Ärgernis

Bürgerbüroleiter Stefan Kondring vermisst den guten Ton

Stefan Kondring würde sich von einigen Besuchern des Bürgerbüros bessere Umgangsformen wünschen.

Foto: Alexandra Roth

Stefan Kondring würde sich von einigen Besuchern des Bürgerbüros bessere Umgangsformen wünschen. Foto: Alexandra Roth

Stefan Kondring beklagt sich, dass sich seine Mitarbeiter Unverschämtheiten gefallen lassen müssten. Die Pöbeleien hätten auch zugenommen.

Den richtigen Ton: Den treffen einige Kunden des Heiligenhauser Bürgerbüros immer häufiger nicht mehr, wie dessen Leiter Stefan Kondring berichtet. Er beobachtet zunehmend Beleidigungen und Pöbeleien an seiner Arbeitsstätte. „Es bleiben verstärkt die Umgangsformen auf der Strecke“, klagt er.

Insbesondere bei Wartezeiten sei die Reizschwelle bei manchem Besucher sehr niedrig. „Die Leute treten hier ein und erwarten, dass sie sofort an der Reihe sind“, schildert Kondring. Dabei benähmen sie sich, „als ob wir ihre Untergebenen wären, die springen müssten, wenn sie pfeifen“.

Keine Terminvereinbarung nötig

Besonders negativ täten sich dabei einige „ältere Bürger, die schon lange in Heiligenhaus leben“ hervor, schildert der Bürgerbüroleiter weiter. „Sie kommen zu uns und treten nach dem Motto auf: ‘Ich zahle hier Steuern und damit Ihr Gehalt. Ich bin der König’“, so der 31-Jährige. Er betont aber in diesem Zusammenhang, dass das Gros der Menschen – auch der Senioren – sich vernünftig verhielten.

Doch die Unverschämtheiten, die die Mitarbeiter des Bürgerbüros erdulden müssten, nähmen in letzter Zeit zu, erläutert Kondring: „Da wird zum Beispiel eine Auszubildende angeherrscht, dass sie die Unfähigkeit in Person sei.“ Auch müssten sich Mitarbeiter, die etwa mitten in einem Telefongespräch seien und sich deswegen nicht unverzüglich um einen Besucher kümmern könnten, Pöbeleien gefallen lassen.

Umgangsformen sollten gewahrt werden

Dabei kann Kondring verstehen, dass man nicht immer guter Laune sein kann. „Es gibt auch immer mal ein Problem, weswegen die Leute unzufrieden sind. Dafür haben wir Verständnis.“ Auch seien die eigenen Mitarbeiter – und er selbst – nicht immer fröhlich gestimmt. „Trotzdem kann man gewisse Umgangsformen wahren.“ Im schlimmsten Falle, etwa wenn die Angestellten körperlich berührt würden, mache er auch von seinem Hausrecht Gebrauch „und setze die Leute vor die Tür“.

Zudem verweist Kondring darauf, dass das Bürgerbüro in seiner Form viel Service biete. „In anderen Städten müssen sie einen Termin vereinbaren, was dauern kann.“ Doch in Heiligenhaus sei das Bürgerbüro an sechs Tagen die Woche für den Publikumsverkehr geöffnet, jeder könne mit einem Anliegen hereinkommen. Kondring: „Dabei kann es eben auch mal zu Wartezeiten kommen.“

Zu Randzeiten ist weniger los

Insbesondere, wenn einige der insgesamt fünf Bürgerbüro-Mitarbeiter etwa urlaubs- oder krankheitsbedingt fehlten. „Dann können wir nicht, wie zum Beispiel beim Discounter, sagen, wir machen eine dritte Kasse auf.“

Allerdings könne der Bürger ‘Stoßzeiten’ vermeiden. „Gerade morgens von 8 bis 9.30 Uhr oder nach der Mittagspause haben wir nicht so viele Besucher hier. Wer es also einrichten kann, kann gerne zu diesen Zeiten kommen“, so Kondring.

>>> VIEL SERVICE IM BÜRGERBÜRO

Das Heiligenhauser Bürgerbüro ist die Melde- und Passbehörde der Stadt. Daneben können Bürger dort auch sonstige Behördengänge und Anliegen erledigen wie Gelbe Säcke abholen, Müllgefäße bestellen, oder Schwerbehindertenausweise, Parkausweise sowie Sperrmüllkarten beantragen.

Die Öffnungszeiten des Heiligenhauser Bürgerbüros, das sich neben dem Rathaus an der Hauptstraße 159 ( 13-0) im Rathaus-Innenhof befindet, sind wie folgt: montags und donnerstags von 8-18 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 8-13 Uhr sowie samstags von 9-12 Uhr.

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