Corona

Corona: Tafel Niederberg liefert auch in Heiligenhaus aus

Studenten helfen nun bei der Tafel aus. Das freut die Verantwortlichen – hier Renate Zanjani (links) und Tanja Högström (2. von links) – ganz besonders.

Studenten helfen nun bei der Tafel aus. Das freut die Verantwortlichen – hier Renate Zanjani (links) und Tanja Högström (2. von links) – ganz besonders.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  In Heiligenhaus fallen die Tafeltage derzeit aus. Nun bringen freiwillige Helfer gepackte Tüten zu den Gästen – und die sind mehr geworden.

Nachdem die Tafel Niederberg Mitte März ihren Standortbetrieb, darunter auch den in Heiligenhaus an der Rheinlandstraße, einstellen musste, hat Tanja Högström von vielen Schicksalen erfahren. Über eine Handy-Notrufnummer meldeten sich etliche Menschen, die ohne das Angebot der Tafel um ihre Versorgung mit Lebensmitteln fürchteten.

„Den öffentlichen Betrieb mussten wir einstellen, weil unsere ehrenamtlichen Helfer größtenteils über 60 Jahre alt sind und Sorge um ihre Gesundheit hatten und wir gleichzeitig die Kunden schützen wollen“, erklärt Högström. „Zahlreiche Tafelgäste haben dann das Angebot genutzt, sich telefonisch zu melden, da sind etliche Hilferufe eingegangen.“

Neue, junge Helfer sind im Einsatz

Für das nun ersatzweise eingeführte Angebot der kontaktfreien Lieferung gibt es glücklicherweise auch neue Helfer: Studenten aus Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath haben sich gemeldet und bilden nun freiwillige Fahrerteams, die zweimal pro Woche gepackte Taschen ausliefern. „Wir beliefern um die hundert Haushalte, in denen oft eben auch drei, vier oder sechs Personen leben“, schildert Tanja Högström, „ungefähr ein Drittel dieser Haushalte liegen in Heiligenhaus.“

Zusätzlich zu den bekannten Tafelgästen haben sich Menschen gemeldet, die nun in Kurzarbeit sind oder ihre Arbeit ganz verloren haben. „Landrover hat uns Autos und Fahrer zur Verfügung gestellt, zwei weitere Autos kommen von den Stadtwerken Velbert“, freut sich Högström über die vielfältige Unterstützung.

Rücksicht nehmen auf Krankheiten der Gäste

Beim Packen der Lebensmittel-Taschen wird, wo nötig und möglich, Rücksicht genommen auf Religion und Krankheiten der Tafelgäste. „Eine Tüte soll für zwei Wochen reichen, wir wollen den Kunden damit ein sicheres Gefühl vermitteln. Haltbare Lebensmittel werden momentan von uns dazugekauft, weil viel davon ja in den Geschäften derzeit schwieriger zu bekommen ist.“

Auch das sei im übrigen für viele Kunden im März ein Problem gewesen: „Am Monatsende, wenn es finanziell richtig eng wird, waren günstige Lebensmittel ausverkauft, gerade Nudeln, Mehl oder Konserven.“ „Bei der Lieferung werden die Tüten dann vor die Haustür gestellt und wir warten so lange, bis jemand kommt, erst dann fahren wir weiter“, erläutert die Koordinatorin das Prozedere. „Auch die Bezahlung des Tafel-Obolusses ist momentan verschoben, wir notieren und verrechnen das.“

„Nachbarn kümmern sich umeinander“

14 Studenten und sechs eigene Helfer arbeiten auf Hochtouren – außerdem ist Tanja Högström „total gerührt vom Miteinander, das wir erleben. Nachbarn kümmern sich umeinander, viele gucken, wie es ihrem Umfeld geht.“

Und auch Werner Meuersmorp hatte eine tolle Idee: Jeden Dienstag steuert sein Partyservice 50 Mittagessen zur Verteilung bei – in Take-Away-Verpackungen werden die Mahlzeiten dann mit ausgeliefert und bieten eine schöne Abwechslung im Speiseplan. Eine Wiedereröffnung der Standorte ist übrigens noch nicht in Sicht: „Definitiv machen wir bis zum 4. Mai nicht auf, wahrscheinlich aber auch noch eine Zeit danach nicht“, sagt Högström. „Das Konzept soll vorher gut durchdacht werden.“

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