße wird zur Kapitalanlage für Kleininvestoren. Ein Projektierer aus Niedersachsen bietet künftig 100 Wohnungen und Apartments in dem Seniorenheim zum Kauf an. „Privatleute oder Firmen können im Objekt rechtlich gesehen eine Eigentumswohnung mit Grundbucheintrag erwerben“, erklärt Raik Lubitz, Geschäftsführer Marketing bei der Wirtschaftshaus-Gruppe aus Garbsen bei Hannover das Modell.

Gekauft werden können ein oder mehrere Zimmer inklusive Teile der Gemeinschaftsflächen in der Senioreneinrichtung. Die Käufer schließen sich in einer Eigentümergemeinschaft zusammen. Das Gebäude, das unter anderem 80 vollstationäre Pflegeplätze, die Station eines Beatmungspflegedienstes sowie betreutes Wohnen und Wohngruppen beherbergt, soll auf diese Weise vollständig in Teileigentum umgewandelt werden.

Betrieb läuft wie gewohnt weiter

Für die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims werde sich durch den Verkauf der Apartments an die Kapitalanleger nichts ändern, versichert Gerhard Schönberg, kaufmännischer Vorstand der Bergischen Diakonie. „Wir bleiben der Mieter und Betreiber des Diakoniezentrums und führen alles wie gewohnt weiter.“ Das werde auch in den kommenden Jahren so bleiben (siehe Infokasten).

Der Investitionskostenanteil (Miete) für die Bewohner werde sich durch den Eigentümerwechsel nicht verändern. „Die Miete ist ein durchlaufender Posten. Wir erhalten diese weiterhin von den Bewohnern und geben sie dann an den eingesetzten Verwalter weiter.“ Der wiederum leitet die Pacht an die Eigentümer der Wohnungen weiter.

Keine Sonderrechte für Käufer

Die Bewohner müssten nicht befürchten, ihren Platz in der Einrichtung zu verlieren, versichert Raik Lubitz. „Im Kaufvertrag gibt es für die Käufer kein Eigennutzungsrecht. Den Bewohnern kann damit nicht gekündigt werden.“ Auch ein Vorbelegungsrecht – quasi ein besserer Wartelisten-Platz für ein Apartment – existiere nicht.

Die Bergische Diakonie wurde vor einigen Wochen über den Plan informiert, war jedoch nicht vertraglich beteiligt. „Wir hatten da als schlichter Mieter kein Mitspracherecht“, sagt Gerhard Schönberg, der aber auch keine Bedenken gegenüber dem Investor-Betreiber-Modell hat. „In einer ähnlichen Einrichtung in Wülfrath haben wir gute Erfahrungen damit gemacht. Bewohner und Mitarbeiter haben nichts von dem Wechsel bemerkt.“

Die Wirtschaftshaus-Gruppe will nach Ostern öffentlich mit der Vermarktung der Wohneinheiten beginnen. Zwei von ihnen sind laut Homepage des Investors bereits verkauft, fünf reserviert.

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