Verkehrssicherheit

Heiligenhaus: CDU plädiert für „Tote Winkel“- Spiegel

Trixi-Spiegel (wie hier in Lippstadt) sind gewölbt und gewähren eine 100 Grad Umsicht. Lkw- und Busfahrer können mit deren Hilfe unter anderem Radfahrer, die rechts neben ihnen stehen, erkennen.

Trixi-Spiegel (wie hier in Lippstadt) sind gewölbt und gewähren eine 100 Grad Umsicht. Lkw- und Busfahrer können mit deren Hilfe unter anderem Radfahrer, die rechts neben ihnen stehen, erkennen.

Foto: Stadt LIppstadt

Heiligenhaus.  Die CDU Heiligenhaus will mehr gegen Unfälle tun, die durch tote Winkel verursacht wurden, und beantragt die Installation von Trixi-Spiegeln.

Um aktiv etwas gegen die schweren Unfälle zu tun, die durch den toten Winkel beim Abbiegen von Lkw oder Bussen immer häufiger geschehen, plädiert die CDU für die Installation von sogenannten „Trixi-Spiegeln“ an exponierten Kreuzungen in Heiligenhaus. Für Deutschland schätzt die Unfallforschung der Versicherer, dass etwa ein Drittel der jährlich im Straßenverkehr getöteten Radfahrer bei Abbiegeunfällen durch rechtsabbiegende Großfahrzeuge ums Leben kommen.

Gewölbte Konvexspiegel ermöglichen großes Sichtfeld

Trixi-Spiegel sind gewölbte Konvexspiegel, die ein Sichtfeld von rund 100 Grad erlauben. Sie werden an einer Ampel oder neben einem Verkehrszeichen an der Kreuzung montiert – die Verkehrsteilnehmer können durch diese Spiegel sich selbst und den Bereich vor und rechts neben sich einsehen, Fahrradfahrer und Personen im toten Winkel sind somit sichtbar. Kostenpunkt: zwischen 100 und 250 Euro pro Spiegel.

Unfallzahl in Freiburg gesunken

In Freiburg, wo 160 dieser Spiegel bereits hängen, ist die Zahl der durch einen toten Winkel bedingten Verkehrstoten von neun auf einen gesunken. Auch München setzt mittlerweile diese Spiegel mittlerweile nach einer Pilotphase ein und hat vor, insgesamt 8000 Stück an 1100 Kreuzungen zu installieren. In der Schweiz gibt es mittlerweile rund 3000 Stück.

Spiegelname hat einen traurigen Hintergrund

Dass der Spiegel den Namen Trixi trägt, hat einen traurigen Hintergrund: Die Tochter des bayrischen Spiegelerfinders Ulrich Willburger hatte kurz zuvor selbst einen schweren, durch den toten Winkel bedingten Unfall. Die 13-jährige Beatrix „Trixi“ war damals – vor 25 Jahren – von einem rechts abbiegenden Betonmischer erfasst und überrollt worden. Sie überlebte schwer verletzt und ist seitdem halbseitig gelähmt.

Ruf nach Abbiegeassistenten

Dass sich diese simple und doch so sinnvolle Erfindung bislang nicht etabliert hat, kann sich Ulrich Willburger nicht erklären. Allerdings interessieren sich zunehmend Gemeinden und Städte für für die Verkehrsspiegel. Die allermeisten aber fordern nach wie vor Abbiegeassistenten in Großfahrzeugen, die aber für alle LKW letztlich erst ab 2024 Pflicht werden – obwohl die Technik seit langem einsatzbereit ist.

Tote Winkel-Schulungen für Grundschüler

Seit Jahren schult die Verkehrswacht Mettmann auch die Heiligenhauser Viertklässler in Kooperation mit der Feuerwehr, dem THW und den drei Heiligenhauser Speditionen Weiss, Röskes und Brückner zum Thema toter Winkel. Dabei werden die Kinder für die Gefahren des toten Winkels sensibilisiert, können selbst in einer Zugmaschine Platz nehmen und erleben dort, welche Bereiche der Fahrer nicht einsehen kann.

Antrag im Verkehrsausschuss

Die CDU Heiligenhaus wird einen entsprechenden Antrag beim kommenden Verkehrsausschuss am Dienstag, 22. September, einbringen. Darin soll die Verwaltung beauftragt werden zu prüfen, an welchen Kreuzungen solche Spiegel aufgestellt werden können, um im Rahmen der Mobilitätswende den Radfahrern und ihrem Bedürfnis nach maximaler Sicherheit im Straßenverkehr eine zunehmende Aufmerksamkeit zu schenken.

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