Natur

Der Fledermaus in Heiligenhaus auf der Spur

Dietmar Albrecht (links) vom Naturschutzbund Velbert/Heiligenhaus  erzählte den Teilnehmern der „Batnight“ viel Interessantes über die Fledermäuse am Abtskücher Stauteich.

Dietmar Albrecht (links) vom Naturschutzbund Velbert/Heiligenhaus erzählte den Teilnehmern der „Batnight“ viel Interessantes über die Fledermäuse am Abtskücher Stauteich.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Zur „Batnight“ bot Nabu-Experte Dietmar Albrecht ein Führung zu den schwarzen Fliegern an. Am Abtskücher Stauteich sich noch zwei Arten heimisch.

Die Sonne ist gerade über dem Abtskücher Stauteich untergegangen. „Wenn man jetzt meint, einen besoffenen Vogel flattern zu sehen, dann ist das eine Fledermaus“, sagt Dietmar Albrecht. Angestrengt schauen die Teilnehmer der 23. Internationalen Batnight in das Restlicht des Abendhimmels. „Da ist schon wieder eine!“ „Da auch!“

Der Fledermaus-Experte des Naturschutzbundes Velbert/Heiligenhaus hatte zuvor eine Menge Wissenswertes über das einzige fliegende Säugetier der Welt berichtet, das es bereits vor 55 Millionen Jahren gab, als der Mensch noch nicht existierte. Aber der Mensch war im vorigen Jahrhunderts im Begriff, die bemerkenswerten Flieger auszurotten. „Als ich Kind war, kam Holz groß in Mode, überall wurde Holz in den Häusern verbaut. Das war nicht weiter schlimm, aber die Industrie produzierte jede Menge Holzschutzmittel, deren Ausdünstungen die Tiere sterben ließ.“

Eine Fledermaus vertilgt 600 Mücken in einer Nacht

Fledermäuse sind nur nachts aktiv und vertilgen dabei rund 600 Mücken. Sie orientieren sich an Ultraschall hohen Tönen, die der Mensch nicht wahrnehmen kann. „Bis zu 20 Töne in der Sekunde sendet so ein Maus aus, wenn sie Beute sucht. Beim Jagen schaltet sie auf 200 Töne in der Sekunde um, umso besser wird das dabei erzeugte Bild“, weiß Albrecht.

Weltweit gibt es 950 Fledermausarten, in Deutschland rund 22 bis 24 Arten, an der Abtsküche zwei. „Neben der Zwergfledermaus und der Wasserfledermaus gab es hier den großen Abendsegler, der ist aber verschwunden“, bedauerte der Naturschützer. Während die großen Fledermäuse eine Spannweite bis zu zwei Meter haben, bringen es die Zwerge gerade mal auf 25 Zentimeter.

Die Tierchen fressen sich Winterspeck an

„Was wiegt den wohl eine solche Zwergfledermaus?“, wollte der Referent von seinen Zuhörern wissen und verteilte an jedem eine Fledermaus aus Fruchtgummi. „Genau so schwer ist eine Zwergfledermaus, rund vier Gramm. Ab September fressen sie sich einen Speckvorrat an und wiegen doppelt so viel.“ Weil im Winter keine Insekten fliegen, fangen die Fledermäuse bereits jetzt an, sich geeignete Quartiere für den Winterschlaf zu suchen und fliegen deshalb auch schon mal in Häuser. „Ist das passiert, packt man sie mit einem Handtuch und lässt sie fliegen“, so der Tipp des Experten, dem immer wieder Tiere zum aufpäppeln gebracht werden.

Kranke Tiere werden mit Mehlwürmern aufgepäppelt

„Wenn man tagsüber eine Fledermaus auf der Terrasse findet, ist klar, dass die krank oder verletzt ist“, so Albrecht, der die Kleinen nicht mit Mücken, sondern mit Mehlwürmern aufpäppelt. „Manchmal sind die nach drei Tagen wieder fit.“ Andere Schützlinge brauchen eine intensivere Pflege, da fallen neben Futter Auslagen für den Tierarzt an. „Dafür verwenden wir die Teilnehmerbeiträge der Batnight-Exkursion“, stellte Dietmar Albrecht klar.

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