Heiligenhaus.

Alte Kaminöfen dürfen nun nicht mehr heizen

Alte Öfen dürfen aus Umweltschutzgründen künftig nicht mehr betrieben werden.

Foto: Angelika Warmuth

Alte Öfen dürfen aus Umweltschutzgründen künftig nicht mehr betrieben werden. Foto: Angelika Warmuth

Heiligenhaus.   Auch in Heiligenhaus gibt es immer mehr Holzöfen. Doch nicht alle Öfen dürfen noch betrieben werden. Wer von dem Gesetz betroffen ist.

Es knistert, die Flammen lodern und mit einem schönen Buch macht man es sich vor dem Kaminofen gemütlich. Im Winter gibt es für viele nichts Schöneres als diese wohlige Wärme. Das finden auch immer mehr Heiligenhauser und lassen sich eine solche Anlage installieren. Für Menschen, die einen Ofen betreiben, der älter als 30 Jahre ist, bleibt es seit Anfang des Jahres kalt – es sei denn, sie haben nachgerüstet.

Grund ist, dass durch eine Bundesverordnung und aus Umweltschutzgründen Kaminöfen, die bis 1984 gebaut wurden, nicht mehr betrieben werden dürfen. Zuviel Kohlenmonoxid würden diese ausstoßen. „Das betrifft auch Kunden aus Heiligenhaus“, weiß der hiesige Schornsteinfeger Werner Kuhlendahl. „Ich habe die Kunden von mir, die es betrifft, darauf hingewiesen, dass sie den Ofen nicht mehr betreiben dürfen.“ Doch eine wirkliche Sanktion, die gebe es bislang nicht. „Es ist zwar eine Ordnungswidrigkeit, aber noch gibt es da eine Gesetzeslücke, so dass wir Schornsteinfeger noch nicht wirklich Anlagen außer Betrieb nehmen können.“

Nachrüstung ist teurer als Neukauf

So konnte er bislang Kunden nur darauf aufmerksam machen, dass ihr Kaminofen nicht mehr in Betrieb genommen werden kann. „Viele sehen das wegen der erhöhten Emissionswerte ein“, so Kuhlendahl. Die meisten hätten mit Verständnis reagiert, es habe nur wenige Ausnahmen gegeben. Und was, wenn manche doch gegen das Verbot verstoßen? „Der Kreis ist die zuständige Behörde für diesen Bereich“, berichtet die Heiligenhauser Ordnungsamtschefin Kerstin Plambeck, deswegen werden von städtischer Seite auch keine Sanktionen erfolgen, sondern nur vom Kreis.

Die alten Anlagen können zwar nachgerüstet werden mit Spezialfiltern, die dann wie Feinstaubfilter funktionieren. „Aber das ist oft sehr teuer und vor allem müssen diese Filter mit Strom betrieben werden“, erklärt Kuhlendahl. Und wer mit Holz heizen möchte, der wolle ja eigentlich auf Strom verzichten. „Da lohnt sich für die meisten statt der Umrüstung der Kauf eines neuen Ofens“, berichtet Kuhlendahl.

Ein Holzofen macht eben auch Arbeit

Diese liegen zwischen 200 Euro bei einer Version aus dem Baumarkt bis hin zu Anlagen, die gut 10 000 Euro kosten. „Nur für die Hochwertigen wäre eine Nachrüstung ein Thema.“ Die meisten seiner Kunden haben entweder bereits einen neuen Ofen erworben oder nehmen den Alten gar nicht mehr in Betrieb. „Es ist ja auch eine Sache des Alters. Strom aus der Steckdose ist natürlich bequemer, ein Holzofen macht eben auch Arbeit“, so der Schornsteinfeger.

Dass es immer mehr Kamine gebe, das kann Kuhlendahl bestätigen. „Der Trend hat hier in den letzten fünf Jahren sehr stark zugenommen, vor allem in den Neubaugebieten wurden Kaminöfen direkt mit eingeplant.“ Nicht alle würden sofort betrieben, „aber viele haben das schon mal vorsorglich mit eingebaut, damit man diesen vielleicht künftig in Betrieb nehmen kann.“

Holz ist hier nicht billig

Das Strom sparen, so die Erfahrung des Schornsteinfegers, sei aber für viele nicht mehr der Hauptgrund für das Betreiben eines Kamins, sondern dessen beliebte Heizart. „Hier kostet Holz ja so viel, da könnte man auch mit Gas heizen.“ Anders sehe das aus, wenn man zum Beispiel Holz aus dem Sauerland kaufe.

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