Konzert

Benefizkonzert für Förderschulen in Heiligenhauser Café

Heiligenhaus.   Akustik-Musiker Dr. Mojo spielte in der Kult-Kaffee-Rösterei für zwei Förderschulen aus Ratingen und Velbert. Erlös kommt den Fördervereinen zu Gute.

An der Theke duftet es nach Kaffee, die ersten Stücke Schokoladentorte werden verspeist, von draußen scheint die Sonne warm durch die Glasfront in die Kult-Kaffee-Rösterei hinein. Während drinnen bereits eine entspannte Atmosphäre herrscht, drängen sich draußen noch zahlreiche Fahrzeuge auf die Parkplätze.

Gelernter EDV-Techniker

Die Stühle im Gastronomiebereich sind gänzlich besetzt, als Blues- und Akustik-Musiker Dr. Mojo mit seiner Gitarre, einer Bluesharp sowie einer Hi-Hat die Titel spielt, die sich die Schüler gewünscht haben. Mit dem linken Fuß wippt er zum Takt, klopft auf seine Stompbox, gibt den Rhythmus an. „Mir ist es ein großes Anliegen, mit diesem Konzert die Fördervereine der Helen-Keller-Förderschule in Ratingen und der Velberter Förderschule am Thekbusch zu unterstützen“, sagt Klaus Stachuletz alias Dr. Mojo.

In seiner Freizeit tritt der gelernte EDV-Techniker gerne mit seinen Musikinstrumenten vor die Zuhörer – ob auf größeren Bühnen als Duo mit Ulrich Spormann oder in heimischen Wohnzimmern. Seine Interpretationen von etwa John Denvers „Country Roads“ über „Leaving on a jetplane“ bis hin zu „Always look on the bright side of life“ (Monty Python) sorgen für eine angenehme Stimmung.

Der Remscheider Musiker setzt sich neben gewöhnlichen Auftritten regelmäßig ehrenamtlich mit fröhlichen Klängen für soziale Projekte ein, so auch für das Wuppertaler Kinderhospiz Burgholz und für Stiftungen: „Es fühlt sich gut an, wenn wir gemeinsam gemeinnützige Aktionen unterstützen – ich finde, dass sich daraus ein Glücksgefühl und Zufriedenheit nicht nur für das Gegenüber, sondern auch für einen selbst entwickelt.“ Im Grunde gehe es darum, zu erkennen, wie gut es einem gehe und „dass es schön ist, eigenen Überfluss zu teilen.“ Wer nur Geld anhäufe und der Gesellschaft in keiner Form etwas zurückgebe, der könne nicht glücklich werden. Also helfe er gerne dabei, für gute Zwecke zu spenden – ganz gleich ob Geld, Zeit oder Nahrung für Hilfsbedürftige.

Jährliche Aktion

Sylvia Parrhysius vom Begleitenden Dienst für Kinder mit Behinderungen des Kreises Mettmann, organisiert die Veranstaltung: „Wir freuen uns, dass sich die zu betreuenden Kinder beider Förderschulen und ihre Eltern bei diesem gemeinsamen Treffen außerschulisch und bei guter Musik näher kennenlernen können.“ Jedes Jahr lassen sich die Organisatoren etwas einfallen, erzählt Parrhysius: „Zuletzt hatten wir Clowns eingeladen, an einer Lama-Therapie teilgenommen oder pädagogische Reiterhöfe besucht.“ Die gesammelten Spendenerlöse gehen an die Fördervereine beider Schulen.

Eltern freuen sich über das musikalische Angebot

Nicht nur die eingeladenen Besucher hatten ihren Spaß – auch einige Anwohner und Gäste aus der Umgebung zog es ins Café am ehemaligen Bahnhof.

„Ich bin vorbeigekommen, weil ich einfach nur Kaffee trinken wollte und habe zufällig am Eingang von dem Programm erfahren“, sagt Heike Baranzke. „Ich finde es gut, dass es für Menschen mit Behinderung so wunderbare Programme gibt.“ Greta Kämmer, Rektorin der Ratinger Förderschule, ist zufrieden mit den Veranstaltungen im Jahr: „Wir veranstalten ein Sommerfest und einen 24-Stunden-Lauf sowie einen Adventsbasar. An den verschiedenen Aktionen können alle Schüler, deren Geschwister und Eltern zusammen teilnehmen.“ An der Schule gebe es eine gemischte Schülerschaft mit 145 geistig oder auch körperlich behinderten Schülerinnen und Schülern. Zum Einzugsgebiet ihrer Schule gehören auch Erkrath und Mettmann. „Das gemeinsame Treffen hier ist eine gelungene Abwechslung“, findet Kämmer.

Gäste sind zufällig dabei

In der Velberter Förderschule werden ebenfalls Kinder mit meist geistigen Einschränkungen bis zum Eintritt auf den ersten Arbeitsmarkt rundum – auch bei der Nahrungsaufnahme – versorgt: „Unser Auftrag ist es, den 129 Kindern aus Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath ein höchstmögliches Maß an Selbstständigkeit zu ermöglichen, dafür gibt es individuelle Förderpläne“, verdeutlicht Rektor Bernhard Schidelko.

Auch er freue sich über den gelungenen Nachmittag und die klangvollen Melodien. Die, so erzählt eine betroffene Mutter, „heitern den grauen Alltag auf. Ich bin erleichtert, dass es in der Nähe so ein großartiges Musikprogramm gibt“, findet Andrea Toschke, „mein achtjähriger Sohn ist oft unruhig, aber hier ist es sehr angenehm. Dieses schöne Angebot sollte es öfter geben.“

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