Autobahnbrücke

A44: Bau der Angertalbrücke in Heiligenhaus geht weiter

So sehen die Stahlteile für den Bau der Angertaltalbrücke aus.

So sehen die Stahlteile für den Bau der Angertaltalbrücke aus.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Seit Monaten kommt der Bau der A44-Brücke über das Angertal kaum voran. Jetzt werden die nächsten Stahlteile aus Zwickau geliefert.

Nach monatelangem Stillstand soll der Bau der Angertalbrücke nun endlich weitergehen. Das ist wichtig für den gesamten Zeitplan des Lückenschlusses der A44: Denn über das mehr als 380 Meter lange Brückenbauwerk soll künftig die Autobahnbaustelle der Deges bis zum Kreuz Ratingen-Ost angedient werden. Bislang fehlten die für die Errichtung der Brücke benötigten Stahlteile, die nächsten Lieferungen kommen aber sehr, sehr bald.

Bislang ist auf der Baustelle in der Hofermühle erst eine Handvoll von insgesamt 68 Stahlteilen, die für den Brückenbau benötigt werden, angekommen. In den vergangenen Monaten hatte sich deren Anlieferung aus einem Stahlwerk in Zwickau immer wieder verzögert. „Die Routen für die Schwertransporte wurden aus unterschiedlichsten Gründen nicht genehmigt“, erklärt Simone Döll von der Deges, die den Westteil des A44-Lückenschlusses baut. Die Transporte haben eine Länge von bis zu 38 Metern, eine maximale Breite von sechs Metern und wiegen bis zu 100 Tonnen.

Noch in dieser Woche kommen weitere Stahlteile

Auch der derzeit angepeilte Fertigstellungstermin des Lückenschlusses bis Ende 2022 drohte sich durch die Lieferprobleme erneut zu verzögern. „Diesen Termin wollen wir aber weiterhin einhalten“, sagt Simone Döll. Und kann berichten, dass an diesem Donnerstag die ersten Stahlteile nach wochenlanger Pause auf der Baustelle in der Hofermühle eintreffen werden.

„In der Zwischenzeit“, so Döll weiter, „ist die Baustelle vorbereitet worden, so dass nun die neu ankommenden Stahlteile in einem großen Zelt verschweißt und verschraubt werden können.“ Jeweils zwei oder drei dieser Teile werden so zu einer Stahlbauwanne (Schuss) verbunden. Ein Überbau (eine von zwei Brückenhälften) besteht aus 14 Schüssen. Das Stahlkonstrukt wird dann nach und nach auf einer Schiene über den Abgrund zur anderen Seite des Tals geschoben. Bis Ende des Jahres soll der nördliche Brückenteil fertig gestellt werden. Über diesen wird dann die Autobahnbaustelle weiter Richtung Westen wandern.

Noch kein durchgängiges Planungsrecht

Unterdessen gibt es für den Autobahn-Lückenschluss noch immer kein durchgängiges Planungsrecht. Problematisch ist weiterhin das Regenrückhaltebecken, das im Kreuz Ratingen-Ost gebaut werden soll. Die Städte Ratingen und Düsseldorf hatten geklagt, so dass der Planfeststellungsbeschluss überarbeitet werden musste.

Die Planunterlagen lagen bis Mitte April erneut öffentlich aus, so dass jeder Einwände gegen das Projekt äußern konnte. Hierzu muss die Deges nun wieder Stellung beziehen, was weiteren Änderungsbedarf oder Nachermittlungsbedarf nach sich ziehen könnte. „Dann erst kann der Planfeststellungsbeschluss verfasst und erlassen werden. Insgesamt ist auch bei verzögerungsfreiem Verlauf nicht mit einem Erlass noch in 2019 zu rechnen“, teilt die Bezirksregierung Düsseldorf als genehmigende Behörde mit.

Laut Simone Döll sei diese Verzögerung für den gesamten Zeitplan des Lückenschlusses aber nicht von Belang, wichtig sei der Weiterbau der Angertalbrücke. Und zumindest da tut sich ja nun endlich wieder etwas.

>>KEINE VERZÖGERUNGEN DURCH FUSION MIT AUTOBAHN GMBH ERWARTET

  • Das Bundesverkehrministerium plant, im nächsten Jahr die Deges mit der Autobahn GmbH des Bundes zu verschmelzen. Der hiesige Bundestagsabgeordnete Peter Beyer (CDU) befürchtet hierdurch weitere Verzögerungen für den Lückenschluss der A 44 und kündigte an, diesbezüglich in Kontakt mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu bleiben.
  • Simone Döll befürchtet jedoch keinerlei Verzögerungen durch die geplante Fusion. „Wir gehen davon aus, dass wir den Lückenschluss weiterhin selbst fortführen und das keine Auswirkungen haben wird.“

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