Brandschutzverhütungsschau

Brandschutz an Isenbügeler Grundschule ist mangelhaft

Die Brandverhütungsschau der Heiligenhauser Feuerwehr Ende Januar in der Adolf-Clarenbach-Grundschule hat es ans Licht gebracht: Hier gibt es massive Brandschutzmängel

Die Brandverhütungsschau der Heiligenhauser Feuerwehr Ende Januar in der Adolf-Clarenbach-Grundschule hat es ans Licht gebracht: Hier gibt es massive Brandschutzmängel

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Heiligenhaus.  Regelmäßig müssen öffentliche Gebäude auf Brandschutzmängel hin begutachtet werden: An der Clarenbachschule herrscht nun massiver Handlungsbedarf.

Eins vorweg: Es ist an und für sich nichts besonderes, dass viele ältere Gebäude nach den heutigen Brandschutzverordnungen kaum eine Baugenehmigung erhalten würden – mit diesem Wissen führt die Feuerwehr regelmäßig sogenannte Brandverhütungsschauen durch. Das Isenbügeler Grundschulgebäude aber hat auch die Experten erschreckt, als sie Ende Januar die Fachbegehung durchgeführt haben.

Schulen sollten bereits 2019 begutachtet werden

„Die Brandverhütungsschau ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde und muss, je nach Gebäudenutzung, entweder alle drei oder sechs Jahre durchgeführt werden“, erklärte der stellvertretende Feuerwehrleiter Nils Vollmar im Immobilienausschuss in dieser Woche, „2018 hatten wir alle Kitas überprüft, 2019 standen die Schulen auf dem Plan, durch personelle Engpässe auch bei der Bauaufsicht war uns das aber leider nicht möglich, so dass das jetzt für 2020 ansteht“. Zwei große Bereiche werden bei den Begutachtungen überprüft: Zum einen der bauliche Brandschutz, zum anderen der organisatorische- Letzteres bedeutet, dass überprüft wird, in wieweit etwa an Bildungseinrichtungen das Personal sich mit Brandschutzmaßnahmen auskennt oder sich in Notfallsituationen richtig verhalten kann.

Grundschule zeigt erhebliche Brandschutzmängel auf

Im Fall der Clarenbachschule zeigte sich: Beide Bereiche weisen erhebliche Mängel auf. Im baulichen Bereich hat die Feuerwehr festgestellt: Brandwände, die alle sechzig Meter vorhanden sein müssten, finden sich nach 110 Metern, an den Brandschutztüren fehlen Dichtungen, die schwere Brandschutztür im Keller steht auf mit der Begründung, der Keller sei feucht. „Ganz besondere Sorge bereitet uns, dass es nur einen einzigen Fluchtweg gibt, ein zweiter Rettungsweg wäre über unsere Leitern aus fünf Meter Höhe“, beschreibt es Vollmar, ich bezweifele aber sehr, dass so eine Rettungsmaßnahme mit 40 Grundschülern problemlos ablaufen könnte.“

Erste Maßnahmen wurden durchgeführt

Dass im organisatorischen Bereich großer Nachholbedarf in Brandschutzwissen besteht, zeigt sich für die Experten vor allem darin, dass der einzig richtige Fluchtweg über den Schulflur mit Regalen, Schränken, Garderoben zugestellt war. „Die Richtlinie besagt, dass ein Fluchtweg komplett kahl sein muss“, weiß Vollmar. Die Feuerwehr darf zwar Mängel aufzeigen, das Handeln aber obliegt der Bauaufsicht. „Wir haben diese direkt informiert und es wurden unmittelbar erste Maßnahmen eingeleitet“, schildert es der stellvertretende Feuerwehrleiter. Katrin Fischer, seit September neue Leiterin der Bauaufsicht, kann das nur bestätigen. „Dazu zählt, dass der Flur sofort komplett freigeräumt wurde. Die Flure werden jetzt abgetrennt und zwei Brandschutztüren erneuert.“ Beide Institutionen, Feuerwehr und Bauordnung, aber sehen sich auch selbst ein Stück weit in der Verantwortung, bedauern, nicht eher hätten aktiv werden können – eben unter anderem aus besagten personellen Engpässen heraus.

Bewusstsein für Brandschutz stärken

„Wir müssen das Bewusstsein für das Thema Brandschutz bei den Beteiligten wesentlich stärken“, räumt Katrin Fischer zusätzlich ein, „es sind daher jetzt auch über das Schulamt konkrete Informationsveranstaltungen für alle Schulbeteiligten geplant.“ Wie mit den schwerwiegenden Mängeln am Gebäude umgegangen werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Schuldezernent und Kämmerer Björn Kerkmann kann der Anmerkung der CDU, das Gebäude seit Jahren eigentlich nicht mehr tragbar, wenig entgegensetzen. „Wir müssen das durchrechnen, tatsächlich kann es ein, dass sich ein Neubau wirtschaftlich langfristig besser darstellt.“

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