Kunst

Altes Pastorat als Kunst-Domizil in Heiligenhaus

Thomas Pischke

Thomas Pischke

Foto: WAZ FotoPool

Die leerstehenden Räume des Alten Pastorats werden zum Domizil der Kunst: Das Kunstquadrat hat sich hier angesiedelt. Langfristig wird es nicht bleiben können.

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Was ist eigentlich Kunst? Kunst kann nicht verbindlich und objektiv beschrieben werden. Sie ist individuell, genauso wie ihre Künstler selber. Individuell respektive besonders sind auch das Atelier und die Ausstellungsräume des Kunstquadrats, die sich im Gebäude des Alten Pastorats auf der Hauptstraße befinden. Visualisierungen und Installationen verschönern die zwei Etagen des leerstehenden Gebäudes, während die alten Gemäuer ihr besonderes Flair hinzugeben. Natürlich ist auch jedes Kunstwerk individuell.

Moderne QR-Codes

Während in einem Raum eine traditionelle, chinesische Abreibungstechnik verwendet wird, so stößt der Besucher im nächsten Raum auf moderne QR-Codes an der Wand, um sich Hintergrundinformationen der Werke direkt aus der virtuellen Welt auf Smartphones oder Tablets zu holen. So werden bunte Linien prompt zu ordnungslosen Lebenslinien. Die unterschiedlichen Längen als Sinnbild für Lebensabschnitte und die Farben spiegeln die Mehrschichtigkeit des Seins wider. Inspiration nehmen die Künstler aus Kulturen und Landschaften der ganzen Welt und wandeln diese in Kunst um.

„Jeder Raum kann hier immer wieder verändert und erneut genutzt werden“, lobt Künstler Thomas Pischke die seit Jahren leerstehenden Räumlichkeiten des Alten Pastorats. Er ist neben Armin Schmidt der Mitbegründer des Kunstquadrats. Die Gruppe bezeichnet sich bewusst nicht als Kreis, weil ihre Mitglieder anecken wollen. Mit diesem Grundgedanken gingen sie vor knapp vier Jahren das Projekt an.

Mittlerweile hat sich das Qua­drat mit vielen weiteren Künstlern aus Heiligenhaus und Umgebung gefüllt, die in ihren Werken zusammen agieren und sich gegenseitig inspirieren. Doch für die beiden ist jeder Mensch ein Künstler. Mit ihrer Kunst wollen sie nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch der Gesellschaft dabei helfen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und sich nicht von der Meinung der Gesellschaft lenken zu lassen.

Mehr als acht Stunden verbringt Armin Schmidt in dem alten Pastoratsgebäude täglich. Doch für immer wird er es nicht nutzen können. Es gehört zum Grundstück des neuen Einkaufszentrums und soll entsprechend genutzt werden. Doch für die Künstler ist das kein Problem. „Wir benötigen lediglich eine leerstehende Räumlichkeit, wovon die Stadt mehr als genug hat“, erklärt Schmidt.

Für die Zukunft haben die Mitglieder schon viele weitere Aktionen und Ausstellungen geplant. „Im Sommer veranstalten wir eine Sommerakademie, um einen Einblick in unsere Arbeit zu ermöglichen“, verrät er. Im September soll dann eine erneute Ausstellung folgen, bei der sich die Künstler auf individuelle Installationen konzen­trieren möchten.

Außerdem gibt es auch noch Pläne für weitere Streetart-Projekte, die Heiligenhaus schon in vergangener Zeit verschönert und gestaltet haben. Doch diese Planung bleibt natürlich noch geheim und wird erst dann sichtbar, wenn das Kunstquadrat erneut zugeschlagen hat.

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