Infotag

Demenz-Info-Tag in Heiligenhaus steht an

Nur über einen Spiegel versucht diese Besucherin die Schnürsenkel zu binden. Solche alltäglichen Dinge fallen Menschen mit Demenz sehr schwer.

Nur über einen Spiegel versucht diese Besucherin die Schnürsenkel zu binden. Solche alltäglichen Dinge fallen Menschen mit Demenz sehr schwer.

Foto: Funke Foto Services

Der 4. Demenz-Info-Tag im Club in Heiligenhaus hilft Angehörigen dabei, mit der Krankheit umzugehen.

„Demenz wird in drei Phasen eingeteilt und die erste Phase ist das Leugnen“, erklärt Diplom Sozialarbeiterin Cordula Krebs-Madeia. Keiner aus dem Umfeld soll mitbekommen, dass etwas nicht stimmt und auch der Betroffene selbst schiebt die Vermutung oftmals von sich weg. Mit dem 4. Demenz-Info-Tag möchte das Heiligenhauser Demenznetz die Krankheit aus der Tabuzone holen und Angehörigen Hilfestellung geben. Denn die Krankheit birgt so ihre Tücken, von der eigentlichen Diagnose bis zum Umgang mit dem Betroffenen.

„Selbst Flüssigkeit in ein Glas zu schütten oder Mensch-ärgere-dich-nicht zu spielen, ist fast unmöglich“, weiß Krebs-Madeia. Vorstellen können sich das gesunde Menschen nicht, aber sie können es erleben. Beim Demenz-Parcours müssen sie einfachste Dinge machen, allerdings nur mit einem Blick durch verspiegelte Oberflächen. Diese bringen das Gehirn durcheinander und sorgen für Frust. Zwei bis drei solcher Stationen wird es beim 4. Demenz-Info-Tag geben. „Diese dürfen allerdings nur gesunde Menschen testen“, so Krebs-Madeia. Für Angehörige die einen Betroffenen mitbringen möchten, gibt es im Club am 22. April ein Betreuungsangebot.

Neben dem Demenz-Parcours wird es Vorträge zum Thema Demenz geben. Zum einen wird Dr. Ulrich Meincke, Chefarzt der Psychiatrie im Klinikum Niederberg, über das allgemeine Krankheitsbild referieren. Zum anderen wird Diplompädagoge Erich Schützendorf Angehörigen Tipps und Tricks zum Umgang mit Menschen mit Demenz geben. „Man kommt an seine Grenzen und dann schaukelt sich die Situation oft hoch. Erich Schützendorf erklärt auf liebenswerte Art und Wiese wie man positive Momente erleben kann.“

Außerdem stellen sich natürlich auch die Organisatoren vor – das Heiligenhauser Demenznetz. Bei rund 450 bis 500 Erkrankten allein in Heiligenhaus und einer stetig wachsender Zahl an Neudiagnostizierten sind kurze Wege und eine gute Vernetzung von verschiedenen Angeboten wichtig. „Wir möchten zeigen, dass es Anlaufstellen innerhalb der Stadt und auch im ganzen Kreis gibt, an die sich Angehörige mit Fragen wenden können.“ Infos bekommen die Besucher von 13.45 bis 16.30 Uhr.

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