Schlümpfe-Ausstellung

Besucher im Heiligenhauser Museum sehen jetzt überall blau

Drei Stoffschlümpfe drücken jetzt auch die Schulbänke im historischen Klassenzimmer des Museums.

Drei Stoffschlümpfe drücken jetzt auch die Schulbänke im historischen Klassenzimmer des Museums.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.  Schlümpfe bevölkern das Museum Abtsküche, in dem die Farbe Blau dominiert. Viele Fans werden jetzt in Heiligenhaus erwartet.

Schlumpfhausen ist ein neuer Stadtteil von Heiligenhaus; rund 5000 kleine, blaue Bewohner bevölkern seit Sonntag das „Dorf im Dorf“ im Museum Abtsküche. Der Bürgermeister der Stadt fühlt sich eindeutig auch für die neuen Einwohner zuständig: Bei der Ausstellungseröffnung, die einen Teil der Sammlung von Sammler Andy Scharf zeigt, trug Michael Beck die typische weiße Mütze, die auch die Schlümpfe schmückt.

Unter den beliebtesten Comicfiguren weit vorn

Sie sind nicht Mensch, nicht Tier, nicht Zwerg – und entstanden, weil ihrem Schöpfer Pierre Culliford beim Frühstück das Wort „Salzstreuer“nicht einfiel. „Gib mir mal den Schlumpf“, habe der Belgier Culliford 1958 gesagt – und damit den Siegeszug der blauen Wesen eingeleitet. „Nach Mickey Mouse und Donald Duck belegen die Schlümpfe den dritten Platz der beliebtesten Comicfiguren der Welt“, berichtete Bürgermeister Michael Beck den Besuchern.

Wahnsinnig stolz auf die Präsentation

Ganz klar Platz Eins belegen sie bei Andy Scharf, der für die Ausstellung einen Teil seiner Sammlung von Neuss nach Heiligenhaus gebracht hat. „Bei mir zuhause sieht man kaum, dass was fehlt“, schmunzelt Scharf, der „wahnsinnig stolz“ ist, seine Schlümpfe präsentieren zu können. Überall sehen Fans und Freunde im Museum blau: Schlumpftassen, Wecker, Besteck, Socken, Telefonkarten, Klebestifte, Modellflugzeuge, Plüschtiere und unzählige Schlumpffiguren finden sich in und auf den Vitrinen.

Der Reiz der zipfelbemützten Wesen

Es gibt ein (allerdings nicht nutzbares) Schlumpf-Fahrgeschäft für Kinder, im historischen Klassenzimmer warten Papa Schlumpf und Schlumpfine auf eine Unterrichtsstunde von Gargamel. „Meinen ersten Schlumpf habe ich mit fünf Jahren geschenkt bekommen“, erzählt Andy Scharf (51). Die nächsten folgten

als Belohnung für gute Noten, zum Geburtstag und als Einkauf vom Taschengeld. Heute hat Scharf circa 9000 schlumpfige Stücke rund um die Bewohner von Schlumpfhausen gesammelt und ist nach wie vor fasziniert. „Sie sind alle unterschiedlich, aber wenn es drauf ankommt, halten alle zusammen“, fasst Scharf zusammen, was für ihn den besonderen Reiz der zipfelmützigen Wesen ausmacht. „Wenn die Besucher der Ausstellung diese liebevolle Art der Schlümpfe mitnehmen, freut mich das.“ Osterschlümpfe, Weihnachtsschlümpfe, Sternzeichenschlümpfe oder Indianerschlümpfe – die Bandbreite der ausgestellten Figuren ist jedenfalls riesig.

Sigrid Schöpper stellte den Kontakt her

Nach Heiligenhaus gelangt sind sie eher zufällig: Zum 60. Geburtstag der Schlümpfe war Scharf beim WDR-Fernsehen eingeladen und erzählte dort von seinem Wunsch, einmal auszustellen. Das hörte die Heiligenhauserin Sigrid Schöpper und stellte den Kontakt zum Museum Abtsküche und dem zur Eröffnung als „Vader Abraham“ gewandeten Museumskustos Reinhard Schneider her. Ein paar der pilzbewohnenden Wesen, die stetig gegen ihren Widersacher Gargamel kämpfen, konnten sich die Besucher auch mitnehmen. Yvonne Oorsprong, deren Mann Eugène ebenfalls Sammler ist, verkaufte für die Interessengemeinschaft „Neppeser Schlümpfe“aus Köln die Schlümpfe – der Erlös geht an die Onkologie des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße in Köln.

Vorübergehend eine Heimat im Paradies

Nur vier bis sechs Zoll groß sind die Bewohner von Schlumpfhausen, das Interesse an ihnen ist deutlich größer – auch in den kommenden Wochen werden noch Sammler und Fans aus Belgien und den Niederlanden erwartet. Wen wundert es – schließlich wohnen die Schlümpfe ja vorübergehend auch im „Paradies“.

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