Autobahn

Anwohner klagen weiter über zu wenig Lärmschutz an der A44

Östlich der Brücke Laubecker Bach ist ein Erdwall als Lärmschutz aufgeschüttet worden. Dies reiche laut Straßen.NRW aus. Viele Anwohner sehen das anders.

Östlich der Brücke Laubecker Bach ist ein Erdwall als Lärmschutz aufgeschüttet worden. Dies reiche laut Straßen.NRW aus. Viele Anwohner sehen das anders.

Foto: Eva Rüther

Heiligenhaus.  Anwohner der A44 fragen sich, ob alles für den Lärmschutz getan wurde. Nachbesserungen sind von Straßen.NRW nicht geplant, es laufen aber Klagen.

Wenn Ramona Zündorf in ihrem Garten im Hülsbecker Viertel sitzt, dann hört sie mal mehr, mal weniger von der über dem Laubecker Bachtal verlaufenden Autobahn A44. An den Tagen jedoch, an denen die Geräuschkulisse störend ist, fragt sie sich, ob wirklich alles Nötige für den Lärmschutz der Anwohner getan wurde. „Wir sind nicht gegen die Autobahn, darum geht es uns nicht. Aber es stellt sich doch die Frage, warum gerade hier, wo sie so nah an das Wohngebiet heranreicht, keine Lärmschutzwand auf dem Erdwall errichtet wurde.“

Blickt man vom Hülsbecker Viertel aus nach Süden auf die Autobahn, ist dies rechts der Brücke „Laubecker Bach“ nämlich der Fall, links hingegen nicht. „Das Ziel sollte es doch sein, jetzt den Lärmschutz zu verbessern und nicht erst, wenn die A44 komplett fertiggebaut ist“, findet Zündorf, die aus der oberen Etage ihres Hauses die Lkw fahren sehen kann. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung sei doch möglicherweise eine Option, regt sie an. Momentan werden Kraftfahrzeuge, die aus Richtung Velbert kommen, an der Brücke auf 100 und danach auf 80 Stundenkilometer heruntergebremst.

Weiterer Lärmschutz nicht geplant

„In Planung ist weiterer Lärmschutz mit Sicherheit nicht“, berichtet Mario Korte, Abteilungsleiter Straßenbau bei Straßen.NRW. „Die notwendigen Lärmschutzelemente sind innerhalb der Planfeststellung ermittelt und baulich umgesetzt worden. Dabei ist der Durchstich und die damit noch einmal andere Verkehrssituation schon in die Prognosen eingeflossen.“

Konkret gezählt worden sind die pro Tag auf der A44 fahrenden Kraftfahrzeuge noch nicht – und geplant ist das auch erst, sobald der Westabschnitt fertiggebaut ist (nicht vor Ende 2022). „Dann werden automatische Zähleinrichtungen an den Auffahrten installiert“, erklärt Olaf Wüllner von Straßen.NRW. Aufgrund einer Ende 2016 für Straßen.NRW erstellten Prognose eines Ingenieurbüros werde aber derzeit auf dem Ostabschnitt von einem täglichen Verkehrsaufkommen von circa 12.000 Fahrzeugen täglich ausgegangen, davon circa zehn Prozent Schwerlastverkehr.

Der Lärm, der von den Fahrzeugen ausgeht, wird dagegen nie tatsächlich vor Ort gemessen, sondern ausschließlich errechnet. „Würde man vor Ort messen, würden immer singuläre oder temporäre Ereignisse wie das Wetter, die Tageszeit oder Ferien miteinfließen und das Ergebnis verfälschen.“

Klageverfahren läuft beim Verwaltungsgericht

Die Rechtsanwälte Anna Bensch und Christoph Pipping setzen sich trotzdem nach wie vor für die Verbesserung des Lärmschutzes ihrer Mandanten ein. „Mittlerweile wird von einer knappen Verdoppelung der Ursprungsprognose ausgegangen, was das Verkehrsaufkommen auf der A44 betrifft“, berichtet Anna Bensch. „Im Moment läuft ein Klageverfahren beim Verwaltungsgericht Düsseldorf, in dem es um die nachträgliche Anordnung von passivem und aktivem Lärmschutz geht.“ Aktiv ist Lärmschutz, wenn direkt an der Anlage gearbeitet wird, also beispielsweise Wälle oder Wände errichtet werden, passiver Lärmschutz wären dagegen Schalldämmlüfter, die direkt ins Haus eingebaut werden.

Damit die bestehenden Lärmschutzelemente eine „optische Aufwertung und Ausgleichsmaßnahme“ erfahren, so der Erste Beigeordnete Björn Kerkmann, hat die Stadt vor Kurzem 21 Obstbäume vor der Lärmschutzwand pflanzen lassen. Darüber hinaus hat auch Straßen.NRW eine Baumreihe gepflanzt.

Bis das Gerichtsverfahren abgeschlossen sind, dürfte es mindestens noch bis zum nächsten Frühjahr dauern

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