Konzert im Club

Allan Taylor macht musikalische Reise im ausverkauften Club

Allan Taylor ist seit über 20 Jahren ein gern gesehener Gast auf der Bühne im Heiligenhauser Club.

Allan Taylor ist seit über 20 Jahren ein gern gesehener Gast auf der Bühne im Heiligenhauser Club.

Foto: Christof Köpsel

Heiligenhaus.   Der reisende Troubadour Allan Taylor ist zurück im Heiligenhauser Club. Die Songs des britischen Musikers stecken voller Erinnerungen.

Bereits um kurz vor sieben zieht sich eine Schlange vom Inneren des Clubs bis nach draußen. Sie alle wollen Allan Taylor sehen. Während die einen rein wollen, will jemand anderes raus. Der 73-jährige Singer-Songwriter hat etwas im Auto vergessen. Die verzweigten Wege des Clubs kennt Taylor aus dem Effeff, immerhin ist er seit über 20 Jahren Stammgast in Heiligenhaus. Wer jetzt denkt, dass nach so langer Zeit sein Programm zum Einheitsbrei wird, täuscht sich gewaltig.

Es wirkt so, als hätte Allan Taylor ein kleines Kästchen voller Erinnerungen im Schrank stehen. Um einen neuen Song zu schreiben, muss der Brite dann nicht lange überlegen. Er greift ins Kästchen und zieht Augenblicke hinaus, die, einmal vertont, den Zuhörer sprachlos zurücklassen. Und genau hier liegt die Einzigartigkeit der Folk-Legende. Der 73-jährige unterlegt fast jeden Schritt auf seinem Lebensweg mit Musik – ehrlich, schnörkellos und mit jeder Menge Gelassenheit.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

„Bei mir gibt es nur zwei Geschwindigkeiten: Langsam und langsamer“, sagt Allan Taylor und lächelt. In diese Kategorie fällt, wie der Name es bereits vermuten lässt, „Running On Dreams“. Langsam lösen sich die einzelnen Töne von den Saiten der Gitarre. Die Hände des Musikers schieben sich wie in Zeitlupe über den Hals des Instruments. Dazu mischt sich Taylors sonore Stimme, die wunderbar unaufgeregt klingt. So, als hätte ihr Besitzer bereits vieles erlebt.

Und so ist es auch. „Als reisender Troubadour hatte ich es nicht immer leicht. Ich musste hinten im Auto schlafen, weil ich kein Geld hatte“, erinnert er sich. Die Zeiten sind zwar vorbei, mit dem Auto ist er jedoch immer noch auf Tour und das seit mehr als 50 Jahren.

Musik am Strand von Brighton

Angefangen hat alles in der Heimat des Musikers. „Als ich jung war, haben wir Jugendlichen am Strand von Brighton auf billigen Gitarren Musik gemacht. Es war eine tolle Zeit“, erinnert er sich. Und auch zu dieser Momentaufnahme aus den 60ern gibt es natürlich einen passenden Song: „Brighton Beach“.

Szenenwechsel von einem Strand zum anderen. Long Beach, der lange Strand von New York. Es sind die 70er Jahre. Der Vietnamkrieg tobt und Allan Taylor hat Protestsongs und die Musikszene der amerikanischen Metropole für sich entdeckt. Doch nicht nur das: „Es war wirklich schwer, dort von den Drogen weg zu bleiben.“

Mit Bob Marley über die 7th Avenue

Ganz besonders, weil er zu dieser Zeit beim selben Plattenlabel unter Vertrag war wie Reggae-Star Bob Marley und seine „Wailers“. „Ich sollte ein Auge auf die Jungs haben, weil sie nicht immer so zuverlässig waren. Ich erinnere mich daran, wie Bob mit einem Joint, der so groß war wie eine Trompete, neben mir über die 7th Avenue geschlendert ist.“

Der Song dazu, „New York In The Seventies“, wird immer mal wieder ein Stückchen länger. „Weil mir dann doch wieder ein Moment aus dieser Zeit einfällt und ich ihn dazuschreibe“, sagt Taylor und erntet dafür Applaus vom Club-Publikum. Die rund 140 Zuhörer genießen den über sechs Minuten langen Song und die Geschichten, die sich zwischen den Zeilen verstecken. Denn genau für diese Mischung haben sie Schlange gestanden.

>> ALS NÄCHSTES WIRD ES LUSTIG IM CLUB

  • Als nächstes stehen Kabarett und Comedy auf dem Club-Programm. Am Freitag, 24. Mai, gastiert Martin Zingsheim mit „Kopfkino“ an der Hülsbecker Straße 16. Der 33-Jährige gilt als Ausnahmetalent in der Kleinkunstszene.
  • Die Tickets für den Comedy-Abend kosten 18 Euro im Vorverkauf und 21 Euro an der Abendkasse. Zu bekommen sind sie unter anderem im Kulturbüro.

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